Traditionelle Sommersonnenwende-Feuer in den Ortsteilen von Geroldsgrün
Das Sonnwendfeuer (auch Sommersonnenwendfeuer oder Johannisfeuer) zählt zu den ältesten europäischen Volksbrauchtümern. Ursprünglich heidnischen Ursprungs — als Feuerritual zur Sommersonnenwende, bei dem die Sonne in ihrer höchsten Stellung gefeiert wurde — wurde der Brauch von der katholischen Kirche im Mittelalter christianisiert und mit dem Johannistag (24. Juni) verbunden. So entstand das, was wir heute als gewachsenes deutsches Brauchtum kennen: ein abendliches Feuer in der Nähe der Sommersonnenwende, das Gemeinschaft, Glauben und Erntehoffnung verbindet.
Geroldsgrün liegt im nordfränkischen Frankenwald, an der Grenze zu Thüringen. Drei Ortsteile pflegen die Sonnwendfeuer-Tradition: Langenbach, Steinbach und Hirschberglein. Jeder Ortsteil hat seine eigene traditionelle Feuerstelle, meist an exponierter Lage über dem Tal — sodass das Feuer von Weitem sichtbar ist und mit den Feuern der umliegenden Gemeinden in Sichtkontakt steht.
Das Feuer wird in der Regel am Samstag vor oder nach dem 21. Juni (Sonnwendtag) entzündet. Die örtlichen Vereine bauen über mehrere Tage einen großen Holzstapel auf — manchmal mehrere Meter hoch, mit aufrecht stehenden Stämmen und sorgfältig geschichtetem Reisig. Bei Einbruch der Dunkelheit wird das Feuer entzündet, oft mit einer kurzen Ansprache des Ortsvorstehers oder Vereinsvorsitzenden. Daneben bewirten die Vereine — mit Bratwurst, Bier vom Fass, Limonade für Kinder, manchmal Kuchen. Eine Live-Band oder Musikkapelle sorgt für Stimmung.
Anders als kommerziell inszenierte Feuer-Events sind die Sonnwendfeuer in Geroldsgrün echtes Vereinsbrauchtum — getragen von Feuerwehren, Schützen, Sportvereinen und ortsteil-spezifischen Brauchtumsgruppen. Das gibt der Veranstaltung ihren authentischen Charakter: keine Eintrittsgelder, keine Bühnenshow, sondern ein gewachsenes Treffen der Dorfbewohner:innen und ihrer Gäste vor dem hochauflodernden Sommer-Feuer.
Geroldsgrün ist eine Marktgemeinde im Landkreis Hof in Oberfranken, im nordbayerischen Frankenwald. Die Gemeinde umfasst zahlreiche Ortsteile, die sich über das hügelige Waldgebiet zwischen Hof und der thüringischen Grenze verteilen. Tourismus und Forstwirtschaft prägen die Region. Das Sonnwendfeuer ist eines der wichtigsten Brauchtumstermine im Jahresreigen.
Die Edition 2026 setzt die langjährige Brauchtumstradition in den drei Ortsteilen fort. Die genauen Termine und Uhrzeiten werden von den jeweiligen Vereinen (Feuerwehren, Schützenvereine, Sportvereine, Dorfgemeinschaften) etwa 4–6 Wochen vor dem Termin auf den jeweiligen Vereinsseiten oder den Aushängen am Ortseingang bekannt gegeben.
Wer zum ersten Mal das Sonnwendfeuer im Frankenwald besucht: Wetterfeste Kleidung anziehen (Abendtemperaturen im Waldhochland können auch im Juni unter 10 Grad fallen), feste Schuhe (die Feuerstellen liegen oft auf Höhenrücken außerhalb der Ortsmitte), Taschenlampe (Rückweg im Dunkeln) und gegebenenfalls einen Stuhl oder eine Decke.
Geroldsgrün liegt im Landkreis Hof, im nordbayerischen Frankenwald. Mit dem Auto über die A9 (Berlin–Nürnberg, Ausfahrt Naila/Selbitz) und Landstraßen. Mit der Bahn bis Marxgrün oder Naila, dann Bus oder Taxi.
Eintritt frei. Bewirtung zu Vereinspreisen — Bratwurst, Bier, Limonade. Die Einnahmen fließen in die jeweiligen Vereinskassen.
Die Sonnwendfeuer finden gleichzeitig in den Ortsteilen Langenbach, Steinbach und Hirschberglein statt. Wer alle drei besuchen möchte, sollte sich auf eine Wanderung oder eine Fahrtour durch den Frankenwald einstellen.
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Ortsteile Langenbach, Steinbach und Hirschberglein
Marktplatz, 95179 Geroldsgrün