Eines der ältesten und renommiertesten Figurentheater-Festivals der Welt — 28 Produktionen aus 16 Ländern an Spielstätten in Bochum, Herne, Essen, Recklinghausen, Gelsenkirchen und Wuppertal vom 13. bis 21. Mai 2026
Vom 13. bis 21. Mai 2026 findet im Ruhrgebiet die FIDENA — Figurentheater der Nationen statt — eines der weltweit ältesten und renommiertesten Festivals für zeitgenössisches Figurentheater. Gegründet 1958 in Bochum, hat sich FIDENA über fast sieben Jahrzehnte als zentrale Plattform für die internationale Avantgarde der Puppen-, Marionetten-, Schatten- und Objekttheater-Kunst etabliert. Anders als der Name suggeriert, geht es lange nicht mehr nur um klassisches Handpuppenspiel — Figurentheater bedeutet heute experimentelle, oft hochpolitische Bühnenkunst, in der Objekte, Materialien, 3D-Drucker, Eis, Licht, Sound und menschliche Darsteller zu einer eigenen Ästhetik verschmelzen.
Die 2026er Edition markiert eine künstlerische Wende: Helene Ewert und Christofer Schmidt übernehmen erstmals die Festivalleitung. Die beiden, selbst aus der freien Theater- und Performance-Szene kommend, setzen die FIDENA-Tradition fort, gleichzeitig schärfen sie das Profil: stärker performativ, stärker politisch, weniger genrekonform. Das Programm 2026 spiegelt das wider — 28 Produktionen aus 16 Ländern, darunter eine Uraufführung und mehrere Deutschlandpremieren.
FIDENA ist kein Ein-Stadt-Festival. Die Produktionen verteilen sich auf sechs Städte:
Damit ist FIDENA gleichzeitig regionales Festival und Manifestation der Ruhrgebiets-Identität als zusammenhängender Kulturraum.
Eine der spektakulärsten Produktionen 2026: Die französische Compagnie Théâtre de l'Entrouvert arbeitet mit lebensgroßen Marionetten aus Eis, die im Verlauf der Aufführung sichtbar schmelzen. Inspiriert von Virginia Woolfs Roman „The Waves". Die Performance wird damit zum Memento auf Vergänglichkeit, Verlust und Zeit — und zur visuell außergewöhnlichen Bühnenerfahrung.
Sechs Produktionen unter dem gemeinsamen Dach „TRANSPORT" thematisieren globale Lieferketten: Mit 3D-gedruckten Miniaturen erzählen Künstlerinnen und Künstler aus mehreren Ländern Geschichten von Containerschiffen, Just-in-Time-Logistik, Arbeitsbedingungen in Schwellenländern, Klima-Folgen des Welthandels. Eine politisch wache, materialästhetisch innovative Serie.
Der britische Künstler Ant Hampton kombiniert in der Uraufführung Fotobuch und Sound zu einer hybriden Performance. Das Publikum erlebt die Show als Mischung aus visuellem und auditivem Werk — ein Format, das die Grenzen klassischer Figurentheater-Definitionen weit auslotet.
Das Wiener Schubert Theater bringt ein Musical mit dunklem Humor nach Bochum — in Wien spielend, mit Würstelstand-Welt-Metaphorik. Klassisches Figurentheater, aber mit zeitgenössischer Brisanz.
FIDENA ist tief im Ruhrgebiet verwurzelt und gleichzeitig Ausdruck der Transformation der Region: einst Steinkohle-Hochburg, heute eine der dichtesten Kulturregionen Europas mit Schauspielhaus Bochum (eines der wichtigsten Sprechtheater Deutschlands), Ruhrtriennale, Zeche Zollverein (UNESCO-Welterbe), Folkwang Museum Essen, dem Movement Festival in Wuppertal und vielem mehr. Dass FIDENA über sechs Städte hinweg gespielt wird, ist nicht Zufall, sondern Programm — das Ruhrgebiet als zusammenhängender, polyzentrischer Kulturraum.
Kinder-Programme gibt es punktuell, aber FIDENA versteht sich primär als Erwachsenen-Festival mit anspruchsvoller, oft melancholischer und politischer Ästhetik.
Mit der 2026er Edition zeigt FIDENA, dass zeitgenössisches Figurentheater zu den experimentellsten Bühnenformen überhaupt zählt. Lebensgroße Eis-Marionetten, die während der Aufführung schmelzen; 3D-gedruckte Miniatur-Figuren, die globale Lieferketten erzählen; eine britische Uraufführung mit Fotobuch und Sound; ein Wiener Musical über die Welt als Würstelstand — die Bandbreite ist enorm und zeigt das Festival auf der Höhe der internationalen Avantgarde. Verteilt über neun Tage und sechs Ruhrgebiets-Städte.
Einzeltickets pro Vorstellung typischerweise 12–28 € (ermäßigt 8–18 €). Festivalpässe für Vielbesucher mit reduziertem Tagespreis. Vorverkauf über fidena.de und die Spielstätten.
Mittwoch, 13. Mai bis Donnerstag, 21. Mai 2026 (neun Tage).
Schauspielhaus Bochum (Königsallee 15, 44787 Bochum), Kammerspiele Bochum, Zeche Zollverein (Essen), Flottmann-Hallen Herne, sowie weitere Spielstätten in Recklinghausen, Gelsenkirchen und Wuppertal. Vollständiger Spielplan auf fidena.de.
Pro Vorstellung ein eigener Eintrittspreis (typischerweise 12–28 €, ermäßigt 8–18 €). Festivalpässe verfügbar. Vorverkauf über fidena.de und an den jeweiligen Spielstätten.
Mit der Bahn: Bochum Hbf, Essen Hbf, Wuppertal Hbf — VRR-Region. Mit dem Auto: A 40 / A 43, gute Anbindung an alle Spielstätten. Innerhalb des Ruhrgebiets ist der VRR-Tarif einheitlich.
Empfehlung: Festivalpass kaufen, wenn du mehrere Vorstellungen besuchen willst — günstiger als Einzeltickets und ermöglicht spontane Programm-Anpassungen.
Das Begleitprogramm umfasst typischerweise Künstler-Gespräche, Workshops und Branchen-Treffen — besonders interessant für Theater-Studierende und Fachpublikum. Die Zeche Zollverein als Spielstätte ist allein einen Besuch wert.
Noch keine Fotos. Teile deine!
Max. 5 Fotos, 5 MB pro Foto (JPG, PNG, WebP)
Hilf uns, diesen Eintrag aktuell zu halten. Jeder Vorschlag wird von unserem Team vor der Veröffentlichung geprüft.
Noch keine Bewertung — sei der oder die Erste!
Noch keine Kommentare. Sei der oder die Erste!
Teile deine Erfahrung mit der Community.
Reserva tu tren o autobús para llegar a FIDENA al mejor precio.
Gesponserter Link
Schauspielhaus Bochum, Zeche Zollverein und weitere Ruhrgebiets-Spielstätten
Königsallee 15, 44787 Bochum