175. Auflage des UNESCO-anerkannten Pfingstbrauchs im Bayerischen Wald
Das Englmarisuchen geht zurück auf die Legende des seligen Engelmar, eines Einsiedlers, der im 11. Jahrhundert am Hang des heutigen Kapellenbergs lebte und von seinem Gefährten aus Eifersucht erschlagen wurde. Ein reisender Priester namens Ruodbertus soll seinen Leichnam zu Pfingsten gefunden haben. 1131 wurde an seinem Grab eine Steinkirche errichtet, 1188 erfolgte die Heiligsprechung nach einer alten Handschrift. Aus diesem Fund-Mythos hat sich über Generationen ein einzigartiges Pfingstspiel entwickelt.
Erste dokumentarische Belege für das Englmarisuchen reichen bis ins Jahr 1850 zurück. Seit 1906 findet das Spektakel jedes Jahr am Pfingstmontag im selben festen Ablauf statt – 2026 zum 175. Mal. Veranstalter ist die Förderervereinigung Sankt Englmar in enger Zusammenarbeit mit der katholischen Pfarrei, dem Heimat- und Volkstrachtenverein und der Gemeinde.
2020 wurde das Englmarisuchen in das Bayerische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen, 2023 folgte die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Damit gehört der Pfingstbrauch zu den großen drei Pfingstfesten Niederbayerns – neben der Bogenberg-Wallfahrt und dem Kötztinger Pfingstritt.
In einem farbenprächtigen historischen Festzug ziehen Hunderte Reiter, Trachtenträger und Pfingstlgestalten von der Pfarrkirche hinauf zum Kapellenberg. Dort wird die hölzerne Figur des seligen Engelmar symbolisch geborgen, gefolgt von einer Feldmesse. Anschließend bringt ein Ochsenkarren die Skulptur in feierlicher Prozession zurück zur Pfarrkirche, wo das Hochamt mit Te Deum den geistlichen Höhepunkt setzt.
Sankt Englmar liegt im Landkreis Straubing-Bogen auf 800 Metern Höhe inmitten des Bayerischen Walds. Mit rund 1.500 Einwohnern ist das Dorf ein klassischer Erholungsort – im Sommer für Wanderer, im Winter als Skigebiet. Die Pfingsttage sind die wichtigste Zeit des Jahres: Häuser werden mit Birkenzweigen und Fahnen geschmückt, Hunderte Besucher reisen an.
Die 175. Auflage des UNESCO-anerkannten Pfingstbrauchs verspricht ein besonderes Festjahr: Die Gemeinde rechnet mit deutlich mehr Besuchern als gewöhnlich, das Haus- und Straßenschmücken mit Birkenzweigen und Fahnen wird in vielen Familien bereits Wochen vorher vorbereitet.
Wie jedes Jahr beginnt das Festwochenende am Pfingstfreitag mit dem traditionellen Englmari-Singen am Steinernen Engelmar. Das Hauptspektakel fällt auf den Pfingstmontag: Standkonzert der Pfingstltuscher am Kirchplatz, historischer Festzug mit Reitern und Trachtenträgern, symbolische Wiederauffindung der Engelmar-Figur am Kapellenberg, Bergmesse, Viehsegnung und feierliche Rückprozession zum Pfarrhof mit abschließendem Te Deum.
Sankt Englmar liegt rund 30 km nordöstlich von Straubing im Landkreis Straubing-Bogen. Anreise über die A3 (Ausfahrt Straubing), B20 oder B533. Mit der Bahn bis Straubing oder Bogen, weiter mit Bus. Am Pfingstmontag bietet die Gemeinde Sonderparkplätze und Shuttle-Busse.
Frei. Spenden für die Förderervereinigung erwünscht.
Spätestens um 8:00 Uhr am Kirchplatz, um das Standkonzert und die Aufstellung der Prozession zu erleben.
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Kapellenberg und Pfarrkirche Sankt Englmar
Rathausstraße 6, 94379 Sankt Englmar