500 Jahre Liturgiereform — Allstedt feiert Thomas Müntzer
Die kleine Stadt Allstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz ist eine der historisch bedeutsamsten Orte der deutschen Reformations- und Frühneuzeit-Geschichte. Hier wirkte Thomas Müntzer 1523/24 als Pfarrer und führte die erste deutschsprachige evangelische Messe ein — ein liturgisches Experiment, das die Reformation in eine radikalere Richtung trieb und Müntzer schließlich in den Bauernkrieg führte. Im Schloss Allstedt traf Müntzer im Juli 1524 die sächsischen Fürsten — in seiner sogenannten Fürstenpredigt.
Die Müntzer-Festspiele sind ein junges Festival, das diesen historisch dichten Boden öffentlich macht. Anlass ist das 500-jährige Jubiläum der Liturgiereform — 2024 startete das Festspielformat, 2026 läuft es als Mehrfest-Wochenende im Mai über mehrere Tage.
Im Mittelpunkt steht der Festumzug vom Vorwerkteich zum Markt. Hunderte Bürgerinnen und Bürger der Stadt in historischen Kostümen ziehen durch die Altstadt — Müntzer und sein Gefolge an der Spitze, dazu Bauern, Stadtbürger, Geistliche, Soldaten. Auf dem Markt entsteht ein historischer Markt mit Handwerkern, Schenken und regionalen Spezialitäten wie Müntzerbier der Mühlenbräu und Müntzer-Whisky der lokalen Spirit-of-Oak-Destillerie.
Das AndersweltTheater aus Stolberg spielt das eigens entwickelte Stück „Thomas Müntzer — Sohn Stolbergs”. Auf der Markbühne tritt die Allstedter Band Check-out auf, gefolgt von Biba & die Butzemänner. Am 30. Mai findet zudem das 2. Allstedter Gespräch statt — eine moderierte Diskussion zu Müntzers Erbe und Aktualität.
Allstedt liegt im südlichen Sachsen-Anhalt, im Landkreis Mansfeld-Südharz, etwa 30 km westlich von Halle (Saale) und 50 km östlich von Nordhausen. Die Region ist Teil der Lutherweg-Reformationslandschaft und der Mansfelder Bergbau-Traditionsregion. Wer das Festival besucht, kann den Aufenthalt mit dem benachbarten Lutherstadt Eisleben (UNESCO-Welterbe), Mansfeld, dem Kyffhäuser-Denkmal und dem Sangerhäuser Europa-Rosarium verbinden.
Die Müntzer-Festspiele 2026 sind als Festwoche angelegt: Während die Schwerpunktveranstaltungen am Wochenende vom 22. bis 24. Mai stattfinden, schließt das Festival mit dem 2. Allstedter Gespräch am 30. Mai. Die Stadt Allstedt feiert damit ein doppeltes Jubiläum: 500 Jahre Liturgiereform und 500 Jahre Bauernkrieg.
Die Festwoche knüpft an das nationale Programm „Gerechtigkeyt 1525” an, das das Jubiläumsjahr des Bauernkriegs in mehreren Bundesländern thematisiert.
Detailprogramm und Aktualisierungen auf allstedt.de und im Veranstaltungskalender meinestadt.de.
Bahn: Bahnhof Sangerhausen (15 km) mit ICE-Anschluss, weiter mit Bus oder Taxi. Auto: A38 Halle–Göttingen, Abfahrt Sangerhausen oder Allstedt.
Eintritt zum Stadtfest frei. Einzelveranstaltungen (z.B. Theateraufführung) ticketpflichtig.
Festzone Markt, Schlossgelände, Vorwerkteich. Familienfreundlich, Verpflegung über lokale Anbieter mit Müntzerbier und regionalen Spezialitäten.
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Markt Allstedt, Vorwerkteich, Schloss
Markt, 06542 Allstedt