Wendisch-sorbischer Erntebrauch im Spreewald-Dorf Drehnow
Das Hahnrupfen — auf Sorbisch „Kokot łapanje“ oder „Kokota chwytanje“ — ist einer der ältesten überlieferten Erntebräuche der Wenden und Sorben in der Niederlausitz. Es markiert traditionell den Abschluss der Ernte und wird in einer Reihe niederlausitzer Dörfer jeweils im September gefeiert. Drehnow (sorbisch: Drjenow), ein kleines Dorf im Amt Peitz im Landkreis Spree-Neiße, ist einer der Orte, an denen die Tradition besonders lebendig gehalten wird.
Die Reiterinnen und Reiter, in traditionelle Tracht gekleidet und auf geschmückten Pferden, versuchen im Galopp einen aufgehängten Strohhahn — der den lebenden Hahn früherer Jahrhunderte symbolisch ersetzt — zu erreichen und „abzurupfen“. Wer es schafft, wird zum Erntekönig oder zur Erntekönigin gekrönt. Begleitet wird das Geschehen von Festzug, Blaskapelle und einem traditionellen Tanzfest mit sorbischen Liedern.
Die Sorbinnen und Sorben (im niederlausitzer Sprachgebrauch oft „Wenden“ genannt) sind ein westslawisches Volk, das seit über 1 000 Jahren in Brandenburg und Sachsen lebt. Sie sind als nationale Minderheit anerkannt, ihre Sprache (Niedersorbisch) wird in einigen Gemeinden des Landkreises Spree-Neiße noch gesprochen. Bräuche wie das Hahnrupfen sind nicht Folklore, sondern lebende Tradition — getragen von Vereinen, Schulen und Familien.
Drehnow gehört zur Gemeinde Drehnow im Amt Peitz und liegt zwischen Cottbus und Forst (Lausitz). Die Region ist Teil des sorbisch-deutschen Siedlungsgebiets — ortsamtliche Ortsnamen sind hier zweisprachig. Das Hahnrupfen ist ein guter Anlass, sich der niederlausitzer Identität anzunähern, die in größeren Städten wie Cottbus zwar präsent ist, in den kleinen Dörfern aber ihren ursprünglichsten Charakter hat.
Das Hahnrupfen findet auf dem Turnierplatz in Drehnow statt. Tradition und Festkultur werden lebendig gehalten: Reitwettkämpfe, Festzug, Blaskapelle, Erntekönig-Krönung und ein abendliches Tanzfest mit sorbischen Liedern.
Eintritt frei. Anreise zu Fuß durch das Dorf empfohlen — der Festplatz ist gut ausgeschildert.
Hintergrund und Datumsbestätigung: maerkischer-bote.de · Gemeinde: peitz.de/gemeinde/drehnow.
Drehnow im Amt Peitz, Landkreis Spree-Neiße. Per Auto über die A15 (Abfahrt Cottbus-Süd / Peitz) ab Berlin in ca. 1 Stunde 45 Minuten erreichbar. Bahnverbindungen über Cottbus, dann Bus.
Eintritt frei.
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