Geführter Rundgang zum Neuen Jüdischen Friedhof und seiner Jugendstil-Trauerhalle
Worms gehört neben Speyer und Mainz zu den drei SchUM-Städten, die 2021 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden. Die Stadt war im Mittelalter ein Zentrum jüdisch-religiösen, gelehrten und wirtschaftlichen Lebens. Die Synagoge, die Mikwe (Ritualbad) und der Heilige Sand — der älteste erhaltene jüdische Friedhof Europas — bilden den Kern dieses Welterbes.
Als der Heilige Sand im 19. Jahrhundert seine Kapazitätsgrenze erreichte, entstand auf der Hochheimer Höhe ein neuer jüdischer Friedhof, der seither Bestattungsort der Wormser jüdischen Gemeinde war. Anders als der mittelalterliche Heilige Sand prägt den Hochheimer Friedhof die Bestattungs- und Grabmal-Kultur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts — repräsentative Familiengrüfte, Doppelgrabsteine und der vielfach besungene Stil der Gründerzeit und der frühen Moderne.
Architektonisch herausragend ist die Trauerhalle des Friedhofs, ein Bau im sogenannten „Darmstädter Jugendstil“ — jener besonderen, von Joseph Maria Olbrich und der Mathildenhöhe geprägten Spielart des deutschen Jugendstils. Die Halle ist ein seltenes Beispiel jüdisch-bürgerlicher Sakralarchitektur dieser Epoche und ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie eng die jüdische Gemeinde Worms mit der bürgerlichen Kultur ihrer Zeit verbunden war.
Die öffentliche Führung erläutert Geschichte des Friedhofs, Bauwerk und Bedeutung der Trauerhalle, Grabmals-Typologie und die Schicksale prominenter Wormser Familien. Sie ergänzt die SchUM-Führungen am Heiligen Sand und an der Synagoge und macht das jüdische Erbe in seiner ganzen historischen Tiefe sichtbar.
Die Frühjahrsführung am 31. Mai 2026 nutzt die milden Mai-Temperaturen für einen sorgfältig durchgeführten Rundgang. Die Begehung des Friedhofs erfolgt zu Fuß, mehrere Stationen an exemplarischen Gräbern und der Trauerhalle vertiefen die thematische Auseinandersetzung.
Wer den Mai-Termin verpasst, kann die Führung am 26. Juli 2026 (ebenfalls 11 Uhr) wahrnehmen.
Das genaue Programm 2026 wird von der Ortsverwaltung publiziert. Die Struktur folgt den bewährten Eckpunkten der Reihe:
Friedhof Hochheimer Höhe, Worms-Hochheim. Genauer Treffpunkt am Eingangstor.
11:00 Uhr.
Ca. 90 Minuten.
Männliche Teilnehmer müssen aus religiösem Respekt eine Kopfbedeckung tragen. Angemessene Kleidung gewünscht.
Mit dem Auto über die Rheinbrücke Worms in den rechtsrheinischen Stadtteil Hochheim. ÖPNV-Anbindung ab Hauptbahnhof Worms mit Linienbus.
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