Orffs Bühnenwerke am Heiligen Berg über dem Ammersee — von »Der Mond« im Florian-Stadl bis zur Carmina Burana zu Pferde in der Arena Kaltenberg
Carl Orff, einer der bedeutendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts, wünschte sich seine letzte Ruhestätte in der Wallfahrtskirche von Kloster Andechs. Das Kloster sieht in seiner weltweiten Bedeutung und seinem letzten Willen eine Verpflichtung, sein Werk an diesem geweihten Ort lebendig zu halten. So entstand 1992 — anlässlich des 10. Todestages Orffs — ein »Wochenende mit Musik«, initiiert von Wilfried Hiller und Anselm Bilgri. 1998 wurde daraus unter Hellmuth Matiasek ein jährliches Festival.
Spielstätte ist der Florian-Stadl, eine ehemalige Heuscheune und Schweinestall am Fuß des Heiligen Bergs, die zwischen 1997 und 2000 zum Festspielhaus umgebaut wurde. Der Konzertsaal bietet bis zu 580 Sitzplätze im Parkett und 200 auf der Empore — eine intime, atmosphärisch dichte Bühne für Orffs Welttheater.
Zum Repertoire des Festivals zählen Orffs zentrale Bühnenwerke: die Carmina Burana, »Die Kluge«, »Der Mond«, »Die Bernauerin« und »Antigonae«. »Die Bernauerin« wurde im Rahmen des Festivals sogar auf der EXPO 2000 in Hannover gezeigt. Heute liegt das Festival in den Händen der Bayerischen Philharmonie unter ihrem Dirigenten Mark Mast.
Das Festival spannt einen weiten Bogen: von einem Liedrezital im historischen Andechser Fürstensaal über die Bühnenwerke im Florian-Stadl bis zum großen Finale in der Arena Kaltenberg, wo die Carmina Burana in einer spektakulären Reiterversion mit rund 30 Pferden, Quadriga-Wagen, Akrobatik und Feuerrädern zur Aufführung kommt. Verbunden mit der berühmten Klosterbrauerei und dem Wallfahrtsort ist Andechs damit eine der ungewöhnlichsten Festspiel-Adressen Bayerns.
Die Ausgabe 2026 erstreckt sich über gut eine Woche. Den Auftakt bildet am 28. Juli ein Liedrezital im historischen Andechser Fürstensaal — Orff widmete sich früh dem Lied, viele dieser Stücke warten bis heute auf ihre Uraufführung. Herzstück ist Orffs Märchenoper »Der Mond« (1939, nach einem Märchen der Brüder Grimm) im Florian-Stadl von Kloster Andechs, aufgeführt am 1. und 2. August 2026, jeweils um 19 Uhr, unter der Leitung von Mark Mast mit Chor, Kinderchor und Orchester der Bayerischen Philharmonie. Den krönenden Abschluss bildet am 5. August das große Finale in der Arena Kaltenberg: die Carmina Burana in einer spektakulären Reiterversion mit rund 30 Pferden — darunter Tiere der Portugiesischen Hofreitschule —, Quadriga-Wagen, Akrobatik und Feuerrädern.
Kloster Andechs liegt auf dem Heiligen Berg über dem Ammersee in Oberbayern (Landkreis Starnberg). Mit der S-Bahn (S8) bis Herrsching, von dort mit dem Bus oder zu Fuß über den Pilgerweg auf den Berg. Mit dem Auto über die A 96 (Abfahrt Herrsching/Inning); Parkplätze am Kloster. Die Arena Kaltenberg für das Finale liegt bei Geltendorf.
Tickets und das vollständige Programm über www.orff-festival.com sowie die Bayerische Philharmonie. Eine Verbindung des Festivalbesuchs mit einer Einkehr in der Klostergaststätte Andechs bietet sich an.
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Florian-Stadl, Kloster Andechs