Wiederauflage des historischen Holzgerichts von 1734 am Königstuhl Kroge-Ehrendorf, jährlich am 1. Sonntag im August
Die Hölting ist ein historisches Holzgericht, das im Oldenburger Münsterland seit dem Mittelalter über die Nutzung der gemeinschaftlichen Wälder, Holzrechte, Weidegerechtigkeiten und Streitfragen der Markgenossen entschied. Im Ortsteil Kroge-Ehrendorf der Stadt Lohne (Oldenburg) ist eine solche Hölting für das Jahr 1734 dokumentiert. Seit 1994 lässt der Heimatverein Kroge-Ehrendorf dieses historische Holzgericht alljährlich am Königstuhl wiederaufleben — als lebendige Brauchtumsveranstaltung, die Geschichte erlebbar macht.
Der Königstuhl, ein historischer Versammlungsort für die Markgenossen, dient bis heute als Schauplatz der Hölting. Mit Heimattracht, mündlicher Rechtsprechung und ritualisierten Wortwechseln stellen Mitglieder des Heimatvereins den Ablauf eines historischen Holzgerichts nach. Schöffen, Holzgreven und Markgenossen beraten über fiktive und reale Streitfragen rund um Holz, Wald und Weide.
Die Hölting ist mehr als reines Schauspiel : Im Anschluss an die Versammlung wird der Tag zu einem Heimatfest mit plattdeutscher Musik, Blaskapelle, regionalen Speisen und Getränken. Erwachsene und Kinder erfahren auf anschauliche Weise, wie früher in den Bauerschaften gemeinsame Entscheidungen getroffen wurden und welche Bedeutung Wald und Holz für die Lebensgrundlage der Vorfahren hatten.
Für Kroge-Ehrendorf ist die Hölting ein zentrales Element der Ortsidentität. Sie verbindet Brauchtumspflege, Geschichtsbewusstsein und gemeinschaftliches Erleben. Der Heimatverein leistet damit nicht nur Erinnerungsarbeit, sondern stärkt zugleich das Zusammenleben in der Bauerschaft.
Die Hölting steht allen Interessierten offen. Eintritt wird nicht erhoben, Spenden zugunsten des Heimatvereins sind willkommen. Gäste aus der gesamten Region Oldenburger Münsterland und darüber hinaus erleben einen historischen Brauch, der so nur an wenigen Orten Niedersachsens gepflegt wird.
Die Ausgabe 2026 der Hölting Kroge-Ehrendorf folgt dem bewährten Ablauf des historischen Holzgerichts in Wiederaufführung. Schauplatz ist erneut der Königstuhl, der historisch dokumentierte Versammlungsort der Markgenossen. Die Verlesung der historischen Quellen, die symbolische Versammlungsöffnung und die Verhandlung typischer Holzfragen bilden den dramaturgischen Kern.
Im Anschluss verwandelt sich der Königstuhl in eine Festwiese mit Bewirtung. Plattdeutsche Lieder, Blasmusik und regionale Speisen schaffen die Atmosphäre eines traditionellen Heimatfestes im Oldenburger Münsterland.
Das genaue Programm 2026 wird vom Heimatverein im Sommer publiziert. Die Struktur folgt den bewährten Eckpunkten der Vorjahre :
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