Pierre-Laurent Aimard spielt BACHKURTÁG im UNESCO-Welterbe-Kirchensaal der Brüdergemeine — 8. September 2026
Das Lausitz Festival ist eines der ambitioniertesten Kulturprojekte Ostdeutschlands. Seit 2020 verbindet es klassische Musik, Theater, Tanz, Performance und Bildende Kunst an Spielorten in der Ober- und Niederlausitz — von Cottbus über Görlitz, Weißwasser, Forst, Zittau bis nach Herrnhut und Domsdorf. Das Festival ist Teil des Strukturwandels in der Lausitz nach dem Ausstieg aus der Braunkohle und will mit hochkarätigen internationalen Künstlern die Region als Kulturraum positionieren. Vom 25. August bis 13. September 2026 läuft die siebte Ausgabe mit über 20 Veranstaltungen an elf Spielorten.
Am Dienstag, dem 8. September 2026 um 19:30 Uhr gastiert der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard im Kirchensaal der Evangelischen Brüdergemeine Herrnhut. Aimard, geboren 1957 in Lyon und langjähriger Solist des Ensemble Intercontemporain unter Pierre Boulez, gilt als einer der weltbesten Interpreten der zeitgenössischen Klaviermusik. Sein Programm BACHKURTÁG bringt zwei Welten zusammen: Die kürzeste Miniatur-Kunst des ungarischen Komponisten György Kurtág (geboren 1926, im Februar 2026 hundertjährig) und die kontrapunktischen Höhepunkte Johann Sebastian Bachs aus dem Wohltemperierten Klavier und der Kunst der Fuge. 33 Stücke verflochten zu einem zweistündigen Recital — ein seltener Anlass, die Verwandtschaften und Reibungen zwischen den durch zweieinhalb Jahrhunderte getrennten Komponisten zu erleben.
Der Kirchensaal der Evangelischen Brüdergemeine ist ein architektonisches und akustisches Juwel. Gebaut 1756/57 unter der Leitung von Christian David, dem Schreiner und Architekten der Herrnhuter Frühzeit, ist er das Herz der Siedlung Herrnhut. Schlicht, weiß getüncht, mit hohen Fenstern und einem flachen Tonnengewölbe — alles entspricht dem nüchternen, gemeinschaftsorientierten Geist der Mährischen Brüder. Im Juli 2024 wurde Herrnhut als Teil der seriellen Welterbestätte «Mährische Kirchensiedlungen» (zusammen mit Christiansfeld in Dänemark, Bethlehem in Pennsylvania und Gracehill in Nordirland) auf die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Herrnhut wurde 1722 gegründet, als Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf böhmischen und mährischen Glaubensflüchtlingen auf seinem Gut Berthelsdorf eine Heimat anbot. Am 13. August 1727 — dem Datum der Wiedergeburt der Brüder-Unität — wurde die Gemeinschaft offiziell konstituiert. Von Herrnhut aus ging eine der ersten weltweiten Missionsbewegungen der protestantischen Welt aus: Über 30 «Ortsgemeinden» nach dem Vorbild Herrnhuts entstanden in Europa, Nordamerika, der Karibik, Afrika und Asien. Heute ist die Brüdergemeine eine internationale Glaubensgemeinschaft mit Hauptsitz in Herrnhut. Berühmt sind auch die Herrnhuter Sterne — Weihnachtssterne aus Papier, die seit dem 19. Jahrhundert in Herrnhut hergestellt werden und weltweit verkauft werden.
Herrnhut liegt im Landkreis Görlitz im äußersten Osten des Bundeslandes Sachsen, in der Oberlausitz, unweit der Grenze zu Polen und Tschechien. Mit rund 5 800 Einwohnerinnen und Einwohnern ist die Stadt klein — doch ihre kulturelle und religionsgeschichtliche Bedeutung ist riesig. Das Lausitz Festival in Herrnhut ist eines der wenigen Gelegenheiten, internationale Klassikgrößen wie Pierre-Laurent Aimard, das Tenebrae Choir und das Basel Chamber Orchestra in diesem stillen Welterbeort zu hören.
Pierre-Laurent Aimard — französischer Pianist, langjähriger Solist des Ensemble Intercontemporain, einer der bedeutendsten Interpreten der Klaviermusik des 20. und 21. Jahrhunderts — gastiert am 8. September 2026 im Kirchensaal der Brüdergemeine Herrnhut. Sein Programm verbindet die Miniaturen Kurtágs (zu dessen 100. Geburtstag im Februar 2026) mit Bach-Auszügen aus dem Wohltemperierten Klavier und der Kunst der Fuge.
Das Konzert ist eines der Highlights des Lausitz Festivals 2026 und nutzt die einzigartige Akustik des klassizistischen Kirchensaals (1756/57, seit 2024 UNESCO-Welterbe). Es gehört zur Konzertreihe «Klavierabende im Welterbe», die das Festival 2026 erstmals an drei Spielorten in der Oberlausitz veranstaltet.
Pierre-Laurent Aimard, Klavier
Aimard spielt insgesamt 33 Stücke, in denen sich Miniaturen von György Kurtág (Auswahl aus den Játékok — «Spiele» — und anderen Kurzwerken aus über 60 Schaffensjahren) mit Sätzen aus dem Œuvre Johann Sebastian Bachs verflechten:
Konzeptuell verschränkt: Bach und Kurtág werden nicht blockweise, sondern unmittelbar nebeneinander gespielt — ein einzelner Choralvorspiel Bachs wechselt direkt in eine «Hommage à Bartók» Kurtágs, und umgekehrt. Aimard hat dieses Programm in den letzten Jahren weltweit aufgeführt, unter anderem im Wiener Konzerthaus, in der Pariser Philharmonie und am Beethoven-Haus Bonn.
Ca. 90 — 120 Minuten ohne Pause. Beginn 19:30 Uhr, Ende etwa 21:30 Uhr.
Einheitsticket 32,40 € (inkl. VVK-Gebühren). Online erhältlich über lausitz-festival.eu und Reservix. Vor Ort an der Tageskasse je nach Verfügbarkeit.
Dienstag, 8. September 2026, 19:30 — 21:30 Uhr.
Kirchensaal der Evangelischen Brüdergemeine Herrnhut, Zinzendorfplatz 1, 02747 Herrnhut (Landkreis Görlitz, Sachsen).
Eintrittskarte 32,40 € (über Reservix und lausitz-festival.eu).
Mit der Bahn nach Löbau oder Herrnhut (Trilex Linie TLX 4 von Dresden über Bautzen), von dort Bus oder Taxi. Mit dem Auto über die A 4 Dresden – Görlitz, Ausfahrt Löbau, dann S 137 nach Herrnhut. Parkplätze am Zinzendorfplatz und auf dem Festplatz.
Lausitz Festival gGmbH, Görlitz. Künstlerische Leitung Daniel Kühnel. [email protected].
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Kirchensaal der Evangelischen Brüdergemeine Herrnhut
Zinzendorfplatz 1, 02747 Herrnhut