Gildefest einer der ältesten Schützengilden Schleswig-Holsteins — seit 1655
Die Vogelgilde Bergenhusen wurde 1655 gegründet — also 370 Jahre vor 2026 — und gehört zu den ältesten dokumentierten Schützengilden in Schleswig-Holstein. Mit aktuell 36 aktiven Mitgliedern ist sie zwar überschaubar, aber ihre Tradition wird im Jahresrhythmus gepflegt. Geführt wird die Gilde vom Ältermann Hans Christian Langner; Sitz der Gilde ist Redder 4 in Bergenhusen.
Das Gildefest folgt einem über die Jahrhunderte gewachsenen Ablauf, der präzise eingehalten wird:
Das Fest beginnt am Freitagabend mit dem feierlichen Abholen des Dreigestirns: alter König, Hauptmann und Fähnrich der Vorjahres-Gilde werden in ihren Häusern abgeholt. Diese Männer (oder in moderner Zeit auch Frauen) sind die Würdenträger, die das Fest eröffnen.
Am Samstagvormittag formiert sich der Festumzug. Voran zieht die Feuerwehr-Kapelle Bergenhusen, dahinter die Gildemitglieder in traditionellem Outfit. Der Zug bewegt sich vom Versammlungsort durch das Dorf zum Schießplatz am Dorfrand.
Auf dem Schießplatz beginnt das eigentliche Königsschießen: An einer hohen Stange ist ein Holzvogel befestigt — die Schützen schießen mit dem Karabiner Kaliber 22 LR auf den Vogel, bis dieser vollständig zerschossen ist. Der letzte Schütze, der den Vogel komplett heruntergeholt hat, ist der neue König der Vogelgilde Bergenhusen.
Parallel oder direkt anschließend tritt die Damen-Gruppe der Gilde an: Hier wird mit Luftpistolen auf eine eigene Zielscheibe geschossen — die eigene Damen-Königin wird so ermittelt.
Den Höhepunkt bildet der Gildeball in der Bergenhusener Dorfgaststätte: gemeinsames Essen, Proklamation des neuen Königs und der neuen Damen-Königin, Krönungs-Zeremonie, Tanz und Geselligkeit bis tief in die Nacht.
Vogelgilden — auch Schützengilden genannt — sind in Schleswig-Holstein eine alte Tradition. In zahlreichen Dörfern existieren ähnliche Gilden, viele mit Gründungsdaten aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Sie verbinden gesellige Funktion (Dorfgemeinschaft, jährliches Fest) mit sportlicher Disziplin (Schießen) und symbolischer Hierarchie (König, Hauptmann, Fähnrich). Im Bergenhusen — einer Gemeinde mit rund 700 Einwohnern im Kreis Schleswig-Flensburg — ist die Vogelgilde eine zentrale Identifikationsfigur.
Bergenhusen liegt in der Region Stapelholm zwischen Eider und Treene im Kreis Schleswig-Flensburg. Bekannt ist das Dorf vor allem als Storchendorf: Mehrere Storchenpaare nisten jedes Jahr auf den Dächern der Bauernhöfe — eine der höchsten Storchendichten Schleswig-Holsteins. Im Sommer ziehen die Jungstörche aus, im Winter zeigt sich das ruhige Dorfleben — und im Juni das traditionelle Gildefest.
Wie in jedem Jahr folgt das Fest dem über Generationen gewachsenen Ablauf. Die Gemeinde-Website bestätigt im Wochenprogramm 10.–14. Juni die Vorbereitungen sowie den Umzug am 13. Juni. Wer am Festumzug zuschauen möchte, kann sich am Vormittag entlang des Umzugsweges aufstellen.
Aktuelle Termine und Wegbeschreibung auf bergenhusen.de/termine.
Mit dem Auto über die B5 oder B202 in den Norden Schleswig-Holsteins, von Friedrichstadt rund 25 Minuten. Mit der Bahn bis Schleswig oder Husum, von dort Bus.
Festumzug öffentlich zugänglich, Königsschießen am Schießplatz öffentlich (auf Distanz). Gildeball am Samstagabend nur für Mitglieder und Gäste mit Einladung.
Vogelgilde Bergenhusen, Ältermann Hans Christian Langner, Redder 4, 24861 Bergenhusen. Detail-Programm auf bergenhusen.de/gewerbe-vereine/vereine/vogelgilde.
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Bergenhusen — Schießplatz und Dorfgaststätte
Redder 4, 24861 Bergenhusen