Eine Nacht, 28 Jahre queer-orientalischer Dancefloor in Kreuzberg
1997 von DJane Ipek im SO36 ins Leben gerufen, war Gayhane von Anfang an mehr als eine Party: Sie war eine Antwort. Die schwulen und lesbischen Communities in Berlin waren in den späten 1990ern weiterhin überwiegend weiß und westeuropäisch geprägt — Menschen mit türkischem, arabischem oder anderen migrantischen Hintergründen fanden in den klassischen schwulen Bars und Clubs des Nollendorfplatzes kaum Anschluss. Gayhane öffnete einen explizit queer-orientalischen Dancefloor mit türkischer Popmusik, arabischen Klängen, griechischen Hits und hebräischen Tracks — und schuf damit einen Safe Space für eine bis dahin marginalisierte Community.
Das SO36, benannt nach dem alten Berliner Postleitzahl-Bezirk Kreuzberg 36, gehört zu den ikonischsten Konzert- und Clubadressen Berlins. Gegründet 1978 in einem Kreuzberger Hinterhof, war es Anfang der 1980er einer der zentralen Treffpunkte der Berliner Punk-Szene; Iggy Pop, Nick Cave, die Einstürzenden Neubauten und David Bowie zählen zur Geschichte des Hauses. Heute ist das SO36 ein Veranstaltungszentrum mit ausgeprägt queerer und linker Programmlinie — die monatliche Gayhane gehört zu den festen Programmreihen.
So beschreibt sich Gayhane selbst. Die Halay ist ein traditioneller anatolischer Reigentanz, der in der Gayhane regelmäßig im Mittelpunkt steht. Das Publikum reicht von 18 bis 70+, queer wie heterosexuell, türkisch wie deutsch wie syrisch wie polnisch. „Gayhane ist nicht nur ein Club, sondern ein politisches Statement", schreibt das SO36. Die Nacht ist seit 28 Jahren ein Pflichttermin im Berliner queeren Kalender — am letzten Samstag jedes Monats.
Zum 28. Geburtstag — 31. Januar 2026 — bündelt die Sondernacht das DJ-Stammteam: Ipek (Gründerin), mikki_p, Aziza A (eine der bedeutendsten deutsch-türkischen Rapperinnen) und Amr Hammer. Hinzu kommt eine Live-Performance der Band Kırık Kadehler („zerbrochene Gläser"). Eine eigens kuratierte Jubiläumsshow rundet das Programm ab. Der Einlass beginnt ungewöhnlich früh um 20 Uhr — der Veranstalter formuliert: „Diese Nacht ist für alle Gayhanes", explizit auch für jene, die nicht mehr bis morgens klubben gehen wollen.
Die Bedeutung von Gayhane reicht über Berlin hinaus: Das Format wurde mehrfach kopiert (in Wien, Köln, Hamburg, Istanbul) und gilt als Pionierprojekt einer migrantisch-queeren Clubkultur in Europa. Mit dem 28. Jubiläum würdigt das SO36 nicht nur die Party, sondern auch die Communities, die in 28 Jahren auf dem Dancefloor zusammenkamen.
Die 28. Geburtstagsnacht am Samstag, 31. Januar 2026, bündelt im SO36 das musikalische und kulturelle Vermächtnis von 28 Jahren queer-orientalischer Tanzkultur. Der frühe Einlass um 20 Uhr ist eine bewusste Geste an alle Generationen, die seit den späten 1990ern auf Gayhane getanzt haben — einschließlich derjenigen, die heute nicht mehr bis 6 Uhr morgens durchhalten.
Das Programm umfasst eine Live-Performance der Berliner Band Kırık Kadehler („zerbrochene Gläser"), die orientalisch-rock-inspirierte Songs spielt, eine kuratierte Jubiläumsshow mit Performances und das DJ-Stammteam, das die Nacht bis in die frühen Morgenstunden trägt.
U-Bahn U1, U3 bis Görlitzer Bahnhof, von dort 5 Minuten Fußweg über die Oranienstraße. Bus M29 bis Heinrichplatz. Vom Hauptbahnhof per S-Bahn S5/S7 bis Ostbahnhof + Bus M29.
Vorverkauf über SO36-Shop (PayPal oder Kreditkarte). Berlin-Pass-Inhaber:innen erhalten ermäßigt für 8 €. Reguläre Tickets höher.
Einlass ab 20 Uhr. Kein Dresscode, aber Glamour, Goldkette und orientalische Mode willkommen. Türpolitik ist queer-sensibel.
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SO36
Oranienstraße 190, 10999 Berlin