Drei Tage Wittgensteiner Schützentradition mit Zapfenstreich, Vogelschießen und Festumzug
Wenn Du Anfang Juli durch Bad Berleburg spazierst, erkennst Du das nahende Schützenfest nicht am Kalender, sondern an den blau-gelben Vereinsfarben, die an Häusern, Laternen und Schaufenstern hängen. Die Wittgensteiner Kreisstadt im Kreis Siegen-Wittgenstein, am Rande des Rothaargebirges gelegen, lebt seit fast 200 Jahren mit dem Rhythmus ihres Schützenvereins. Die Gründung im Jahr 1838 reicht weit zurück in die Zeit der bürgerlichen Vereinsbewegung — und mit über 180 Jahren ungebrochener Tradition zählt der Schützenverein Berleburg 1838 e.V. zu den ältesten Schützenvereinen im südwestfälischen Raum.
Das Schützenfest spielt sich an zwei Plätzen im Stadtzentrum ab: dem zentralen Goetheplatz, auf dem das eröffnende Platzkonzert und der Zapfenstreich stattfinden, und dem klassischen Schützenplatz, dem Schauplatz des Vogelschießens und des Festumzugs. Beide Plätze liegen fußläufig zueinander — eine kompakte Festarchitektur, wie sie für mittelgroße Wittgensteiner Städte typisch ist. Das schafft Nähe: Du läufst zwischen Bühne, Festzelt und Schießstand in wenigen Minuten.
Das Schützenfest 2026 erstreckt sich von Freitag, 5. Juli, bis Sonntag, 7. Juli. Freitag ist Eröffnungstag: Am Abend marschieren die Kompanien in Sternmärschen — von verschiedenen Sammelpunkten aus aufeinander zu — zur gemeinsamen Aufstellung. Das Platzkonzert auf dem Goetheplatz eröffnet offiziell das Fest. Höhepunkt des Abends ist der Zapfenstreich mit anschließendem Mitternachtsfest. Samstag wird unter der Vogelstange ernst: das Vogelschießen ermittelt den neuen Schützenkönig. Wer den letzten Teil des hölzernen Adlers von der Stange holt, regiert die Berleburger Schützen für die kommende Amtszeit. Abends Krönung und großer Festball. Sonntag abschließend mit Festumzug durch Bad Berleburg, Königsparade und Ausklang im Festzelt.
Vor dem Hauptfest findet die Generalprobe der Jungschützen statt — der Berleburger Nachwuchs sucht den Nachfolger der amtierenden Jungschützenkönigin Laurence Doerr. Die Jungschützenabteilung ist ein wichtiger Pfeiler des Vereinslebens: Sie sichert das Brauchtum für die nächste Generation und integriert junge Wittgensteiner ab Teenagerjahren in das Vereinsleben. Die Generalprobe ist gleichzeitig ein eigenständiges kleines Schützenfest und für Besucher offen.
Das Schützenwesen ist in Wittgenstein tief verwurzelt. Neben Bad Berleburg feiern auch Bad Laasphe und Erndtebrück ihre jährlichen Schützenfeste — alle innerhalb weniger Wochen, sodass im Hochsommer ein dichtes Schützenkalendarium entsteht. Die Wittgensteiner Vereine pflegen kollegialen Austausch: Königspaare besuchen die Feste der Nachbarvereine, gemeinsame Festabende sind üblich. Das schafft eine lebendige regionale Schützenkultur, die weit über das einzelne Vereinsfest hinausgeht.
Eine der historischen Gründungsideen des Vereins von 1838 war übrigens das Freibier — eine charmante Reminiszenz an die Bürgerschützen-Tradition, als der Verein ein Bollwerk geselliger Verpflegung war. Heute organisiert ein Festwirt die Gastronomie, der Verein erlebt einen Mitglieder-Boom und stützt sich auf eine breite Verankerung in der Berleburger Bürgerschaft. Das Schützenfest ist hier weit mehr als reine Tradition — es ist ein Identifikationsanker für die Wittgensteiner Kleinstadt.
Wenn Du nach dem Schützenfest noch Zeit hast, lohnt sich ein Spaziergang durch die historische Altstadt mit ihrem barocken Schloss Berleburg, Stammsitz der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Die umliegenden Berge des Rothaargebirges bieten Wander- und Radwege — etwa den Rothaarsteig, einen der bekanntesten Fernwanderwege Deutschlands. Bad Berleburg ist staatlich anerkannter Kneippkurort und damit ein ruhiger, naturnaher Übernachtungsort.
Die Ausgabe 2026 begeht das Berleburger Schützenfest in seiner bewährten Dreitagesstruktur. Mit Platzkonzert und Zapfenstreich am Freitag, dem Vogelschießen als Höhepunkt am Samstag und dem großen Festumzug am Sonntag wird das Fest zum Sommerhöhepunkt der Wittgensteiner Kreisstadt. Die Generalprobe der Jungschützen geht dem Hauptfest voraus.
Eintritt zum Festgelände kostenlos. Speisen, Getränke und Eintritt zu den Festabenden im Festzelt teils kostenpflichtig.
Mit dem Auto: A45 Ausfahrt Olpe, dann B62 Richtung Bad Berleburg. Mit der Bahn: Rothaarbahn (RB 93) bis Bahnhof Bad Berleburg, von dort 10 Min Fußweg zum Goetheplatz.
Eintritt zum Festgelände frei. Festabende im Festzelt teils kostenpflichtig.
Fr 5. Juli: Sternmarsch, Platzkonzert Goetheplatz, Zapfenstreich, Mitternachtsfest. Sa 6. Juli: Vogelschießen, Königskrönung, Festball. So 7. Juli: Festumzug, Königsparade, Ausklang.
Vor dem Hauptfest findet die Generalprobe der Jungschützen statt — sehenswert für Familien und für alle, die das Brauchtum aus nächster Nähe erleben wollen.
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Goetheplatz & Schützenplatz
Goetheplatz, 57319 Bad Berleburg