Traditioneller Herbst-Heckenausschank im fränkischen Weinland
Die Heckenwirtschaft – auch Häckerwirtschaft oder Besenwirtschaft genannt – ist eine fränkische Institution. Auf Grundlage eines alten Privilegs dürfen Winzer ihre eigenen Weine zeitlich begrenzt direkt auf dem Hof oder im Wohnzimmer ausschenken, ohne Gaststättenkonzession. Tradition aus dem 9. Jahrhundert, schriftlich verbürgt durch Karl den Großen. Erkennungszeichen ist der Reisigbesen oder ein Heckenstrauß vor der Tür: Hängt er aus, ist offen.
Die Heckenwirtschaft Will gehört zu den festen Adressen am fränkischen Weinland zwischen Würzburg und Volkach. Die Familie Will bewirtschaftet Weinlagen in Güntersleben und keltert in eigener Manier: Hier dominiert der Güntersleber Silvaner (oft als „Gü-Silvaner“ vermarktet), klassisch trocken, mineralisch, ungespritzt. Daneben gibt es Müller-Thurgau, Bacchus, gelegentlich Spätburgunder. Im Ausschank kommen die Weine in der typischen 0,25-Liter-Schoppen-Karaffe.
Die Karte ist klassisch fränkisch und kurz. Hausmacher Bratwürscht mit Kraut, Soße und Brot, gebackener Camembert mit Toast und Preiselbeeren, Häckerplatten (Hausmacher Wurst und angemachter Käse), Vesperbrote mit Schinken und Käse. Keine Karte mit zwanzig Gerichten, kein Service-Schnickschnack – fränkische Hofküche, wie sie ist.
Die Heckenwirtschaft Will öffnet jährlich in mehreren Phasen (Frühjahr, Sommer und Herbst). Die Herbstauflage – meist die zweite Augusthälfte und die Zeit kurz vor der Lese – ist eine der beliebtesten: Die Weingärten sind voll, die Trauben hängen am Stock, und die Atmosphäre ist familiär. Lange Holzbänke, geschwätzige Stammgäste, Wanderer auf dem Mainwanderweg, Radler vom Mainradweg – alle finden sich hier ein.
Güntersleben liegt im Landkreis Würzburg, etwa 12 Kilometer nördlich der Stadt am Hang über dem Main. Das Dorf gehört zur Großlage „Fränkisches Weinland“ und ist mit seinen Weinbergen, dem Würzburger Stadtwald und der nahen Mainschleife ein klassisches Ausflugsziel. Wer einmal in einer Heckenwirtschaft gesessen hat, versteht, warum Franken nicht nur Bier, sondern auch eines der traditionsreichsten Weinländer Deutschlands ist.
Die Heckenwirtschaft Will öffnet 2026 zum Herbstausschank von Donnerstag, 14. August bis Sonntag, 30. August. Diese „Heckenwirtschaftsphase“ ist traditionell die Phase kurz vor der Weinlese im September.
Keine Tischreservierung möglich. Frühzeitiges Erscheinen empfohlen, besonders am Wochenende.
Die hauseigenen Weine der Familie Will: Gü-Silvaner (trocken), Müller-Thurgau, Bacchus, Spätburgunder, Roséwein, dazu Sekt aus eigener Produktion und Traubensaft für Nicht-Weintrinker.
Eine Heckenwirtschaft hat kein klassisches Programm – sie ist ein Hofausschank mit fester Karte:
Eine zweite Wanderveranstaltung „Weinbergswanderung“ findet am 21. Juni 2026 ab 11:00 Uhr durch den Weinbauverein Güntersleben statt – separates Format, nicht Teil des Herbstausschanks.
Eintritt frei. Weinschoppen 0,25 l ab ca. 4 €, Speisen 6–12 € (Bratwürscht-Teller ca. 8 €, Häckerplatte ca. 10 €). Barzahlung, keine Kartenzahlung. Kein Mindestverzehr.
Mit dem Auto über die A7 (Ausfahrt Estenfeld), dann etwa 10 Minuten bis Güntersleben. Mit der Bahn bis Würzburg Hauptbahnhof, dann Bus Linie 60 Richtung Veitshöchheim/Thüngersheim. Parkplätze in der Thüngersheimer Straße begrenzt – mit dem Rad über den Mainradweg ist die schönste Anreise.
Keine Tischreservierung möglich – wer kommt, sitzt; wer keinen Platz findet, wartet oder kommt am nächsten Tag wieder. Das gehört zum Charme der Heckenwirtschaft.
Eintritt frei. Schoppen Wein ab 4 €, Bratwürscht-Teller um 8 €, Häckerplatte um 10 €. Barzahlung, keine Karte.
An sonnigen Wochenenden sehr voll – wer Ruhe sucht, kommt unter der Woche oder spät am Abend.
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Heckenwirtschaft Will
Thüngersheimer Straße 96, 97261 Güntersleben