Seit 1635 — eines der ältesten Schifferfeste Norddeutschlands
Die Schifferbrüderschaft von 1635 wurde während des Dreißigjährigen Krieges gegründet, um den damaligen Elbe-Schiffern und ihren Familien gegenseitige Hilfe und ein würdevolles Begräbnis zu sichern. Aus dieser Selbsthilfe-Vereinigung entwickelte sich über die Jahrhunderte einer der ältesten und identitätsstiftendsten Bräuche Norddeutschlands: die Schipperhöge (auch Schiffersöge oder Schippergilde-Höge). Sie findet alljährlich im Januar statt und wird streng nach der Statuten-Sammlung des «Schweinsledernen Buchs» abgehalten — einer ledergebundenen Brüderschaftsschrift, die das Festwesen seit Jahrhunderten regelt.
Zentrale Figur des Festes ist die Lustige Person, eine Hans-Wurst-Gestalt im geflickten Narrenkostüm, das bis ins Jahr 1765 zurückverfolgt werden kann. Das Original-Kostüm wird im Elbschifffahrtsmuseum aufbewahrt. Während des Festes durchquert die Lustige Person mit ihrem Ruf «Immer lustig» die Altstadt, wirft Bonbons in die Menge — die Kinder antworten «Hurra». Begleitet wird sie von Clowns in bunten Kostümen, die den Gästen mit rotem Lippenstift Wangenküsse aufdrucken.
Über drei Festtage verteilen sich die Hauptelemente:
Wer am Festumzug am Samstagnachmittag teilnimmt, sieht eine geschlossene historische Inszenierung, wie es sie kaum noch gibt: Kinder, die schwere Schiffsmodelle durch die Lauenburger Altstadt tragen; die Lustige Person, die in jahrhundertealter Tracht ihre Schäkereien treibt; Schifferbrüder im traditionellen Habit; die historischen Fahnen voran. Das Lauenburger Publikum kennt die Routen und Riten — wer hier zum ersten Mal dabei ist, taucht in eine andere Zeit ein.
Lauenburg an der Elbe ist eine kleine Hansestadt im Kreis Herzogtum Lauenburg im Süden von Schleswig-Holstein. Direkt an der Elbe gelegen, mit der historischen Altstadt, dem Schloss und dem Elbschifffahrtsmuseum, war die Stadt jahrhundertelang ein zentraler Umschlagplatz der Elbschifffahrt. Die Schifferbrüderschaft ist das lebende Gedächtnis dieser Vergangenheit.
Die Schipperhöge 2026 folgt der traditionellen Dramaturgie. Am Samstag, 10. Januar, eröffnet die Lustige Person um 8:45 Uhr ihre Samstagsroute ab Weingartenschule. Den Höhepunkt bildet der Festumzug um 14:00 Uhr ab Ruferplatz durch die Lauenburger Altstadt: Lustige Person, Clowns, Schiffsträger-Kinder mit den historischen Schiffsmodellen, zwei Musikzüge, Ehrengäste und Schifferbrüder im traditionellen Habit, voran die Fahnen von 1811, 1894, 1935 und 1985.
Am Freitag, 9. Januar, findet der erste Festball ausschließlich für Mitglieder der Schifferbrüderschaft statt. Am Samstag, 10. Januar, ist der zweite Festball auch für Gäste geöffnet. Beide Bälle beginnen um 20:00 Uhr (Einlass 19:00 Uhr) und kombinieren moderne Tanzmusik mit den überlieferten Schifferstänzen.
Mit dem Auto über die A24 (Abfahrt Hornbek/Schwarzenbek) oder die B5/B209. Mit der Bahn bis Lauenburg (Elbe) — von Hamburg etwa 40 Minuten, von Lüneburg 20 Minuten.
Festumzug und Lustige-Person-Auftritte sind öffentlich. Für die Festbälle der Schifferbrüderschaft gelten eigene Einlassregelungen — der Samstagsball ist Gästen zugänglich. Informationen direkt bei der Schifferbrüderschaft.
Die historische Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und dem Ruferplatz ist die Bühne des Festes. Das Elbschifffahrtsmuseum lohnt sich für jeden, der die Hintergründe verstehen will — dort werden auch Hans-Wurst-Originalkostüm und historische Schiffsmodelle gezeigt.
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Altstadt Lauenburg, Ruferplatz und Festscheunen