Traditionelles Schützenfest mit Wurzeln im 16. Jahrhundert — alle drei Jahre in Wennigsen am Deister
Wer das Historische Freischießen Wennigsen besucht, erlebt nicht einfach ein Schützenfest, sondern ein historisches Ereignis von außergewöhnlicher Tiefe. Die Wurzeln des Festes reichen in das späte 16. Jahrhundert zurück: 1574 verlieh Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel der Gemeinde Wennigsen das Privileg eines Freischießens — ein königliches Recht, das damals nur wenigen Orten zuteil wurde. Aus diesem historischen Privileg ist über die Jahrhunderte das heute gefeierte Historische Freischießen geworden, das mit seinen 450-jährigen Wurzeln zu den traditionsreichsten Schützenfesten Niedersachsens gehört.
Anders als die meisten Schützenfeste, die jährlich stattfinden, wird das Historische Freischießen nur alle drei Jahre gefeiert. Diese Seltenheit macht das Fest zu einem besonderen Ereignis — kein Routinetermin im Jahreskalender, sondern ein Höhepunkt, auf den sich die Wennigser über Jahre vorbereiten. Der trägende Verein, Historisches Freischießen Wennigsen e.V., zählt rund 150 aktive Mitglieder, die in der Vorbereitungsphase intensiv eingebunden sind.
Der Festablauf folgt einer dichten, symbolträchtigen Choreografie. Am Samstag, 20. Juni 2026, eröffnet ein feierliches Glockenläuten um 18 Uhr das Fest, begleitet von sechs Kanonenschüssen und einem Umzug zum Festplatz. Der Sonntag, 21. Juni, ist der eigentliche Festtag: Bereits ab 6 Uhr beginnen die Zeremonien — das frühe Morgenprogramm gehört zur Tradition des Freischießens und verleiht dem Tag einen sakralen Charakter. Um 15 Uhr folgt der große Festumzug durch Wennigsen, an dem die aktiven Schützen, befreundete Vereine, Musikkapellen und die Wennigser Bevölkerung teilnehmen. Am Mittwoch, 24. Juni, schließt das Fest mit dem Schinkenkloppen ab — einem traditionellen Programmpunkt, bei dem Schinken auf besonders ausgefallene Weise verteilt werden.
Das Fest ist für die Besucherinnen und Besucher kostenfrei zugänglich — eine bewusste Entscheidung, die der historischen Bedeutung des Freischießens als Volks- und Gemeindefest entspricht. Finanziert wird das Fest durch die Schaffer-Spendensammlung, eine alte Tradition, bei der die Schaffer (eine Art Festwirte oder Festorganisatoren) im Vorfeld bei der Bevölkerung Beiträge einsammeln. Diese mittelalterlich anmutende Finanzierungsform unterstreicht die historische Verwurzelung des Festes.
Vom 20. bis 23. Juni 2026 (mit Abschluss am 24. Juni) findet die nächste Ausgabe des Historischen Freischießens Wennigsen statt — alle drei Jahre wiederkehrend, mit Wurzeln im 16. Jahrhundert. Vier Tage voller historischer Symbolik prägen das Fest am Fuß des Deisters.
Aktualisierungen veröffentlicht der Verein auf historisches-freischiessen.de.
Wennigsen liegt rund 20 km südwestlich von Hannover am Fuß des Deisters. Mit dem Auto über die B217. ÖPNV: S-Bahn S5 bis Bahnhof Wennigsen.
Während des Festes werden Parkflächen ausgewiesen. Aufgrund des hohen Andrangs empfiehlt sich frühzeitige Anreise oder ÖPNV-Nutzung.
Der Eintritt ist frei. Finanzierung über die historische Schaffer-Spendensammlung.
Sa 20.06.: 18 Uhr Glockenläuten + Kanonenschüsse + Umzug zum Festplatz. So 21.06.: Zeremonien ab 6 Uhr, Festumzug 15 Uhr. Mi 24.06.: Abschluss mit Schinkenkloppen.
Auf dem Festplatz sorgen Stände für klassische Festspeisen — Bratwurst, Pommes, Getränke.
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