Das satirische Wasserfest auf der Donau am Schwörmontag — Ulms einzigartige Tradition seit dem 14. Jahrhundert
Der Schwörmontag ist der für Ulmer Bürger wichtigste Tag des Jahres — bedeutender als Heilig Abend, sagt man hier. Seit 1397 schwört der Bürgermeister auf dem Marktplatz öffentlich, „dem Reichen und dem Armen gleichermaßen ein gemeiner Mann zu sein" — eine fast 630 Jahre alte Bürgerverfassung. Termin: jedes Jahr der vorletzte Montag im Juli. 2026: Montag, 20. Juli 2026. Am Vormittag der Schwur, am Nachmittag dann das, was die Ulmer am meisten lieben: das Nabada.
„Nabada" ist Ulmer Schwäbisch und bedeutet wörtlich „hinunter baden". Das Ritual: Die Ulmer Vereine bauen thematische Boote — historische Holzplätten, geschmückte Flöße, dekorierte Lastkähne. Auf diesen Booten sind satirische Szenen aufgebaut: aktuelle politische Themen — von der Bundespolitik bis zum kommunalen Streit — werden mit Bauch, Witz und Salzwürzigkeit aufs Korn genommen. Vergleichbar mit den Karnevalswagen in Köln oder Düsseldorf, nur dass sie auf dem Wasser schwimmen.
Start: Friedrichsau, der Ulmer Stadtpark östlich des Zentrums. Ziel: das Donaufenster im Stadtzentrum. Dazwischen rund 7 Kilometer Donau, an deren Ufern Zehntausende Zuschauer das Schauspiel verfolgen. Die Boote treiben langsam dahin — die Donau führt im Juli typischerweise ruhig — und das Spektakel zieht sich über mehrere Stunden hin. Auf den Musikschiffen spielen Bands live, das Publikum gibt per Stimmzettel ihre Wertung ab — am Ende gewinnt das beste Musikschiff.
Neben den offiziellen Vereinsbooten gibt es Hunderte von „Wasserratten" — Privatleute, die selbstgebaute Floßgefährte aus Bierfässern, Holzlatten und LKW-Reifen bauen und die Donau eigenständig hinabtreiben. Die Atmosphäre auf dem Wasser ist legendär: Wassergaudi, gegenseitiges Anspritzen, Bier-Konsum auf hohem Niveau, Bewerbungen für „schönste Wasserratte des Jahres". Wer als Tourist mitmachen möchte, kann das tun — die Donau ist freigegeben.
Das Nabada ist mehr als ein Volksfest — es ist der Ausdruck der Ulmer Identität. Die Verbindung von Schwur (Treue zur Stadt) und Satire (Kritik an den Mächtigen) macht den Schwörmontag einzigartig. Anschließend verteilt sich das Fest in die Friedrichsau und über die Altstadt, mit Live-Musik in Kneipen und Plätzen bis tief in die Nacht. Wer das Donaufest in seiner pursten Form erleben möchte, sollte unbedingt am Schwörmontag in Ulm sein.
Der Schwörmontag ist Ulms wichtigster Feiertag. Am 20. Juli 2026 schwört der Bürgermeister vormittags auf dem Marktplatz, am Nachmittag treibt das Nabada die Donau hinunter, und am Abend feiert die Stadt in der Friedrichsau und der Altstadt.
Eintritt frei. Bewirtung auf dem Festgelände Friedrichsau und in den Kneipen der Altstadt zum üblichen Volksfest-Niveau.
Mit der Bahn: Hauptbahnhof Ulm — ICE-Knoten der Strecke Stuttgart–München, von dort zu Fuß rund 10 Minuten zur Donau. Mit dem Auto: A 8 (Stuttgart–München), Ausfahrt Ulm-West oder Ulm-Ost. An den Festtagen ist die Innenstadt stark verkehrsberuhigt — am besten Park-and-Ride nutzen.
Montag, 20. Juli 2026, ab 16:00 Uhr. Vormittags um 11:00 Uhr der Schwur des Bürgermeisters auf dem Marktplatz (öffentlich).
Beste Plätze: am Donauufer zwischen Friedrichsau und Donaufenster — alle öffentlich zugänglich, kostenlos. Frühzeitig kommen, vor allem an der Münsterbrücke und am Donaufenster ist es eng.
Wer als „Wasserratte" mitschwimmen möchte: Schwimmweste empfohlen, Floß stabil bauen, vor allem in den Außenkurven aufpassen. Bei Niedrigwasser können einzelne Abschnitte schwierig sein.
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Donau Ulm — Friedrichsau bis Donaufenster
Donau zwischen Friedrichsau und Innenstadt, 89073 Ulm