Viertägige Zeltkirmes mit Umzug und Gögerschlag — Brauchtum im Suhler Stadtteil Heinrichs
Die Heinrichser Kirmes reicht bis ins Jahr 1503 zurück, als erstmals die Weihe der Kirche von Heinrichs an den heiligen Ulrich urkundlich erwähnt wurde. Seit über fünfhundert Jahren wird das Fest in der Suhler Vorstadt Heinrichs gefeiert — heute getragen von der Heinrichser Burschenschaft e.V., einem Verein junger Männer (und seit einigen Jahren auch Frauen), die das Brauchtum von Generation zu Generation weitergeben. Anders als die Vorstadtkirmessen vieler Thüringer Städte hat Heinrichs seinen eigenen Charakter bewahrt: Zeltkirmes, Umzug, Sonntagsbrauch — ein Pflichttermin im Suhler Veranstaltungskalender.
Die Kirmes läuft traditionell von Donnerstag bis Sonntag. Der Donnerstagabend eröffnet mit dem «Oldie-Dance-Abend» und Tanzmusik der 70er bis 90er. Der Freitag gehört dem Festumzug der Burschen durch die Stadtteilstraßen — angeführt von einer Blaskapelle, gefolgt vom Tanzabend im Festzelt. Am Samstagmorgen um 8:00 Uhr wecken die Burschen den Stadtteil mit Serenaden auf und sammeln in hölzernen Krügen, den sogenannten «Löbbe», Spenden für die Vereinsarbeit. Nachmittags läuft das Kinderprogramm mit Spielen und Wettbewerben, abends wird wieder im Festzelt getanzt.
Der Sonntag ist der Höhepunkt der Kirmes. Ab Vormittag versammelt sich der Stadtteil zum «Hüt's on Brüh», einem traditionellen Eintopfessen. Um 14:30 Uhr startet der große Festumzug mit über zwanzig geschmückten Wagen, befreundeten Vereinen, der Suhl-Heinrichs Grundschule und Musikkapellen aus der Region — quer durch den Stadtteil bis zum Festplatz. Direkt im Anschluss folgt der berühmte Gögerschlag: Ein vorab ausgeloster Bursche versucht mit verbundenen Augen und einem Dreschflegel ein vergrabenes Hahnenhaupt zu treffen. Aus ethischen Gründen wird heute kein lebender Hahn mehr verwendet — die Tradition bleibt erhalten. Wer trifft, muss eine Runde für die Burschenschaft ausgeben. Am Sonntag ist der Eintritt zum Festzelt frei.
Der Stadtteil Heinrichs liegt am südlichen Rand der kreisfreien Stadt Suhl im Bundesland Thüringen, mitten im Naturpark Thüringer Wald. Bis zur Eingemeindung 1936 war Heinrichs eine eigenständige Gemeinde, heute behält der Ortsteil dank Vereinen wie der Heinrichser Burschenschaft seinen ländlichen Charakter mit ausgeprägtem Brauchtumsbewusstsein. Wer das Festwochenende verlängert, findet rundherum Wandermöglichkeiten zum Großen Beerberg, zum Rennsteig und ins Vesser-Schwarza-Tal — Thüringer Wald-Klassiker direkt vor der Haustür.
Die Burschenschaft Heinrichs richtet die Kirmes 2026 wie jedes Jahr im Festzelt aus. Das Programm folgt dem über Jahrzehnte erprobten Ablauf: Eröffnung mit dem Oldie-Dance am Donnerstag, Umzug der Burschen am Freitag, Brauchtumssamstag mit «Löbbe-Sammeln» und Kindernachmittag, und am Sonntag der große Festumzug mit Gögerschlag.
Das ganze Wochenende über stehen klassische Kirmes-Speisen (Bratwurst, Schnitzel, Süßes) und ein Karussell-Bereich für Familien bereit. Tagesaktuelle Programminformationen und Tickets über die Heinrichser Burschenschaft e.V. — die Vereinsseite heinrichser-burschenschaft.de wird in den Wochen vor dem Fest aktualisiert.
Aktualisierte Spielzeiten und Künstlerangaben in den Wochen vor dem Fest auf heinrichser-burschenschaft.de und auf der Facebook-Seite des Vereins.
Tageskarten für die Abendveranstaltungen über die Heinrichser Burschenschaft e.V. (Vorverkauf in Heinrichs sowie an der Abendkasse). Am Sonntag 20. September 2026 ist der Eintritt frei — Umzug und Gögerschlag öffentlich zugänglich. Wochenendpässe nach Verfügbarkeit.
Donnerstag 17. bis Sonntag 20. September 2026 (drittes Septemberwochenende). Festumzug Sonntag 20.09. ab 14:30 Uhr, Gögerschlag im Anschluss.
Festplatz und Festzelt im Suhler Stadtteil Heinrichs. Anfahrt und genauer Standort werden zeitnah über die Heinrichser Burschenschaft bekannt gegeben.
Tageskarten und Wochenendkarten für die Abendveranstaltungen über die Heinrichser Burschenschaft e.V. (Vorverkauf und Abendkasse). Am Sonntag freier Eintritt — Umzug und Gögerschlag öffentlich zugänglich.
Mit der Bahn: ICE bis Suhl-Mäbendorf oder Suhl Hauptbahnhof, dann Stadtbus nach Heinrichs (10 Min.). Mit dem Auto: A71 Abfahrt Suhl/Zella-Mehlis, Wegweisung Heinrichs.
Hotels und Pensionen in Suhl und Umgebung. Kombinierbar mit einem Aufenthalt im Thüringer Wald (Rennsteig, Großer Beerberg).
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Festzelt und Festplatz Suhl-Heinrichs
Heinrichs, 98529 Suhl