Ein Jahrmarkt seit 1694 — am Schlossplatz zur Lichtmess
Der Erlanger Lichtmessmarkt geht auf eine Verordnung des Markgrafen Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth aus dem Jahr 1694 zurück. Damals wurde der Neustadt Erlangen — die der Markgraf 1686 als planmäßige Hugenottenstadt anlegen ließ — das Recht auf zwei jährliche Jahrmärkte verliehen. Einer dieser Märkte fand seit 1695 auf dem Schlossplatz statt, ursprünglich im Frühling. Nach 1708 wurde der Termin auf Mariä Lichtmess (2. Februar) verlegt — daher der heutige Name.
Bemerkenswert: Der Lichtmessmarkt fand über die meisten Jahrhunderte seines Bestehens ohne Unterbrechung statt — selbst die beiden Weltkriege und die Reformations- und Säkularisationswirren überstand er. Die Tradition lebt von der Akzeptanz in der Bürgerschaft Erlangens: Anders als manche barocke Tradition wurde der Lichtmessmarkt nie zur folkloristischen Veranstaltung, sondern blieb funktional — ein Markt, auf dem im strengen fränkischen Winter Bedarfsgüter und kleine Vergnügen angeboten werden.
Schauplatz ist der historische Schlossplatz mit dem Markgräflichen Schloss und dem Hugenottenbrunnen — eine der schönsten Platzanlagen Frankens und das städtebauliche Aushängeschild der Erlanger Neustadt. Der Markt nutzt die volle Fläche zwischen Schloss und Hugenottenkirche und verbindet markgräfliche Architektur mit jahrhundertealtem Marktbrauchtum.
Der Lichtmessmarkt ist im Kern ein Krämer- und Bedarfsmarkt. Auf dem Sortimentsprofil: Haushaltsartikel (Geschirr, Werkzeug, Schreibwaren), Textilien (Bettwäsche, Strümpfe, Strickwaren, Stoffe), Gewürze und Süßwaren, Käse- und Wurststände, frisch geröstete gebrannte Mandeln und Bratwurst. Dazu einige kleinere Fahrgeschäfte für Kinder — Karussell, Schießbude, ein bis acht Meter lange Spielmöglichkeiten. Kein Massen-Vergnügungspark, sondern bewusst familienfreundlich-überschaubar.
Erlangen ist mit etwa 115.000 Einwohnern eine der prägenden Städte Mittelfrankens — Universitätsstadt (Friedrich-Alexander-Universität), Siemens-Standort und durch die Hugenottenbevölkerung seit dem 17. Jahrhundert kulturell prägend. Der Lichtmessmarkt ist neben der Bergkirchweih (Pfingsten) und dem Poetenfest (Spätsommer) eines der drei großen jährlichen Stadtfeste.
Die Edition 2026 ist die jüngste Auflage einer über 330-jährigen Tradition. Der Markt nutzt den vollen Schlossplatz, die Buden stehen in den Markträumen vor Markgräflichem Schloss und Hugenottenkirche. Das Sortiment bleibt im Kern unverändert: Krämerartikel, Textilien und Heimtextilien, Gewürze, Süßwaren und Lebensmittel, dazu klassische fränkische Imbissstände mit Bratwurst und gebrannten Mandeln.
Für Familien mit kleinen Kindern bietet der Lichtmessmarkt einige liebevoll ausgewählte Fahrgeschäfte — Karussell, Schießbude, Spielmöglichkeiten — die bewusst nicht überdimensioniert sind. Das macht den Markt zu einem geschätzten Termin für Familien aus dem gesamten Erlanger Stadtgebiet und dem Umland.
Erlangen liegt zwischen Nürnberg und Bamberg an der A3 und A73. Mit der Bahn vom Hauptbahnhof aus 10 Gehminuten zum Schlossplatz. ÖPNV-Anschluss durch die Erlanger Stadtbusse und das VGN-Netz.
Montag–Freitag: 9:00–18:00 Uhr; Samstag: 9:00–17:00 Uhr; Sonntag: 11:00–17:00 Uhr.
Eintritt frei. Bezahlung an den Ständen meist bar. Geldautomaten in der Innenstadt vorhanden.
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Schlossplatz Erlangen
Schlossplatz, 91054 Erlangen