Traditioneller Sankt-Martins-Laternenzug durch die Koblenzer Altstadt
Der Sankt-Martins-Laternenzug ist eine der bedeutendsten Familientraditionen im katholisch geprägten Rheinland und in vielen Stadtteilen Koblenz fester Bestandteil des Jahreskalenders. Im Mittelpunkt steht der heilige Martin von Tours (316–397), der bei Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte und damit zum Symbol des Teilens und der Nächstenliebe wurde.
Im Vorfeld des Martinszugs basteln Kinder in Kindergärten, Grundschulen und zu Hause ihre eigenen Laternen. Mit Holzstäben, Buntpapier, Klebstoff und einer Kerze (oder LED-Lichtchen) entstehen Sonnen, Monde, Sterne, Tiere und phantasievolle Eigenkreationen. Diese Laternen werden am Abend des Martinstags durch die Straßen getragen und schaffen eine zauberhafte Lichtatmosphäre, die zur dunkler werdenden Herbstzeit passt.
Den Zug führt traditionell ein Reiter in römischer Soldatenuniform an, der den heiligen Martin darstellt. Die Pfarrgemeinden oder Stadtteilvereine engagieren dafür meist einen Reiter, der mit Pferd, Helm, rotem Umhang und Schwert die historische Figur darstellt. Begleitet wird er von einer Musikkapelle, die die klassischen Martinslieder spielt: Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, Ich geh mit meiner Laterne und Laterne, Sonne, Mond und Sterne.
Der Martinszug durch die Koblenzer Altstadt nutzt die historische Kulisse mit ihren engen Gassen, der Liebfrauenkirche, dem Florinsmarkt, dem Plan und dem Jesuitenplatz. Die Stimmung – Kinder mit Laternen, das schwache Licht in den Gassen, die Musik – ist unvergleichlich und für viele Familien das emotionale Herbsthighlight des Jahres.
Am Zielort wird traditionell ein Martinsfeuer entzündet. Es ist Symbol für das geteilte Licht und für die Wärme, die Martin dem Bettler schenkte. Anschließend erhalten die Kinder den traditionellen Weckmann (auch Stutenkerl, Hefekerl oder Martinsmann), ein süßes Hefegebäck mit Tonpfeife – ein Brauch, der ebenfalls auf die Martinslegende zurückgeht.
Neben dem Altstadt-Zug am 7. November veranstalten viele Koblenzer Stadtteile eigene Martinszüge, oft an unterschiedlichen Tagen, sodass interessierte Familien mehrere Züge besuchen können. Der Stadtteil Horchheim etwa hat seinen eigenen Martinszug am 10. November 2026.
Der Martinszug 2026 findet am Samstag, 7. November statt. Die genaue Uhrzeit, der Startpunkt und die Route durch die Altstadt werden von den veranstaltenden Pfarrgemeinden im Vorfeld auf den Pfarrbriefen, visit-koblenz.de und der örtlichen Tagespresse publiziert. Die Struktur folgt der traditionellen Martinszug-Liturgie.
Erwarteter Ablauf 7. November 2026 (nach Vorjahresstruktur):
Aktuelle Detailinformationen über die Pfarrgemeinden und visit-koblenz.de.
Veranstaltungsort: Altstadt Koblenz, 56068 Koblenz; Startpunkt wird vom Veranstalter im Vorfeld bekannt gegeben.
Anreise: Vom Hauptbahnhof zu Fuß rund 15–20 Minuten oder mit den Stadtbus-Linien 1 und 10. Pkw über die B9; Parkhäuser Forum Mittelrhein, Görresstraße und Schloss.
Beginn: Samstag, 7. November 2026; Uhrzeit wird vom Veranstalter im Vorfeld kommuniziert.
Eintritt: Frei. Weckmänner und Verpflegung am Zielort gegen kleinen Obolus.
Hinweise: Warme Kleidung empfohlen; Laterne mitbringen.
Kontakt: Pfarrgemeinden Liebfrauen und Florin; Informationen über visit-koblenz.de und die Pfarrbriefe.
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