Gedenkwoche zum 400. Jahrestag des Blutpfingsten 1626 in Hann. Münden
Das Blutpfingsten von 1626 gehört zu den tragischsten Ereignissen in der Geschichte Hann. Mündens und der gesamten Region. Während des Dreißigjährigen Krieges, der Deutschland von 1618 bis 1648 verheerte, fielen kaiserliche Truppen unter dem Befehl des Feldherrn Johann Tserclaes von Tilly am Pfingstwochenende 1626 über die Stadt her. Trotz Übergabeverhandlungen und Zusicherungen kam es zu einem schweren Massaker, das die Stadt für Generationen prägte und in das kollektive Gedächtnis Hann. Mündens eingebrannt ist.
2026 jährt sich dieses Ereignis zum 400. Mal. Die Stadt Hann. Münden hat dazu ein umfangreiches Gedenkprogramm aufgelegt, das das historische Ereignis nicht nur erinnert, sondern in den Kontext der allgemeinen Kriegsgeschichte, der Friedensthematik und der heutigen gesellschaftlichen Verantwortung stellt. Die Veranstaltungswoche vom 18. bis 25. Mai 2026 schließt das Pfingstwochenende ein und damit den Jahrestag des Ereignisses.
Den dokumentarischen Kern des Gedenkprogramms bildet eine Sonderausstellung im Hagelturm, einem der bedeutenden historischen Türme der Stadtbefestigung Hann. Mündens. Die Ausstellung präsentiert historische Quellen, zeitgenössische Berichte, Grafiken und Objekte aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und macht die Ereignisse von 1626 historisch greifbar.
Abendvorträge von Historikern und Friedensforschern beleuchten verschiedene Aspekte des Ereignisses und seiner Nachgeschichte. Ein Orgelkonzert mit barocker und zeitgenössischer Musik in einer der Mündener Kirchen schafft den musikalischen Rahmen für das Gedenken. Die Kombination aus historischer und musikalischer Reflexion eröffnet unterschiedliche Zugänge zum Thema.
Thematische Stadtführungen führen die Besucher zu den historischen Orten des Ereignisses und erläutern die topografischen und architektonischen Hintergründe. Historische Spaziergänge und szenische Lesungen mit Texten aus der Zeit und literarischen Reflexionen über Krieg, Gewalt und Erinnerung runden das Programm ab. Die szenischen Lesungen verbinden dokumentarische Quellen mit ästhetischer Inszenierung.
Die Gedenkwoche ist als vielschichtiges Programm konzipiert, das das historische Ereignis aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Sonderausstellung im Hagelturm liefert die dokumentarische Grundlage, die Vorträge die wissenschaftliche Einordnung, das Orgelkonzert den musikalischen Rahmen, die Stadtführungen den topografischen Zugang und die szenischen Lesungen die literarisch-ästhetische Reflexion. Diese Vielfalt schafft unterschiedliche Begegnungsmöglichkeiten mit dem Thema.
Das Programm versteht sich nicht nur als historische Erinnerung, sondern auch als Beitrag zur aktuellen Friedensdiskussion. Die Gewalterfahrungen des Dreißigjährigen Krieges sind eine Mahnung, die für die gegenwärtige Gesellschaft Bedeutung hat. Die Gedenkwoche möchte beide Dimensionen verbinden: die Trauer um die Opfer von 1626 und die Verantwortung für eine friedliche Zukunft.
Hagelturm und weitere historische Orte in der Hann. Mündener Altstadt, 34346 Hann. Münden.
Mit der Bahn bis Hann. Münden Bahnhof, von dort wenige Minuten zu Fuß in die Altstadt. Mit dem Auto über die A7 oder A38.
18. – 25. Mai 2026 (Gedenkwoche zum 400. Jahrestag des Blutpfingsten 1626).
Eintritt zu den einzelnen Veranstaltungen je nach Programmpunkt. Aktuelle Informationen unter hann.muenden-erlebnisregion.de.
Stadt Hann. Münden. Programmübersicht über das Stadtmarketing und die Erlebnisregion Hann. Münden.
Das Pfingstwochenende 2026 (23.–25. Mai) ist Teil der Gedenkwoche und enthält besondere Programmpunkte am Jahrestag.
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