Norddeutschlands größter Christopher Street Day mit 250 000 Teilnehmenden — Motto Wir schreiben Zukunft: Gleichberechtigt. Selbstbestimmt. Queer.
Mit mehr als 250 000 Teilnehmenden und Zuschauenden gehört der CSD Hannover zu den größten Pride-Veranstaltungen in Deutschland — und ist klar der größte CSD in Norddeutschland. Hamburg, Bremen, Kiel und Hannover bilden im norddeutschen Raum die zentralen CSDs, Hannover sticht durch seine Größe heraus. Veranstalter ist der CSD Hannover e.V., der seit Jahrzehnten ehrenamtlich arbeitet und sich durch Spenden, kleine Sponsoren und engagierte Helfer finanziert.
Das Motto Wir schreiben Zukunft: Gleichberechtigt. Selbstbestimmt. Queer. greift drei zentrale Forderungen der LGBTIQA+-Community auf. Gleichberechtigt — der Kampf gegen rechtliche Diskriminierung ist nicht beendet, auch wenn die Ehe für alle und das Selbstbestimmungsgesetz erste wichtige Schritte waren. Selbstbestimmt — jeder Mensch hat das Recht, über die eigene Geschlechtsidentität und Sexualität selbst zu entscheiden, ohne Bevormundung durch Staat, Medizin oder Gesellschaft. Queer — die bewusste Aneignung eines historisch beleidigend gemeinten Begriffs als positive Selbstbezeichnung steht für die Akzeptanz der gesamten Vielfalt jenseits binärer Kategorien.
Der Samstag beginnt um 12 Uhr mit einer politischen Kundgebung am Opernplatz. Redner aus Politik, Aktivismus, Kultur und Wissenschaft sprechen zu aktuellen Themen der Community: Hassgewalt gegen queere Menschen, Rechte von trans und intergeschlechtlichen Personen, internationale Solidarität mit verfolgten LGBTIQA+ in Russland, Ungarn, USA und anderen Ländern, Diversity im Berufsleben, queere Geflüchtete. Um 14 Uhr setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung — ein langer, bunter Zug aus Themen-Wagen, Vereinen, Initiativen, Parteien (mit klarer Distanzierung von rechten Strömungen), Sport- und Kulturgruppen, Privatpersonen. Die Strecke führt durch die Innenstadt, vorbei an Marktkirche, Aegidientorplatz und Bahnhof zurück zum Opernplatz. Im Anschluss läuft das Straßenfest bis 22 Uhr.
Der Sonntag ist reines Fest. Von 13 bis 22 Uhr verteilen sich mehrere Bühnen rund um den Opernplatz mit Live-Konzerten, Drag-Shows, Performance-Acts, DJ-Sets, Comedy. Informationsstände von queeren Vereinen, Beratungsstellen, Gesundheitsorganisationen und Politik bilden das politische Rückgrat. Gastronomie und Bars sorgen für Versorgung. Familien sind willkommen — der CSD ist ausdrücklich auch Familien-CSD.
Trotz aller Festival-Atmosphäre bleibt der politische Anspruch des CSD klar erhalten. Die Erfahrung der Stonewall-Aufstände in der New Yorker Christopher Street 1969, die als Geburtsstunde der modernen LGBTIQA+-Bewegung gelten, prägt bis heute die Programmgestaltung. Wer dem CSD nur die Party und das Spektakel attestiert, übersieht den ernsten politischen Kern, den die Veranstaltung weiterhin trägt.
Der CSD ist eine kostenfrei zugängliche Veranstaltung. Wer die Arbeit des CSD Hannover e.V. unterstützen möchte, kann am Stand spenden oder Fördermitglied werden. Die ehrenamtliche Organisation eines so großen Events ist auf finanzielle und personelle Unterstützung angewiesen.
Das vollständige Bühnenprogramm, die Rednerliste und die Demoroute werden vom CSD Hannover e.V. im Vorfeld auf hannovercsd.de publiziert.
Hannover Hauptbahnhof, 5 Gehminuten zum Opernplatz. Stadtbahn Linien 1/2/4/5/8 zur Haltestelle Steintor oder Aegidientorplatz. Mit dem Auto über A2/A7, ÖPNV empfohlen.
Samstag, 23. Mai 2026: Kundgebung 12 Uhr, Demonstration 14 Uhr, Straßenfest bis 22 Uhr. Sonntag, 24. Mai 2026: Straßenfest 13–22 Uhr.
Eintritt frei. Speisen und Getränke an den Ständen. Spenden willkommen.
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