Europäische Kunstbiennale im Ruhrgebiet — 12 ehemalige Nachkriegskirchen werden zu Orten der Begegnung in Gelsenkirchen, Duisburg, Essen und Bochum
Die Manifesta ist Europas einzige wandernde Kunstbiennale — alle zwei Jahre an einem neuen Ort, immer dort, wo gesellschaftliche Umbrüche neue Fragen aufwerfen. 2026 feiert die Biennale ihr 30-jähriges Bestehen, und kommt erstmals ins Ruhrgebiet: Manifesta 16 Ruhr findet vom 21. Juni bis 4. Oktober 2026 in Gelsenkirchen, Duisburg, Essen und Bochum statt. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das Hauptbüro hat seinen Sitz an der Virchowstraße 2 in Gelsenkirchen-Ückendorf, in der ehemaligen Kirche St. Josef.
Zentrales Konzept der Manifesta 16 ist die Umnutzung von 12 entwidmeten Nachkriegskirchen im Ruhrgebiet. Diese Gotteshäuser, in den 1950er- und 60er-Jahren für die Arbeiterfamilien des Ruhrgebiets gebaut, stehen heute oft leer oder werden nur noch sporadisch genutzt. Manifesta 16 macht sie zu Orten der Begegnung: Ausstellungsräume, Diskussionsräume, Performance-Bühnen, Werkstätten. Vier der zwölf Kirchen liegen in Gelsenkirchen, je weitere in Duisburg, Essen und Bochum.
Über 150 Künstlerinnen und Künstler aus 33 Ländern sind eingeladen. Etablierte Größen wie Mona Hatoum, Katharina Fritsch und Luc Tuymans stehen neben aufstrebenden Stimmen aus Osteuropa, Nordafrika, Skandinavien und dem Mittleren Osten. Viele Arbeiten entstehen ortsspezifisch — als Reaktion auf die jeweilige Kirche, ihre Geschichte, ihre Gemeinde, das umgebende Ruhrgebiets-Quartier. Es ist explizit keine reine Werkschau, sondern ein Versuch, mit Kunst gesellschaftliche Fragen vor Ort zu bearbeiten.
Das übergeordnete Thema der Biennale ist das Zusammenleben in postindustriellen Räumen. Das Ruhrgebiet ist dafür ein prädestinierter Ort: Strukturwandel, Migration, Renaturierung, Identität nach dem Kohleausstieg, neue Nachbarschaften. Die kuratorischen Teams, unter anderem mit Henry Meyric Hughes, René Block und Josep Bohigas, entwickeln das Programm in enger Kooperation mit lokalen Stiftungen, der Brost-Stiftung und den Stadtverwaltungen.
Neben den Ausstellungen läuft ein umfangreiches Bildungsprogramm: geführte Spaziergänge zwischen den Kirchen, Schul-Aktionen, eine „School of Weaving" (Webschule, ein Symbol für das Zusammenflechten gesellschaftlicher Fäden), Workshops für Erwachsene und Familien. Jede der 12 Kirchen hat eigene Vermittler, die die Werke erklären und Gespräche moderieren.
In Gelsenkirchen liegt das organisatorische und konzeptionelle Zentrum der Manifesta 16. Vier der 12 Sites befinden sich hier, unter anderem die ehemalige Kirche St. Josef in Ückendorf (Hauptquartier) und andere Kirchen in Bismarck, Buer und Schalke. Gelsenkirchen mit rund 260.000 Einwohnern ist eine der Städte, die der Strukturwandel besonders hart getroffen hat — und das macht die Biennale auch politisch zu einem starken Signal.
Die offizielle Eröffnungsfeier findet am 20. Juni 2026 in der Zeche Zollverein in Essen statt, dem UNESCO-Welterbe-Industriedenkmal. Vom 21. Juni an sind alle 12 Sites geöffnet — Eintritt frei. Ein Manifesta-Shuttle verbindet die Standorte; alternativ kommen Besucher per S-Bahn, U-Bahn und Regionalexpress problemlos zwischen den vier Städten.
Die Jubiläumsausgabe Manifesta 16 Ruhr (30 Jahre Biennale) bringt internationale Spitzenkunst in das Ruhrgebiet. Vier der 12 Standorte liegen in Gelsenkirchen, weitere in Duisburg, Essen und Bochum. Eintritt frei für alle Sites. Schirmherr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Detailprogramm und Karte der Sites auf manifesta16.org/venues.
Eintritt frei. Manifesta-Shuttle zwischen Sites ggf. kostenpflichtig (Tagesticket).
Bahn: Hauptbahnhof Gelsenkirchen (RE, S-Bahn S2). Vom Bahnhof mit Straßenbahn 302 nach Ückendorf zur St. Josef-Kirche. Für die anderen Städte: HBf Duisburg, HBf Essen, HBf Bochum sind alle ICE-Halte. Auto: A40, A42, A52, A40 — das Ruhrgebiet ist dicht über Autobahnen verbunden. Parkplätze in der Nähe der Sites.
Frei zu allen 12 Sites. Ausstellungen, Performances und das Vermittlungsprogramm sind kostenfrei.
Voraussichtlich Di–So 11:00–18:00 Uhr, montags geschlossen. Genaue Öffnungszeiten je Site können variieren — bitte vorab auf manifesta16.org prüfen.
Ein eigener Shuttle verbindet die Sites in Gelsenkirchen, Essen, Duisburg und Bochum. Fahrpläne ab Mai 2026 auf der offiziellen Webseite.
Plan mindestens zwei volle Tage ein, wenn du alle Standorte sehen willst. Ein Wochenende reicht für Gelsenkirchen (4 Sites) plus einen Tag Essen oder Bochum. Die Kombination Manifesta + Zeche Zollverein + Folkwang Museum macht einen perfekten Ruhrgebiets-Kunst-Trip.
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Manifesta 16 Ruhr — Hauptquartier St. Josef Ückendorf
Virchowstraße 2, 45879 Gelsenkirchen