Pfingsttradition der Haller Salzsieder — Münztanz, Schwerttanz und Pulverrauch
Schwäbisch Hall, die heimliche Hauptstadt von Hohenlohe, verdankt ihren Wohlstand seit dem Frühmittelalter dem Salz. Aus der Sole an der Kocher gewannen die Haller Sieder das „weiße Gold“, das die Stadt zur freien Reichsstadt mit eigener Münzprägung machte. Das Kuchen- und Brunnenfest, gefeiert über Pfingsten, ist das lebendige Gedächtnis dieser Tradition — und gleichzeitig eines der ältesten und am besten erhaltenen Stadtfeste Süddeutschlands.
Mittelpunkt des Festes sind die Salzsieder selbst: ein bewahrender Verein, der die jahrhundertealten Bräuche pflegt. Ihr Großer und Kleiner Siedershoftanz auf der Treppe der Michaelskirche ist das choreografische Herzstück des Festes — historische Tänze in Trachten, begleitet von Pulver- und Kanonenschüssen, die laut über den Marktplatz hallen. Dazu der Fackeltanz am Abend und der Salutschuss als rituelle Pfingsteröffnung — Bilder, die selbst Stammgäste jedes Jahr aufs Neue fesseln.
Die monumentale Freitreppe der Michaelskirche — mit 53 Stufen eine der bekanntesten Außenbühnen Deutschlands, im Sommer auch Spielort der Freilichtspiele — wird zum Pfingstwochenende zur Bühne der Sieder. Hier finden die offiziellen Tänze, die Begrüßungen und die rituellen Eröffnungsakte statt. Die Stadtkulisse mit den Fachwerkbauten der Altstadt, der Marktplatz, das Rathaus und die St.-Michaels-Kirche bilden einen der schönsten Festrahmen, die Süddeutschland zu bieten hat.
Neben den historischen Bräuchen bietet das Fest einen umfangreichen Gastronomiebereich am Unterwöhrd — Bier, Wein, regionale Spezialitäten, Hohenloher Wurst, Bratwurst und Kuchen. Auf dem Haalplatz steht ein Vergnügungspark mit Riesenrad, Karussells, Schießbuden und Geschicklichkeitsspielen. Bis zu 12 000 Besucher feiern jedes Jahr das viertägige Pfingstfest.
Die Tradition geht auf eine Legende aus dem Jahr 1316 zurück: Eine Hungersnot habe die Sieder gezwungen, mit Hilfe der heiligen Quellen die Stadt zu retten. Der Brunnen am Marktplatz und das Salz aus dem Kocher seien das Symbol dieser Rettung — und bis heute Anlass des Festes. Wissenschaftlich umstritten, in der Volkstradition jedoch fest verankert: das Kuchen- und Brunnenfest ist gelebte Hohenloher Kulturgeschichte.
Das 2026er Kuchen- und Brunnenfest findet von Freitag, 22. Mai bis Pfingstmontag, 25. Mai 2026 statt. Auftakt ist Freitagabend mit dem offiziellen Anschnitt durch die Salzsieder und dem ersten Festbetrieb am Unterwöhrd. Über das Wochenende reihen sich die historischen Höhepunkte aneinander: Großer und Kleiner Siedershoftanz, Fackeltanz, Schwerttanz und Münztanz auf der Treppe der Michaelskirche, Salutschüsse und Kanonengeschütz auf dem Marktplatz, Mühlenbrand-Theaterszene der Gruppe Haalunkel, Salzsiede-Vorführungen und Münzprägung am Haalplatz.
Parallel läuft der Vergnügungspark am Haalplatz mit Riesenrad und Karussells, während im Unterwöhrd die große Festbewirtung mit Bier, Wein und Hohenloher Spezialitäten stattfindet.
Schwäbisch Hall, Marktplatz und Treppe der Michaelskirche, 74523 Schwäbisch Hall. Mit der Bahn bis Schwäbisch Hall-Hessental, von dort Bus oder 25 Min. Fußweg in die Altstadt. Mit dem Auto über die A6 Abfahrt Schwäbisch Hall.
Freitag 17 — 01 Uhr (Gastronomie Unterwöhrd), Samstag und Sonntag 12 — 01 Uhr, Pfingstmontag 10 — 17 Uhr. Vergnügungspark Haalplatz Freitag 16 — 01 Uhr, Samstag/Sonntag 11 — 01 Uhr, Montag 11 — 22 Uhr.
Frei.
Verbinde das Fest mit einer Besichtigung der historischen Altstadt, der Freilichtspielbühne und des Hällisch-Fränkischen Museums.
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Marktplatz, Treppe St. Michael, Haalplatz und Unterwöhrd
Am Markt, 74523 Schwäbisch Hall