UNESCO-Brauchtum — sechs brennende Eichenholzräder rollen Ostersonntag den Osterberg hinab
Der Osterräderlauf in Lügde ist einer der ältesten und imposantesten Frühlingsbräuche im deutschsprachigen Raum. Erste schriftliche Erwähnungen reichen ins 17. Jahrhundert zurück, die mündliche Tradition ist deutlich älter und wird auf vorchristliche Sonnenkult-Riten zurückgeführt. Das Anzünden gewaltiger Räder zum Frühlingsbeginn symbolisierte den Sieg der Sonne über die Dunkelheit des Winters. Mit der Christianisierung wurde der Brauch in die Osterzeit integriert und mit der Auferstehung Christi verbunden. 2018 wurde der Osterräderlauf in das UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Die sechs Räder sind aus massivem Eichenholz gefertigt und haben einen Durchmesser von rund 1,7 Metern. Sie werden mit Roggenstroh ausgestopft, das beim Anzünden lichterloh brennt. Sechs Räder, weil seit alters her sechs Dechen — also sechs Bauernhöfe oder Gefährten — den Brauch trugen. Jedes Rad wird von einer eigenen Dechen-Mannschaft betreut, die nach festen Regeln rembourriert, geschmückt und am Ende den Hang hinabrollt.
Der Osterberg liegt am östlichen Ortsrand von Lügde und bietet einen idealen Hang, um die Räder ins Tal rollen zu lassen. An seinem Hang verteilen sich Zuschauer in mehreren Reihen, die Anhöhe wird von Sicherheitskräften abgeschritten. Der Brand des Strohs erleuchtet die Nacht über dem Emmertal, der Anblick der herabrollenden Räder bleibt unvergesslich.
Am Samstag, 4. April 2026, gegen 16 Uhr formiert sich eine erste Parade durch den Ort. Am Sonntag, 5. April, beginnt um 13 Uhr ein Konzert auf dem Marktplatz, gegen 14 Uhr setzt sich die Parade mit den geschmückten — noch nicht angezündeten — Rädern in Bewegung. Von etwa 15 bis 18 Uhr wird auf dem Osterberg unter den Augen der Besucher das aufwendige Rembourrage durchgeführt, bei dem das Stroh fest in die Räder gestopft wird. Höhepunkt ist das Anzünden und Hinunterrollen um 21 Uhr in der einbrechenden Dunkelheit.
Lügde ist administrativ Teil des Kreises Lippe (NRW), liegt aber unmittelbar an der niedersächsischen Grenze und ist eng mit Bad Pyrmont verflochten. Viele Besucher übernachten in Bad Pyrmont, da die Hotel- und Pensionskapazität in Lügde begrenzt ist. Vom Pyrmonter Bahnhof oder mit dem Auto ist Lügde in wenigen Minuten erreichbar.
Wegen des hohen Besucheraufkommens werden Zufahrtsstraßen rund um Lügde am Ostersonntag teilweise gesperrt. Park-and-Ride-Angebote werden organisiert, Shuttlebusse fahren von ausgewiesenen Parkplätzen zum Osterberg. Aktuelle Informationen zur Verkehrsführung werden kurz vor dem Termin auf osterraederlauf.de und der Lügder Stadtseite veröffentlicht. Eintritt zum Osterberg üblicherweise gegen kleines Entgelt zur Deckung der Brauchtumskosten.
Die genauen Uhrzeiten und Programmpunkte bleiben dem etablierten Ablauf treu. Anpassungen, Wetterhinweise und Verkehrsinformationen werden kurz vor dem Termin auf osterraederlauf.de publiziert.
Mit dem Auto über die B1 oder B83 nach Lügde. Verkehrsbeschränkungen am Ostersonntag, Park-and-Ride wird organisiert. Mit der Bahn über Bad Pyrmont Bahnhof, von dort Bus oder Taxi.
Sonntag, 5. April 2026 (Ostersonntag). Anzünden und Hinunterrollen der Räder um 21 Uhr. Begleitprogramm Samstagnachmittag (Parade) und Sonntag ab 13 Uhr (Konzert, Parade, Rembourrage).
Eintritt zum Osterberg üblicherweise gegen kleines Entgelt zur Erhaltung des Brauchtums. Aktuelle Informationen auf osterraederlauf.de.
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