Adventszauber im UNESCO-Welterbe oberhalb von Eisenach
Die Wartburg hoch über Eisenach im Wartburgkreis (Thüringen) zählt zu den geschichtsträchtigsten Burgen Deutschlands. Hier übersetzte Martin Luther 1521/22 das Neue Testament ins Deutsche, hier traten die Burschenschaften 1817 für ein freies Deutschland ein. Seit 1999 gehört die Burg zum UNESCO-Welterbe. Im Advent verwandelt sich diese außergewöhnliche Kulisse in einen der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte Mitteldeutschlands.
Der Markt setzt konsequent auf historisches Handwerk: Kerzenzieher tauchen lange Wachsdochte in heißes Bienenwachs, Glasbläser formen filigrane Christbaumkugeln, Seifensieder rühren Naturseifen aus Pflanzenölen. Dazu gibt es Steinmetze, Zinngießer, Laternenbauer, Korbflechter und Gewandmeisterinnen, die mittelalterliche Gewänder schneidern. Kräuterfrauen verkaufen heilkundliche Tinkturen und Räuchermischungen – eine Reise in die Welt mittelalterlicher Werkstätten.
Fahrende Sänger, Drehleierspieler und Ensembles alter Musik füllen die Burghöfe mit Tönen, wie sie schon im Mittelalter erklungen sein könnten. Der Geruch von Glühwein, gebrannten Mandeln und Holzfeuer mischt sich mit dem Klang historischer Instrumente.
Der Eintritt zum Markt enthält den Zugang zu den Burghöfen, dem Festsaal, dem Museum und der berühmten Lutherstube. Wer möchte, kann an einer Führung durch den mittelalterlichen Palas teilnehmen oder den Südturm besteigen – der Blick über den verschneiten Thüringer Wald ist einer der schönsten in Deutschland.
Anders als die großen Weihnachtsmärkte in Erfurt oder Dresden bleibt der Wartburg-Markt vergleichsweise ruhig und atmosphärisch. Die zeitliche Beschränkung auf vier Adventswochenenden und die natürliche Begrenzung durch die Burgmauern verhindern die Massenstimmung anderer Städtemärkte. Wer mittelalterliches Handwerk, gute Musik und Welterbe-Kulisse sucht, ist hier richtig.
An den drei Adventswochenenden 28./29. November, 5./6. Dezember und 12./13. Dezember 2026 öffnen sich die Tore der Wartburg täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr für den Historischen Weihnachtsmarkt. In den verschneiten Burghöfen entfalten Kerzenzieher, Glasbläser, Gewandmeisterinnen, Laternenbauer, Seifensieder, Steinmetze, Kräuterfrauen, Zinngießer und fahrende Händler ihre Künste. Musiker mit historischen Instrumenten – Drehleier, Sackpfeife, Schalmei – sorgen für die passende Klangkulisse.
Der Eintritt (Wegezoll) beinhaltet den Zugang zu den Schlosshöfen, zum Festsaal und Museum, zur Lutherstube und zur Möglichkeit, geführte Rundgänge durch den mittelalterlichen Palas zu buchen. Der Südturm der Wartburg bietet einen winterlichen Panoramablick über den Thüringer Wald.
Reservierung empfohlen über wartburg.de oder telefonisch (+49 3691 250-0).
Eintritt (Wegezoll) kostenpflichtig. Tickets vor Ort an der Eselsstation oder online über wartburg.de. Burgmuseum-Eintritt und geführte Palas-Rundgänge separat oder als Kombi-Ticket erhältlich. Telefonische Reservierung über Besucherservice: +49 3691 250-0.
Eisenach Hauptbahnhof (ICE-Halt) ist Ausgangspunkt. Vom Bahnhof Bus 3 zur Wartburg (Endhaltestelle „Reuterweg“ oder „Eselsstation“), von dort entweder mit der Eselsstation hochfahren oder ca. 15 Minuten zu Fuß den Burgweg hinauf. Mit dem Auto: Parkplatz Eselsstation, von dort etwa 10 Minuten Fußweg.
Eintrittskarten (Wegezoll) online oder vor Ort. Tickets enthalten den Zugang zu den Burghöfen und Markthütten. Burgmuseum und Lutherstube über separate Karten oder Kombi-Tickets buchbar.
Festes Schuhwerk und warme Kleidung mitbringen — die Wartburg liegt auf 410 Meter Höhe und ist im Dezember oft mit Schnee bedeckt.
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Wartburg
Auf der Wartburg 1, 99817 Eisenach