Ältester Leonhardiritt Bayerns – Pontifikalamt und Pferdeprozession mit rund 200 Pferden im Wittelsbacher Land
Wenn am ersten Sonntag nach dem Leonharditag (6. November) die Glocken der Wallfahrtskirche St. Leonhard in Inchenhofen läuten, beginnt eines der bedeutendsten Brauchtumsfeste Bayerns: der Leonhardiritt Inchenhofen. Der Ritt wurde bereits 1459 vom Fürstenfelder Zisterzienserabt Paul Herzmann eingeführt und gilt damit als ältester Leonhardiritt Bayerns. Inchenhofen, ein Markt im Landkreis Aichach-Friedberg (Schwaben/Wittelsbacher Land, Bayern), war im Spätmittelalter einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Europas zum heiligen Leonhard.
Den liturgischen Auftakt bildet am Festsonntag das Pontifikalamt um 9:30 Uhr in der Wallfahrtskirche St. Leonhard. Die spätgotische Hallenkirche, deren Bau zwischen 1450 und 1457 abgeschlossen wurde, ist Mittelpunkt eines Wallfahrtsbetriebs, der seit dem 13. Jahrhundert dokumentiert ist. Bischof oder Generalvikar des Bistums Augsburg zelebrieren das Hochamt, häufig begleitet vom Inchenhofener Kirchenchor und Orchester. Bereits am Vorabend gibt es eine Heilige Messe mit anschließender Lichterprozession zum Friedhof – ein Brauch, der die Festtage einleitet und das Gedenken an die Verstorbenen mit der Leonhardiwallfahrt verbindet.
Am frühen Nachmittag setzt sich der Leonhardiritt in Bewegung. Etwa 200 festlich geschmückte Pferde, mehrere Musikkapellen und Trachtengruppen aus dem Wittelsbacher Land ziehen in einem festen Ablauf durch Inchenhofen und umrunden den Marktplatz dreimal. Höhepunkt ist die Pferdesegnung, die der Festzelebrant vor der Wallfahrtskirche spendet. Mit historischen Festwagen, auf denen Szenen aus dem Leben des heiligen Leonhard und aus der bäuerlichen Tradition lebende Bilder darstellen, ist der Inchenhofener Ritt einer der bildreichsten Bayerns. Im Anschluss schließen Festandacht und Kirchenführung das offizielle Programm ab.
Der heilige Leonhard von Limoges (gestorben um 559) wurde vor allem im süddeutsch-bayerischen Raum als Schutzpatron des Viehs, der Bauern und der Gefangenen verehrt. In Notlagen – bei Viehseuchen, Hungersnöten, Krieg – wandten sich die Wallfahrerinnen und Wallfahrer an ihn. Die Inchenhofener Wallfahrt war im Mittelalter eine der bedeutendsten Europas; bis heute zeugen Votivtafeln, eiserne Ketten und Opfergaben in der Kirche von dieser Tradition. Mit der Bruderschaft des hl. Leonhard, die in Inchenhofen ihren Sitz hat, wird das Erbe lebendig gehalten.
Rund um den Ritt erstreckt sich der traditionelle Markt mit Buden, Schaustellern, Bratwurstständen und regionalen Spezialitäten der oberbayerischen und schwäbischen Küche. Die Wirtshäuser von Inchenhofen sind an diesem Sonntag erfahrungsgemäß bis auf den letzten Platz besetzt; Reservierungen werden ausdrücklich empfohlen. Tausende Gäste aus dem Wittelsbacher Land, dem Großraum Augsburg, München und darüber hinaus reisen jedes Jahr an, um diese Verbindung von gelebter Frömmigkeit, Reiterkultur und bayerischer Tradition zu erleben.
Wie jedes Jahr wird der Festtag am Vorabend, Samstag, 7. November 2026, mit einer Heiligen Messe und einer Lichterprozession zum Friedhof eingeleitet. Am Festsonntag selbst beginnt das Programm um 9:30 Uhr mit dem Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche St. Leonhard, traditionell zelebriert von einem hohen Würdenträger des Bistums Augsburg.
Am Nachmittag setzt sich der Leonhardiritt in Bewegung: Rund 200 festlich geschmückte Pferde, mehrere Musikkapellen und Trachtengruppen ziehen in geordnetem Zug dreimal um den Marktplatz. Vor der Wallfahrtskirche erhalten Pferde und Reiter den Segen. Mit Festandacht und Kirchenführung klingt das offizielle Programm aus; rund um den Ritt sorgen Buden und Wirtshäuser für leibliches Wohl.
Der Eintritt zum Pontifikalamt und zum Leonhardiritt ist frei. Für den Erhalt der Wallfahrtskirche wird um eine Kollekte gebeten. Verzehr in den Inchenhofener Gaststätten und an den Marktständen zu üblichen oberbayerischen Preisen.
Auto: A8 München–Stuttgart, Ausfahrt Dasing, dann über B300 und Landstraße nach Inchenhofen. Am Rittsonntag ist der Marktkern gesperrt; Parkplätze sind am Ortsrand ausgeschildert.
Bahn / Bus: Bahnhof Aichach (von Augsburg oder München mit der Bayerischen Regiobahn), dann Regionalbus oder Sonderbus nach Inchenhofen.
Frei. Für den Erhalt der Wallfahrtskirche und der Tradition wird um eine Kollekte gebeten.
Wegen der Pferdeprozession sind Hunde an der Leine zu führen; Foto- und Filmaufnahmen aus respektvollem Abstand sind erlaubt. Während des Pontifikalamts gilt in der Kirche das übliche Verhalten eines Gottesdienstes. Reservierungen in den Inchenhofener Gaststätten dringend empfohlen.
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Wallfahrtskirche St. Leonhard Inchenhofen
Zisterzienserplatz 1, 86570 Inchenhofen