Internationales queeres Filmfestival – 20. Jubiläumsausgabe an drei Berliner Spielorten
XPOSED entstand 2006 als kleines, von Filmemacherinnen selbst getragenes Kurzfilmfestival. Aus dem Format ist über zwei Jahrzehnte hinweg eines der profilierten queeren Filmfestivals Europas geworden – mit eigenem Programmbeirat, eigenen Awards (den Lolly Awards) und einem festen Platz im Berliner Kulturkalender. 2026 läuft die 20. Jubiläumsausgabe, die das Festival nochmals deutlich erweitert: mehr Spielfilme, mehr Kurzfilme, ein eigener Campus für Branchen-Workshops, drei parallele Ausstellungen.
Das Festival bespielt drei Orte, die in der Berliner Off-Kultur einen klaren Platz haben. Das Sinema Transtopia im ehemaligen Wedding-Krankenhaus Haus der Statistik ist die zentrale Spielstätte – ein migrantisch-queer geprägtes Programmkino, das transnationale Erzählungen ins Zentrum stellt. Das Aquarium am Südblock am Kottbusser Tor steht für eine politische und queere Kunst- und Diskursszene rund um den Kotti. Die Vierte Welt in Kreuzberg ist Performance- und Diskursort mit klarem queer-feministischem Profil. Die Dreiteilung gibt dem Festival räumliche und konzeptuelle Tiefe.
Das Programm 2026 versammelt 15 neue Spielfilme, Dokumentationen und experimentelle Werke sowie 59 neue Kurzfilme aus aller Welt. Vom 21. bis 24. Mai läuft eine retrospektive Reihe zum 20-Jahre-Jubiläum. Parallel zeigen drei Ausstellungen Video-Installationen und VR-Experiences – ein Format, das XPOSED seit Jahren als Grenzgang zwischen Kino, bildender Kunst und Performance pflegt. Dazu kommen interaktive Cinema-Performances und der XPOSED Pop Up Campus mit Panels und Workshops für Filmschaffende.
Höhepunkt am Schlusstag (31. Mai) sind die Lolly Awards – die Festivalpreise für die besten Spielfilme, Kurzfilme und Performances. Anschließend folgt die Closing Party mit Live-Performances. Das Festival versteht sich, wie die Veranstalter formulieren, als «Ort des Widerstands» – queere Erzählungen, die kulturelle und künstlerische Grenzen befragen. In einem politischen Klima, das queere Selbstbestimmung zunehmend wieder zur Verhandlungsmasse macht, ist das nicht nur Programmlinie, sondern Haltung.
Das Festivalprogramm 2026 ist deutlich umfangreicher als in den Vorjahren – das Jubiläum gibt den Anlass für eine erweiterte Spielfläche. Inhaltlich bleibt XPOSED bei seiner Linie: queere Erzählungen aus aller Welt, mit Vorrang für Stimmen jenseits des westlichen Mainstreams, und ein klarer politisch-künstlerischer Anspruch.
Die Aufteilung auf drei Spielorte ist programmatisch: das Sinema Transtopia trägt die transnationalen, migrationsgeprägten Erzählungen, das Aquarium am Südblock die diskursive und queer-politische Linie, die Vierte Welt das Performance- und Experimentelle. Zwischen den Orten kann man fußläufig oder per U-Bahn pendeln – Sinema Transtopia liegt am Alexanderplatz, die beiden anderen Spielorte am Kottbusser Tor.
Vollständiges Programm, Filmtrailer, Tickets und Pop-Up-Campus-Anmeldung auf xposedfilmfestival.com/2026.
Sinema Transtopia (Haus der Statistik, Otto-Braun-Straße): S-Bahn S5/S7/S9 bis S+U Alexanderplatz, dann fünf Minuten Fußweg. Aquarium am Südblock (Kottbusser Tor): U-Bahn U1/U3/U8 bis Kottbusser Tor. Vierte Welt: U-Bahn U8 bis Kottbusser Tor.
Filme: 0–15 €. Ausstellungen: kostenfrei. Tickets online über xposedfilmfestival.com/2026 und an den Tageskassen. XPOSED Pop Up Campus: separate Anmeldung über die Festivalseite.
Kurzfilmblöcke sind die ideale Einstiegsdroge ins Festival – ein 90-Minuten-Block deckt thematisch oft mehr ab als ein einzelner Spielfilm. Wer das Festival in seiner ganzen Breite erleben möchte, kombiniert Spielfilme, Kurzfilmblöcke und mindestens eine Ausstellung.
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