Eidleistung des Oberbürgermeisters seit 1397 und närrische Donau-Floßfahrt
Der Schwörmontag in Ulm geht zurück auf das Jahr 1397, als die Ulmer Zünfte erstmals ein „Schwörbrief" verabschiedeten — eine Stadtverfassung, die den Bürgermeister verpflichtete, jährlich vor der Stadtbürgerschaft Rechenschaft abzulegen. Dieser jährliche Akt der direkten Demokratie hat sich erhalten — bis heute ist der Schwörmontag der wichtigste Stadt-Tradition Ulms.
Um 11 Uhr tritt der Oberbürgermeister auf den Schwörbalkon des Schwörhauses (Münsterplatz). In der Schwörrede legt er Rechenschaft über das vergangene Jahr ab — was wurde geleistet, welche Probleme stehen an, wie wird das kommende Jahr gestaltet. Die Rede ist politisch wichtig: Kommunalpolitiker, Medien, Bürger hören aufmerksam zu. Am Ende leistet der OB den traditionellen Schwur: „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein" — die symbolische Verpflichtung zur Gleichbehandlung aller Bürger.
Um 16 Uhr startet die Nabada, ein „schwimmender Karneval auf der Donau". Vom Adenauer-Brücke flussabwärts entlang der Stadtmauer bis zur Friedrichsau ziehen:
Keine Anmeldung nötig, aber strenge Sicherheitsregeln gelten: keine Motorboote, keine Wassersprühaktionen gegen das Ufer, Kinder unter Aufsicht und mit Schwimmwesten, Alkohol während der Fahrt diskouragiert. Bei Hochwasser oder Gewitter wird abgesagt — Signal sind rote Körbe am Münsterturm.
Die Nabada wurzelt in zwei Quellen: Schwimmen Ulmer Studenten im 18. Jahrhundert flussabwärts (eine kühne Studentenbeschäftigung) und kostümierte Donau-Boots-Karnevalsumzüge der 17. Jahrhunderts. Die heutige Form entwickelte sich im 20. Jahrhundert — heute eine der eigenwilligsten Volksfest-Inszenierungen Deutschlands.
Der Schwörmontag ist Ulmer Festtag — am Vorabend ist Sonntags-Schwörmontag-Markt mit Festzelt, Bratwurst, Bier. Die Schausteller bauen schon Tage vorher das Schwörmontags-Festzelt am Donaupark auf. Der Tag selbst ist zwar kein gesetzlicher Feiertag, aber in Ulm faktisch ein freier Tag — Schulen geschlossen, viele Betriebe pausieren.
Zwei Hauptakte: die offizielle Schwörrede mit Eidleistung des Oberbürgermeisters am Vormittag, und die volkstümliche Nabada am Nachmittag mit politisch-satirischen Themenflößen, Musikbooten und Ulmer Schachteln. Drumherum ein Tag voller Stadtfest mit Festzelt, Bratwurst und Bier am Donaupark.
Eintritt komplett frei. Verpflegung am Schwörmontags-Festzelt zu Festpreisen.
Mit der Bahn nach Ulm Hauptbahnhof (IC/ICE Stuttgart–München), dann 10 Min. zu Fuß zum Münsterplatz und 15 Min. zum Donauufer. Mit dem Auto über die A 8/A 7. Parkhäuser am Münsterplatz und Bahnhof.
11:00 Uhr Schwörrede am Schwörbalkon (Münsterplatz). 16:00 Uhr Beginn der Nabada — ab Adenauer-Brücke flussabwärts.
Komplett frei. Beste Sicht auf die Schwörrede vom Münsterplatz, auf die Nabada vom Donauufer beim Donau-Park.
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Münsterplatz und Donau
Münsterplatz und Donau, 89073 Ulm