Bürgerfest zur Strick- und Wirkwarentradition im Paulinenpark
Apolda im Landkreis Weimarer Land galt im 19. und 20. Jahrhundert als deutsches Zentrum der Strickwaren- und Wirkindustrie. Auf dem Höhepunkt um 1900 produzierten in der Kleinstadt 30 000 Einwohner — mehr als ein Drittel der Bevölkerung — in zahlreichen Fabriken Strickwaren, Trikotagen, Spitzen und Posamenten. Berühmte Marken wie Schaeffer & Walcker, Schubert und die Apoldaer Glocken (eine andere Apoldaer Industrie) prägten den Ruf der Stadt weit über Deutschland hinaus.
Auch wenn die meisten Textilfabriken nach 1990 schlossen, blieb die Erinnerung lebendig. Das Apoldaer Maschenfest, alle zwei Jahre gefeiert, würdigt diese Geschichte: im Paulinenpark zeigt ein Erlebnismarkt Strick-, Web- und Spitzenarbeiten, historische Strickmaschinen werden in Aktion vorgeführt, Hobbystrickerinnen und professionelle Designer präsentieren ihre Arbeiten an Ständen. Es ist ein Fest der Hand- und Industriearbeit, der Erinnerung und der Innovation zugleich.
Die 4. Ausgabe steht unter dem Motto „Völlig umhüllt“ — ein Spiel mit dem Doppelsinn von Verkleidung, Stoffumhüllung und Geborgenheit. Der Paulinenpark — mit altem Baumbestand und einer Terrassengartenanlage mit Blick auf die Lutherkirche — wird zur Bühne für Performances, Modeschauen, Mitmachstationen für Kinder und das traditionelle Erlebnismarkt-Programm.
Begleitend zum Fest finden Stadtführungen zur Apoldaer Textilgeschichte statt — durch die ehemaligen Fabrikquartiere, das GlockenStadtMuseum, die Reste der Trikotagen-Produktion und an Orte, wo heute Künstler in alten Werkshallen arbeiten. Apolda ist heute zwar keine Textilstadt mehr im klassischen Sinn, aber die Tradition bleibt sichtbar und identifikationsstiftend.
Der „Rote Faden für Apolda“, eine Bürgerinitiative, begleitet das Fest seit Jahren mit eigenen Aktionen — von Straßenkunst bis Mode-Workshops. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine kleine Stadt ihre industrielle Vergangenheit kulturell aktualisiert und für die Gegenwart attraktiv macht.
Im Paulinenpark — mit altem Baumbestand und Terrassengartenanlage mit Blick auf die Lutherkirche — wird die 4. Ausgabe des Maschenfests gefeiert. Das Programm setzt auf die Doppelbedeutung des Mottos „Völlig umhüllt“: Modeperformances, Stoffinstallationen, Mitmachstationen für Kinder und ein lebendiger Markt rund um die Strick- und Textilkultur. Die Veranstaltung bleibt bei freiem Eintritt zugänglich.
Detailliertes Programm und Anmeldung für Workshops und Führungen auf apolda.de.
Eintritt zum Festgelände frei. Workshops und Stadtführungen z.T. kostenpflichtig — Anmeldung über die Stadt Apolda empfohlen.
Mit dem Auto über die A4 (Ausfahrt Apolda). Parkplätze in der Innenstadt und an den Festrändern. Mit der Bahn: Regionalbahn nach Apolda (Halt am Bahnhof Apolda), vom Bahnhof zum Paulinenpark ca. 15 Minuten zu Fuß durch die Altstadt.
Eintritt zum Festgelände frei. Workshops, Stadtführungen und Sonderprogramme z.T. kostenpflichtig — Anmeldung über die Stadt Apolda.
Wer das Textilthema vertiefen möchte: das GlockenStadtMuseum Apolda bietet auch eine Abteilung zur Apoldaer Textilgeschichte. Sehenswert ist außerdem der historische Bahnhof von Apolda.
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Paulinenpark, Apolda
Paulinenpark, 99510 Apolda