PlattePlatte — Das Abschiedsfestival Eisenhüttenstadt
Ausgabe 2026 Visual arts Contemporary art Street art

PlattePlatte — Das Abschiedsfestival Eisenhüttenstadt

Kunstfestival in einem 12-stöckigen Plattenbau vor dem Abriss — 10. bis 12. April 2026

Eisenhüttenstadt — Landkreis Oder-Spree (12067) Ab 2026
Termine 10 Apr — 12 Apr 2026
Ort Eisenhüttenstadt (12067)
Preise Kostenlos
Status Bestätigt

Vorstellung von PlattePlatte

Vom 10. bis 12. April 2026 verwandelt der Fotograf und Architekt Martin Maleschka einen 12-stöckigen Plattenbau in der Mittelschleuse 9 in Eisenhüttenstadt in ein temporäres Kunstlabor — bevor er von der Stadt abgerissen wird. Rund 50 Künstler*innen besetzen die 55 leeren Wohnungen und reflektieren mit Installationen, Performances, Klangstücken und Diskussionsformaten die Platte als Ort von Kultur, Erinnerung und ostdeutscher Geschichte. Vernissage Freitag 16 Uhr. Ein einmaliges, interdisziplinäres Kunstereignis.

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Abschied von der Platte

Bis 2030 will die Stadt Eisenhüttenstadt fast alle ihrer ursprünglichen Plattenbau-Hochhäuser aus den 1960er Jahren abreißen. Die Bevölkerung der einst auf 50.000 Einwohner ausgelegten DDR-Vorzeigestadt ist auf knapp 25.000 geschrumpft, viele Hochhäuser stehen leer, und die Konversion der Innenstadt soll mit kontrolliertem Rückbau gelingen. Bevor das 12-stöckige Hochhaus in der Mittelschleuse 9 — eines der ersten zum Abriss vorgesehenen Gebäude — fällt, übernimmt es für drei Tage Martin Maleschka: Fotograf, Architekt und in Eisenhüttenstadt aufgewachsen. Er konvertiert das leerstehende Gebäude in ein temporäres Kunstlabor — und nennt das Festival „PlattePlatte“.

50 Künstler, 55 Wohnungen, drei Tage

Das Konzept ist radikal: 50 Künstler*innen aus Deutschland und international ziehen für drei Tage in die 55 leeren Wohnungen. Jede Wohnung wird ein eigener Ausstellungsraum, eine eigene Bühne, ein eigener Klangraum oder ein eigenes Diskussionsforum. Die Genres reichen von bildender Kunst über Klangkunst, Tanz, Performance bis zu wissenschaftlichen Vorträgen und Stadtsoziologie. Es geht um eine pluri-disziplinäre Annäherung an einen Ort, der für ostdeutsche Geschichte steht — die Platte als Hoffnung der Moderne, als Lebensraum dreier Generationen, als Symbol für ein gescheitertes Wohnungsbauprojekt, jetzt als bedrohte Architektur.

Martin Maleschka — Architekt der Erinnerung

Martin Maleschka ist in Eisenhüttenstadt aufgewachsen, studierte später Architektur und Fotografie und hat sich seither der Dokumentation der DDR-Architektur verschrieben. Seine fotografischen Arbeiten über Plattenbauten, ehemalige Konsum-Filialen und Sozial-Hochhäuser wurden international ausgestellt. Mit dem PlattePlatte-Festival kehrt er nach Eisenhüttenstadt zurück und schließt einen Kreis: Er gibt der Architektur seiner Kindheit ein letztes Wort, bevor die Bagger anrollen.

Vernissage und Programm

Die Vernissage findet am Freitag, 10. April 2026 um 16:00 Uhr statt — ein bewusst niedrigschwelliger Auftakt mit Begrüßung von Maleschka, kurzen Einführungen einzelner Künstler*innen und Gelegenheit für das Publikum, alle Etagen zu durchwandern. Samstag und Sonntag bieten Performances, Klangkonzerte, Diskussionsrunden und Filme. Das Hochhaus verwandelt sich in einen vertikalen Festivalplatz mit Programmpunkten parallel auf jeder Etage. Wer alle Wohnungen besuchen will, sollte mindestens zwei volle Tage einplanen.

Eisenhüttenstadt — die erste sozialistische Stadt

Eisenhüttenstadt (bis 1961: Stalinstadt) wurde 1950 als planmäßige sozialistische Modellstadt rund um das Eisenhüttenkombinat Ost errichtet — die erste sozialistische Stadtgründung Deutschlands. Die symmetrische Innenstadt mit den klassizistischen Wohnblöcken der ersten Bauphase steht heute unter Denkmalschutz und ist das größte zusammenhängende Baudenkmal des frühen DDR-Städtebaus. Die später errichteten Plattenbauten der zweiten und dritten Bauphase (1960er-80er) sind nicht denkmalgeschützt — und werden in den nächsten Jahren weitgehend abgerissen. Das PlattePlatte-Festival ist ein letzter Akt der Würdigung dieser zweiten Generation.

Anreise und Tipps

Eisenhüttenstadt ist mit dem RE 1 ab Berlin Hauptbahnhof in rund 90 Minuten erreichbar. Das Hochhaus in der Mittelschleuse 9 liegt nördlich des Stadtzentrums. Wer das Wochenende mit einem Stadtspaziergang verbinden will: Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und die Magistrale mit ihrer DDR-Modernismus-Architektur lohnen einen Besuch vor oder nach dem Festival.

PlattePlatte — Ausgabe 2026

Einmaliges Kunstfestival im 12-stöckigen Plattenbau Mittelschleuse 9 in Eisenhüttenstadt vor dem Abriss. 50 Künstler*innen bespielen 55 leere Wohnungen mit Installationen, Performances, Klangkunst und Diskussionsformaten. Vernissage Fr 10.4. 16 Uhr, Programm bis So 12.4. Kuration: Martin Maleschka.

Eine letzte Inszenierung vor dem Bagger

Das PlattePlatte-Festival ist ein einmaliges Kunstereignis — wörtlich. Das 12-stöckige Plattenbau-Hochhaus an der Mittelschleuse 9 wird nach dem Festival abgerissen. Die drei Festivaltage sind die letzte Gelegenheit, das Gebäude in seiner architektonischen Form zu erleben.

Martin Maleschka, der Kurator und in Eisenhüttenstadt aufgewachsene Fotograf und Architekt, hat 50 Künstler*innen eingeladen, jeweils eine Wohnung als eigenen Ausstellungs- oder Aufführungsraum zu gestalten. Die Beiträge reflektieren die Platte als Lebensraum, Erinnerungsort und bedrohten kulturellen Raum — pluri-disziplinär und vielstimmig.

Programm PlattePlatte 2026

Freitag, 10. April 2026 — ab 16:00 Uhr

  • 16:00 Uhr: Vernissage mit Martin Maleschka
  • Begrüßung und Einführung einzelner Künstler*innen
  • Offenes Erkunden aller 55 Wohnungen auf 12 Etagen
  • Abends: erste Performances und Klangkonzerte

Samstag, 11. April 2026

  • Vormittag: Führungen durch das Gebäude
  • Nachmittag: Performances, Klangkonzerte, Filme
  • Diskussionsrunden zur Plattenbau-Geschichte und zum Rückbau in ostdeutschen Städten
  • Abends: zentrale Performances

Sonntag, 12. April 2026

  • Vormittag: letzte Führungen und Performances
  • Nachmittag: Festausklang und Abbau

Höhepunkte PlattePlatte 2026

  • Einmaliges Kunstereignis in einem 12-stöckigen Plattenbau vor dem Abriss
  • 50 Künstler*innen in 55 leeren Wohnungen
  • Kuration durch Martin Maleschka, Fotograf und Architekt
  • Pluri-disziplinäres Programm: Installationen, Performance, Klangkunst, Diskussionen
  • Reflexion über DDR-Architektur und ostdeutschen Stadtumbau
  • Voraussichtlich freier Eintritt

Preise PlattePlatte 2026

Voraussichtlich freier Eintritt zu allen Programmpunkten. Aktuelle Infos zur Programmgestaltung und ggf. Spendenaufrufen über die Festival-Website und die lokale Presse.

Praktische Informationen — PlattePlatte

Termin

Freitag 10. April (Vernissage 16:00 Uhr) bis Sonntag 12. April 2026.

Ort

Plattenbau Mittelschleuse 9, 15890 Eisenhüttenstadt (Landkreis Oder-Spree).

Eintritt

Voraussichtlich freier Eintritt zu allen Programmpunkten (Stand Mai 2026; aktuelle Infos auf der Festival-Website und in der lokalen Presse).

Anreise

Mit der Bahn ab Berlin Hbf via RE 1 nach Eisenhüttenstadt (rund 90 Minuten). Vom Bahnhof zu Fuß oder mit dem Bus zur Mittelschleuse. Mit dem Auto über die A 12 (Abfahrt Eisenhüttenstadt) und die B 112.

Tipp

Festes Schuhwerk und warme Kleidung mitbringen — das Hochhaus ist nicht beheizt und nur bedingt instand gesetzt. Programmflyer am Eingang.

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Wo es stattfindet PlattePlatte

Hochhaus Mittelschleuse 9

Mittelschleuse 9, 15890 Eisenhüttenstadt

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