Reiterspiel und Brauchtumsfest der Borner Fastnacht
Wer im Februar nach Born a.Darß kommt, kann eines der außergewöhnlichsten Brauchtumsfeste Norddeutschlands erleben: das Fastnachtstonnenabschlagen. Der Brauch geht auf alte Reiterspiele zurück, bei denen junge Männer mit dem Pferd unter einer aufgehängten Tonne hindurchritten und mit einer Lanze oder einem Knüppel auf sie einschlugen – wer die Tonne als letzter zerschlug, wurde zum »König« gekrönt. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich dieser Brauch über Jahrhunderte gehalten und ist in mehreren Inseldörfern bis heute lebendig. Born a.Darß gehört zu den traditionsreichsten Austragungsorten.
Der Festtag beginnt um 11 Uhr morgens mit dem Aufstellen auf der Festwiese. Reiterinnen und Reiter in oft aufwendigen Kostümen – manche aus dem vorangegangenen Maskenball zwei Wochen früher – treffen ein und werden für den Umzug formiert. Gegen 11:30 Uhr startet der Festumzug durch das geschmückte Dorf, begleitet von Musik und einer wachsenden Zuschauermenge entlang der Hauptstraße. Gegen 14 Uhr beginnt auf der Festwiese das eigentliche Tonnenabschlagen: Reiter nach Reiter wagt sich an die speziell präparierte Tonne, ein Schlag pro Durchgang, bis die Tonne entkernt wird. Wer den letzten Schlag setzt, ist Tonnenkönig.
Im Unterschied zu Sommerveranstaltungen, bei denen das Tonnenabschlagen oft nur Mitgliedern der lokalen Tonnenvereine vorbehalten ist, ist die Borner Fastnacht offen für alle – auch Gäste können in Kostüm und mit eigener Anmeldung teilnehmen. Aus Rücksicht auf die Witterung darf ein Winter-Match maximal 20 Minuten dauern. Seit 2013 gibt es zusätzlich das Tonnenabschlagen zu Fuß, in dem nicht-reitende Teilnehmer ein eigenes Format haben, und ein Kinder-Tonnenabschlagen, das die Tradition an die nächste Generation weitergibt. Kostümprämierungen für die kreativsten Verkleidungen gehören seit jeher zum Festtag.
Nach dem Tag auf der Festwiese geht das Programm am Abend in den Fastnachtstonnenball über – wieder im BornAqua, wieder mit Musik und Tanz, wieder mit den Kostümen aus dem Reiterumzug, oft bis in die frühen Morgenstunden. Damit ist der Borner Fastnachtszyklus geschlossen: Maskenball am ersten Februarwochenende, Tonnenabschlagen und Tonnenball am dritten Februarsamstag.
Das Borner Tonnenabschlagen gehört zu den lebendigsten Brauchtumsveranstaltungen der deutschen Ostseeküste. Wer norddeutsche Kultur jenseits der Sommertourismus-Klischees erleben will, findet hier ein ehrliches, von der Dorfgemeinschaft getragenes Format mit echtem Reitspektakel, Musik, Bewirtung und Familienanteilen. Verbinden lässt sich der Besuch mit einem Winterspaziergang im Darßwald, einer Wanderung zu den Salzwiesen oder einer Bootsfahrt-Pause am Saaler Bodden – sofern das Wetter mitspielt.
Der dritte Februarsamstag 2026 fällt auf den 21. Februar – traditionelles Datum für das Borner Tonnenabschlagen. Die Kurverwaltung Born setzt das über Generationen eingespielte Format unverändert fort: Aufstellung auf der Festwiese am Vormittag, Reiterumzug durch das Dorf mit Musik und Kostümen, Tonnenabschlagen am Nachmittag, Kostümprämierung und abends Fastnachtstonnenball.
Der Festtag ist eine der wichtigsten Brauchtumsveranstaltungen der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und zieht Zuschauer aus dem ganzen Landkreis Vorpommern-Rügen und darüber hinaus an.
Aktuelle Informationen und Anmeldung zur Teilnahme über die Kurverwaltung Born und über fischland-darss-zingst.net.
Zuschauen beim Umzug und Tonnenabschlagen: frei. Bewirtung an den Heißgetränkestellen und Imbissständen zu üblichen Preisen. Karten für den Fastnachtstonnenball am Abend werden separat über die Kurverwaltung Born verkauft.
Auto: B105 nach Ribnitz-Damgarten, dann über Wieck nach Born a.Darß. Im Winter Schneeketten griffbereit halten. Vom Dorfzentrum ist die Festwiese ausgeschildert.
Zuschauen beim Umzug und Tonnenabschlagen: frei. Heißgetränkestände und Imbiss zu üblichen Preisen. Für den abendlichen Fastnachtstonnenball werden Karten bei der Kurverwaltung verkauft.
Wer mitreiten oder zu Fuß mittonnen will: rechtzeitige Anmeldung bei der Kurverwaltung Born. Kostüm Pflicht. Pferd muss versammlungstauglich sein.
Warme, wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk, ggf. Decke. Beste Sicht auf den Umzug entlang der Hauptstraße, am Tonnenabschlagen-Stand idealerweise mit einigem Abstand wegen der Schwungbewegungen.
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