Sommerausstellung 2026 am Dürener Leopold-Hoesch-Museum — internationale Kunst zwischen Landschaft, Körper und Performance
Das Leopold-Hoesch-Museum ist eine kleine Sensation: Mitten in Düren — einer westdeutschen Mittelstadt, die selten als Kunstort wahrgenommen wird — betreibt die Stadt seit 1905 ein Museum, das es regelmäßig auf die Empfehlungslisten der internationalen Kunstkritik schafft. 2026 versammelt das Haus ein Jahresprogramm, das diese Position untermauert: Frühjahrssolo Wilhelm Schürmann, Sommer-Doppelschlag „Performing Landscapes“ & Adrián Balseca, Herbst-Peill-Vergaben Quintanilha / Schweizer.
Eröffnet am 13. Juni 2026, fragt „Performing Landscapes“ nach dem performativen Charakter von Landschaft. Wer „macht“ Landschaft? Welche Körper bewegen sich in ihr — touristisch, koloniserend, fliehend, klimatisch verändert? Welche Stimmen schreiben sich in Wälder, Wüsten und Meere ein? Internationale Künstler:innen reagieren mit Film, Skulptur, Installation und Performance auf diese Fragen — und nutzen die Räume des Leopold-Hoesch-Museums als experimentelle Bühne. Die Schau läuft bis in den Frühherbst 2026.
Zeitgleich eröffnet die Soloausstellung „A Chiasmatic Body“ des ecuadorianischen Künstlers Adrián Balseca. Balseca arbeitet an der Schnittstelle von ökologischer Geschichte, postkolonialer Theorie und materialbasierter Skulptur. Seine Installationen rekonstruieren Geschichten der Rohstoffextraktion in Lateinamerika — vom Kautschuk-Boom des Amazonas bis zu zeitgenössischen Erdöl-Ökonomien — und übersetzen sie in haptische, oft fragile Objekte.
Bis zum 24. Mai 2026 zeigt das Museum die Fotoausstellung „Nachbarn“ von Wilhelm Schürmann — eine Hommage an das Dürener Umfeld des Aachener Fotografen und Sammlers, der seit Jahrzehnten zentrale Figur der rheinischen Fotoszene ist. Die Schau verbindet biografische Topografie mit dokumentarisch-poetischer Bildsprache.
Am 27. September 2026 eröffnet das Museum die jährlichen Peill-Ausstellungen, die zwei der renommiertesten Auszeichnungen für junge Kunst in Deutschland markieren:
Das Leopold-Hoesch-Museum wurde 1905 vom Dürener Industriellen Leopold Hoesch gestiftet und am Hoeschplatz errichtet. Heute beherbergt es eine Sammlung mit Schwerpunkten auf europäischer Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts (Beuys, Brus, Polke, Lüpertz, Genzken). Direkt nebenan steht das Papiermuseum Düren, das die Papier-Industriegeschichte der Stadt dokumentiert (Düren war eines der wichtigsten europäischen Papier-Zentren). Beide Häuser werden gemeinsam betrieben.
Die Edition 2026 verbindet eine internationale Gruppenausstellung mit zwei Soloprojekten und den traditionellen Peill-Vergaben. Das Programm spiegelt die langjährige Profilierung des Dürener Hauses auf zeitgenössische Positionen mit dokumentarisch-politischer Schlagseite — von Schürmanns Foto-Topografie über Balsecas postkoloniale Material-Reflektion bis zu den Filmkunst-Auszeichnungen Schweizer / Quintanilha im Herbst.
Aktuelles Programm unter leopoldhoeschmuseum.de.
Eintritt nach gültigem Tarif des Leopold-Hoesch-Museums. Kombi-Ticket mit Papiermuseum verfügbar. Ermäßigungen für Studierende, Schwerbehinderte, Gruppen; Kinder unter 14 freier Eintritt.
Mit der Bahn: Düren Hauptbahnhof (RE/RB/S13), von dort 10 Min Fußweg zum Hoeschplatz oder Bus 285. Mit dem Auto: A4 Abfahrt Düren, Beschilderung Innenstadt / Hoeschplatz, Parkhaus Stadtcenter.
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf leopoldhoeschmuseum.de. Das kombinierte Ticket Leopold-Hoesch-Museum + Papiermuseum ist die beliebteste Option. Ermäßigungen für Studierende, Schwerbehinderte, Gruppen; Kinder unter 14 freier Eintritt.
Ein Besuch lohnt sich auch wegen der ständigen Sammlung: Spitzenwerke der Düsseldorfer Schule, Konzeptkunst, frühe Beuys-Arbeiten. Wer Düren auf der Karte hat, sollte das Papiermuseum nebenan unbedingt mitnehmen — Papier-Industriegeschichte als wesentlicher Teil der Stadtidentität.
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Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren
Hoeschplatz 1, 52349 Düren