Hauptfest der Bruderschaft des hl. Leonhard – Wallfahrt seit dem 13. Jahrhundert
Die Leonhardi-Wallfahrt nach Inchenhofen ist seit dem 13. Jahrhundert dokumentiert und entwickelte sich im Spätmittelalter zu einer der wichtigsten süddeutschen Wallfahrten überhaupt. St. Leonhard von Limoges wurde besonders bei Viehseuchen, Hungersnöten und Gefangenschaft angerufen – Anliegen, die im bäuerlich geprägten bayerisch-schwäbischen Raum jahrhundertelang real waren. Inchenhofen, ein Markt im Landkreis Aichach-Friedberg (Schwaben, Bayern), wurde dadurch zum bekanntesten Leonhardi-Wallfahrtsort Deutschlands.
Während Inchenhofen auch zum Leonharditag im November besucht wird, ist der Pfingstmontag traditionell das große Fest der Bruderschaft des hl. Leonhard: Mehrere Tausend Wallfahrerinnen und Wallfahrer aus über 30 Pfarreien kommen zu Fuß, im Festzug, mit dem Bus oder mit Begleitfahrzeugen in den Markt. Manche Pfarreien starten frühmorgens, ein Beispiel: die Gruppe aus Wiedenzhausen bricht traditionell um 5 Uhr auf und erreicht Inchenhofen erst um 15 Uhr.
Eine Besonderheit dieser Wallfahrt ist ihr Gelübde-Charakter: Viele Pfarrgruppen erfüllen Versprechen, die ihre Vorfahren vor drei bis vier Jahrhunderten gemacht haben – als Dank für die Verschonung vor Pest, Viehseuchen oder Krieg. Damit wirken Notlagen aus dem 17. und 18. Jahrhundert bis heute liturgisch fort. Pfarrer und Bürgermeister von Inchenhofen heben das in Predigten und Ansprachen regelmäßig hervor: »Tradition wird hier gelebt.«
2024 etwa zelebrierte der Augsburger Altbischof Viktor Josef Dammertz das Pontifikalamt; der Kirchenchor und das Orchester der Pfarrei führten Mozarts Missa brevis in C-Dur auf.
Die Wallfahrtskirche St. Leonhard zählt zu den bedeutendsten spätgotisch-barocken Sakralbauten Bayerisch-Schwabens. Ihre lange Wallfahrtsgeschichte spiegelt sich in den zahllosen Votivtafeln, eisernen Ketten und Opfergaben wider, die im Inneren erhalten sind. Auch im Bistum Augsburg gilt die Kirche als einer der zentralen Wallfahrtsorte – ein Besuch lohnt sich auch außerhalb der Pfingstwallfahrt.
Die Pfarreiengemeinschaft Inchenhofen bestätigt für Pfingstmontag, den 25. Mai 2026, erneut den feierlichen Vollzug der Leonhardi-Pfingstwallfahrt in Inchenhofen. Wie in den Vorjahren werden ab Vormittag Wallfahrtsgruppen aus über 30 Pfarreien des Bistums Augsburg und der Region erwartet.
Den liturgischen Höhepunkt bildet das Bruderschaftsamt um 13:30 Uhr in der Wallfahrtskirche St. Leonhard, das traditionell mit feierlichem Orchester und Chorgesang gestaltet wird. Eine Festprozession durch den Markt schließt sich am Nachmittag an. Die Wirtshäuser von Inchenhofen sind ganztägig auf den Andrang der Pilger eingestellt; die regionale Tagespresse berichtet jedes Jahr ausführlich vom Fest.
Vorbereitungstreffen und Detailinformationen über das Pfarramt St. Leonhard Inchenhofen (Tel. +49 8257 1220).
Auto: A8 München–Stuttgart bis Ausfahrt Dasing, dann B300 und Landstraße nach Inchenhofen. Pfingstmontags eingeschränkt: kein Durchgangsverkehr im Marktkern, Parkmöglichkeiten am Ortsrand.
Bahn / Bus: Bahnhof Aichach oder Augsburg, dann mit den ausgewiesenen Sonderbussen oder Pfarrei-Bussen.
Anmeldung von Wallfahrtsgruppen: über das Pfarramt St. Leonhard Inchenhofen, Tel. +49 8257 1220.
Frei. Es wird im Sinne der Wallfahrt um eine Kollekte gebeten.
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Wallfahrtskirche St. Leonhard
Marktplatz, 86570 Inchenhofen