Pfingstfest in Rothenburg ob der Tauber — UNESCO-immaterielles Kulturerbe seit 1881
Im Oktober 1631 belagerte General Tilly mit dem kaiserlich-katholischen Heer das protestantische Rothenburg. Die Stadt drohte zerstört zu werden. Der Legende nach setzte Tilly im Rathaus an, einen Drei-Kannen-Humpen (über drei Liter Frankenwein) zu prüfen — und versprach, die Stadt zu verschonen, wenn ein Bürger den Humpen in einem Zug leeren würde. Altbürgermeister Georg Nusch trat an, trank den Humpen leer und rettete Rothenburg. Diese Geschichte — historisch nicht belegt, aber als Stadtlegende fest verankert — wird seit 1881 jedes Pfingsten von der Bürgerschaft aufgeführt.
Hauptakt ist die Aufführung im Kaisersaal des historischen Rathauses am Marktplatz — derselbe Saal, in dem der historische Meistertrunk stattgefunden haben soll. Das Stück, das ohne professionelle Schauspieler von Bürgerinnen und Bürgern Rothenburgs gespielt wird, ist eine der ältesten ungebrochenen Theatertraditionen Deutschlands.
Parallel zur Bühne wird die gesamte Altstadt zum lebendigen Geschichtsfest: Auf der Festwiese vor den Stadtmauern entsteht ein historisches Heerlager mit hunderten Soldaten, Marketenderinnen und Reitern in originalgetreuen Kostümen des 17. Jahrhunderts. Am Grünen Markt und an der Jakobskirche stellen Handwerker mittelalterliche Techniken (Bogenbau, Schmiede, Wollverarbeitung) vor. Tänze, Umzüge und Hirtentanz-Vorführungen ergänzen das Programm.
2016 wurde „Der Meistertrunk“ als immaterielles Kulturerbe Deutschlands anerkannt. Damit gehört Rothenburgs Pfingstfest zu den ganz wenigen Bürgerspiele Deutschlands, die diese Auszeichnung tragen — neben dem Schäfflertanz München und dem Limburger Kasperle.
Rothenburg ob der Tauber liegt im Landkreis Ansbach im westlichen Mittelfranken, an der Romantischen Straße. Die fast vollständig erhaltene mittelalterliche Altstadt — eine der bekanntesten Deutschlands — bildet ohne weitere Inszenierung bereits eine perfekte Kulisse. Während des Pfingstfestes ist die Stadt traditionell überlaufen; eine frühzeitige Anreise und Hotelbuchung sind dringend empfohlen.
Die Termine 2026 sind offiziell vom Festspielverein bestätigt: Freitag, 22. Mai, bis Pfingstmontag, 25. Mai. Wie jedes Jahr findet das Festspiel parallel auf mehreren Ebenen statt — als Bühnenstück im historischen Kaisersaal des Rathauses, als lebendiges Heerlager auf der Festwiese vor den Mauern, als Umzug durch die Altstadt und als Handwerkermarkt im Bereich Grüner Markt und Jakobskirche.
Die Aufführungen werden ausschließlich von Rothenburger Bürgerinnen und Bürgern gespielt; professionelle Schauspielerinnen kommen nicht zum Einsatz. Diese Bürgerschaftlichkeit gehört zur DNA des Festspiels und ist Teil der Begründung der UNESCO-Anerkennung von 2016.
Tickets für die Kaisersaal-Aufführungen über meistertrunk.de.
Bahnhof Rothenburg ob der Tauber direkt am Stadtrand; Umsteigeverbindungen über Steinach (b. Rothenburg). Mit dem Auto über die A 7 (Anschluss Rothenburg ob der Tauber). Innerhalb der Altstadtmauern ist der Autoverkehr stark eingeschränkt — Parkplätze ringsum.
Aufführungen im Kaisersaal sind ticketpflichtig (Vorverkauf über meistertrunk.de). Heerlager, Handwerkermarkt und Umzüge in der Altstadt sind frei zugänglich.
Hotels in Rothenburg sind während Pfingsten meist Monate im Voraus ausgebucht. Ausweichmöglichkeiten: Schillingsfürst, Dinkelsbühl, Feuchtwangen oder Bad Windsheim.
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Altstadt Rothenburg (Kaisersaal, Marktplatz, Festwiese, Grüner Markt)
Marktplatz, 91541 Rothenburg ob der Tauber