Sakramentsprozession in einem Meer aus tausend Wachslichtern und Bengalfeuern
Nankendorf, ein Ortsteil der Marktgemeinde Waischenfeld in der Fränkischen Schweiz, hat keine 200 Einwohner. An einem Tag im Jahr — dem 31. Dezember — wird der kleine Ort zum Pilgerziel. Tausende Menschen kommen nach Nankendorf, um den Beschluss der Ewigen Anbetung mit der traditionellen Lichterprozession zu erleben. Was sie erwartet, ist eine ungewöhnliche Mischung aus tiefer Frömmigkeit und atemberaubender Lichtinszenierung: das gesamte Tal um Nankendorf wird mit tausenden Wachslichtern beleuchtet, die Hänge erstrahlen abwechselnd in roten und grünen Bengalfeuern, der Wiesent-Fluss reflektiert die Lichter.
Die Ewige Anbetung geht historisch auf die 40-stündige Andacht zurück, die Papst Clemens VIII. 1592 eingeführt hatte. Im Bistum Bamberg wurde diese im 18. Jahrhundert formalisiert und auf alle Pfarreien des Bistums verteilt — jedes Dorf bekam einen Tag im Jahr, an dem das Allerheiligste den ganzen Tag zur Anbetung ausgesetzt war. Für Nankendorf ist dieser Tag der 31. Dezember. Was als reine Gebetsfeier begann, hat sich im Lauf des 20. Jahrhunderts zu einem öffentlichen Großereignis entwickelt — ohne die spirituelle Tiefe zu verlieren.
Das Visuelle entsteht aus dem Engagement der Dorfbewohner. Die Freiwillige Feuerwehr Nankendorf und die Pfarrei produzieren in den Wochen vor Silvester tausende selbst gegossene Wachslichter — manche in Holzfeuerschalen, andere in Schalen aus Eis und Naturmaterialien. Am Nachmittag verteilen Helfer sie an den Hängen, in den Wegen, am Friedhof, am Fluss. Dazu kommen Pechfackeln und vor allem Bengalfeuer, die die Hänge in regelmäßigen Abständen abwechselnd in rotem und grünem Licht aufflammen lassen. Bei der Sakramentsprozession um 17:15 Uhr ist das gesamte Tal eine einzige Lichtinszenierung.
Die Sakramentsprozession folgt dem traditionellen liturgischen Ablauf: Der Pfarrer trägt die Monstranz unter einem Baldachin durch das Dorf, begleitet von Ministranten, Fahnenträgern, Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, des Schützenvereins, der Bürgermeister von Waischenfeld und der gesamten Bevölkerung. Die Blaskapelle Nankendorf begleitet musikalisch. Die Prozession startet aus der Pfarrkirche, zieht durch den Friedhof, durch die unteren Straßen und endet wieder in der Kirche. Tausende Gläubige und Schaulustige folgen ihr.
Wer Nankendorf an Silvester besucht, sollte sich auf kaltes fränkisches Winterwetter einstellen — gerne mit Minusgraden und Frost. Genau diese Atmosphäre verstärkt das Erlebnis: die kalte Luft, die Atem in Wolken, das warme Licht der tausend Kerzen, die Glocken, die Blasmusik, die Stille zwischen den Liedern. Es ist eine der eindrucksvollsten Sakralveranstaltungen im deutschsprachigen Raum.
Am Silvestertag 2026 setzt sich die jahrhundertealte Tradition fort. Der Tag beginnt um 10:00 Uhr mit dem feierlichen Eröffnungsgottesdienst, mit dem die Ewige Anbetung in Nankendorf eingeleitet wird. Während des ganzen Tages verbleibt das Allerheiligste in der Pfarrkirche zur Anbetung.
Ab 13:00 Uhr beginnen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und der Pfarrei, die in wochenlanger Arbeit selbst gegossenen Wachslichter und Holzschalen an den Hängen, am Friedhof und entlang der Straßen zu verteilen. Um 16:00 Uhr beginnt die Eucharistiefeier zum Jahresabschluss in der Pfarrkirche; gleichzeitig entzünden die Helfer die tausenden Kerzen, sodass das ganze Tal in einem Meer aus Lichtern erstrahlt.
Der dramatische Höhepunkt ist die Sakramentsprozession ab 17:15 Uhr: Mit dem Allerheiligsten unter dem Baldachin zieht der Pfarrer, begleitet von Feuerwehr, Schützenverein, Bürgermeister, Blaskapelle und der gesamten Pfarrei sowie tausenden Schaulustigen durch das Dorf. Bengalfeuer flammen abwechselnd in Rot und Grün an den Hängen auf.
Die Veranstaltung wird durch Polizei und Malteser Hilfsdienst gesichert. Weitere Informationen auf nankendorf.de.
Nankendorf liegt im Wiesenttal in der Fränkischen Schweiz, Ortsteil der Marktgemeinde Waischenfeld (Landkreis Bayreuth). Mit dem Auto über die A9 (Ausfahrt Pegnitz oder Trockau) und dann über die B470 ins Wiesenttal. Mit der Bahn nur eingeschränkt: nächster Bahnhof Forchheim oder Pegnitz, von dort mit Auto/Taxi. Wichtig: Ab 16:00 Uhr ist der Ort für den motorisierten Verkehr gesperrt. Empfohlen wird die Anreise mit dem Fahrrad ab Waischenfeld oder zu Fuß.
Eintritt frei. Beginn der Ewigen Anbetung um 10:00 Uhr mit Eröffnungsgottesdienst. 13:00 Uhr beginnen die Helfer mit dem Verteilen der Lichter auf den Hängen. 16:00 Uhr Entzünden der Lichter, gleichzeitig Jahresabschluss-Eucharistiefeier in der Pfarrkirche. 17:15 Uhr Beginn der Sakramentsprozession durch das Dorf.
Warme Kleidung, Mütze, Handschuhe und winterfeste Schuhe sind Pflicht. Der Höhepunkt ist die Sakramentsprozession ab 17:15 Uhr — ab 16:30 Uhr im Dorf sein. Parken nur am Ortsrand möglich, in der Innenstadt herrscht Verkehrsverbot. Polizei und Malteser sind vor Ort. Für die Fotografen: Stativ und Belichtungszeit-Reserven mitbringen, ohne Blitz arbeiten.
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Ortsteil Nankendorf und umliegende Hänge (Wiesenttal)
Nankendorf, Ortsteil von Waischenfeld, 91344 Waischenfeld