Veranstaltungen in Bayern an diesem Wochenende: Die Fürther Kirchweih eröffnet mit Straßenfest, während ein Klosterfest zum 900-jährigen Jubiläum, ein Bauernmarkt am Feiertag und ein Halbmarathon am Untermain das Programm füllen.
Straßen statt Festzelte, mitten in der Fürther Innenstadt. Dort beginnt am 3. Oktober 2026 die Michaelis-Kirchweih. Ein Klosterfest zum 900-jährigen Jubiläum in Schwaben, ein großer Bauernmarkt am Feiertag in Unterfranken und ein Halbmarathon mit bayerischer Meisterschaft am Untermain füllen das übrige Wochenende in Bayern.
Kärwa auf der Straße statt im Festzelt
Die Michaelis-Kirchweih beginnt am 03.10.2026 in der kreisfreien Stadt Fürth in Mittelfranken und läuft bis zum 14. Oktober. Veranstaltet vom Marktamt der Stadt, trägt sie den Titel immaterielles Kulturerbe Bayerns, und die Fürther nennen sie schlicht die Kärwa, die Königin der fränkischen Kirchweihen. Fürth liegt an der A73 und ist mit der U-Bahnlinie U1 direkt aus Nürnberg zu erreichen.
Zwölf Tage lang bespielen 254 Beschicker rund 42.000 Quadratmeter Festfläche auf etwa 2.700 Metern Straßenfront. Sieben Großfahrgeschäfte, ein Riesenrad, ein Autoscooter und zehn Kinderfahrgeschäfte reihen sich zwischen Gastronomie-, Los- und Warenständen, ohne ein einziges Festzelt: Die Kärwa lebt vom Treiben auf Straßen und Plätzen.
Rund 1,5 Millionen Besucher kommen jedes Jahr, der Eintritt zum Festgelände bleibt frei, bezahlt wird nur für Fahrgeschäfte, Speisen und Getränke. Zu den festen Bräuchen zählen die Auslosung der Heiratslotterie und der Betzn-Tanz, und für knapp zwei Wochen wird Fürth zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Metropolregion Nürnberg.
Volksfeste, Läufe und Jubiläen von Amberg bis Gädheim
Nach zehn Tagen schließt in Amberg die Michaeli-Dult mit Festzelt, eigenem Amberger Festbier, gebrannten Mandeln und Lebkuchenherzen an den Marktständen und einem Feuerwerk am Freitagabend, im Frühjahr folgt jeweils die kürzere Pfingst-Dult. In Nürnberg endet das Altstadtfest auf der Insel Schütt, am Hans-Sachs-Platz und an der Katharinenruine nach fast drei Wochen mit über 60 kostenfreien Veranstaltungen, ein Fest, das es seit 1970 gibt.
Um 10:30 Uhr startet in Aschaffenburg der Sparkassen-Halbmarathon an der Ebertbrücke, als größte Laufveranstaltung am Bayerischen Untermain in seiner 23. Auflage gekoppelt mit der Bayerischen Halbmarathonmeisterschaft und dem 6. Inklusionslauf, veranstaltet vom TV Haibach Ausdauersport, das Ziel liegt vor dem Renaissanceschloss Johannisburg in der Stadt, die König Ludwig I. einst das Bayerische Nizza nannte. In Oberaudorf endet das 2024 gegründete Trail Festival mit fünf Distanzen zwischen Bayern und Tirol durch Hochmoor, Almwiesen und Felspassagen, erstmals mit einer 100-Kilometer-Ultra, Hauptsponsor ist Dynafit, und das Festgelände im Ortskern bleibt frei zugänglich.
Im Alten Rathaus und in der Max-Reger-Halle widmen die Max-Reger-Tage in Weiden, seit den frühen 1990er Jahren ausgetragen, dem in der Oberpfalz aufgewachsenen Komponisten Konzerte und Meisterkurse. In Kempten, einer der ältesten Städte Deutschlands, zeigen rund 30 Töpferinnen und Kunsthandwerker aus Deutschland, Österreich und Frankreich am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr ihre Arbeiten auf dem Hildegardplatz, mitten in einer über 2.000 Jahre alten Stadt.
Rund 6.400 Einwohner zählt Klingenberg am Main, bekannt für seinen Rotweinhang, wo die Stadt am 3.10.26 ihr 750-jähriges Stadtjubiläum feiert, dazu 50 Jahre seit dem Zusammenschluss ihrer Stadtteile 1976, mit einem Festwochenende, das am Sonntag in den Herbstmarkt mündet. Im Kloster Roggenburg im Landkreis Neu-Ulm, gegründet um 1126, zelebrieren Bischof Bertram Meier und Generalabt Jos Wouters den Festgottesdienst zum 900-jährigen Klosterjubiläum, gefolgt von einem Klosterfest im historischen Klosterareal, begleitet von einem eigens aufgelegten Jubiläumswein und einem Spezialbier der Brauerei Schmid. In Gädheim, zwischen Schweinfurt und Haßfurt gelegen, verwandelt der Bauernmarkt, Teil der bundesweiten Aktion Tag der Regionen, den Ortskern der 1.500-Einwohner-Gemeinde in einen Markt mit über 100 Ständen, Bratwurst und Krautwickeln an den Imbissständen und rund 10.000 Besuchern zum Tag der Deutschen Einheit.
Der Erntedankfestzug, Höhepunkt der Fürther Kärwa, zieht am 11. Oktober durch die Innenstadt.