Ältestes Volksfest der Region — über 667 Jahre Tradition rund um den Laurentius-Tag
Wenn Du nach einem deutschen Volksfest mit Rekord-Tradition suchst, kommst Du an Clarholz kaum vorbei. Die ostwestfälische Gemeinde Herzebrock-Clarholz im Kreis Gütersloh — rund 16.000 Einwohner — beherbergt eines der ältesten dokumentierten Volksfeste Deutschlands: die Laurentiuskirmes. Ihre Wurzeln gehen auf das Jahr 1359 zurück, als der Bischof von Osnabrück per Edikt den Markttag für Clarholz auf den Tag nach dem Festtag des heiligen Laurentius (10. August) verlegte. Über 667 Jahre ungebrochene Kirmes-Tradition machen die Laurentiuskirmes zu einem einzigartigen Stück deutscher Volkskultur.
Der heilige Laurentius (auch Laurentius von Rom) war römischer Diakon und wurde 258 n. Chr. unter Kaiser Valerianus den Märtyrertod auf einem glühenden Rost erlitten. Sein Festtag, der 10. August, ist seit dem Mittelalter einer der wichtigsten Heiligen-Festtage des katholischen Kirchenjahres. Die Pfarrkirche St. Laurentius in Clarholz, ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert stammend, stellt den geistlichen Mittelpunkt der Gemeinde dar — und die Kirmes ist das volkskundliche Pendant zum Patronatsfest. Bis heute beginnt die Kirmes traditionell mit einer Prozession von der Kirche zum Marktplatz.
Die Laurentiuskirmes 2026 läuft vom Samstag, 1. August bis Montag, 3. August — am ersten Augustwochenende, traditionell rund um den Laurentius-Termin. Programm im klassischen Kirmes-Format: Schausteller mit Karussells, Autoscooter, Riesenrad und Kettenkarussell auf dem Marktplatz; Wurf- und Schießbuden mit Klassiker-Preisen; Imbiss-Stände mit Bratwurst, Pommes, Reibekuchen, Crêpes und Lebkuchenherzen; Bier-Pavillon mit lokaler Brauerei. Live-Musik auf der kleinen Bühne, Tanz im Festzelt am Abend.
Die historische Quelle ist gut dokumentiert: Der Bischof von Osnabrück verlegte 1359 das Marktrecht für Clarholz auf den 11. August — den Tag nach dem Laurentius-Festtag. Diese Markterlaubnis war im Mittelalter ein wichtiges Privileg, das eine Siedlung vom Dorf zur marktwirtschaftlich relevanten Kommune erhob. Aus dem Jahrmarkt wuchs über Jahrhunderte die Kirmes — eine Verbindung aus religiösem Fest, Wirtschaftsmarkt und Volksfest, die typisch für deutsche Kirmes-Traditionen ist. Clarholz ist eines der wenigen deutschen Volksfeste, deren Gründungsdatum so präzise belegt ist.
Im plattdeutschen Dialekt der Region heißt die Kirmes 'Lorenskes' — eine Verniedlichung des Heiligennamens 'Lorenz/Laurentius'. Der Dialektname ist bis heute in Clarholz und Herzebrock gebräuchlich und macht das Fest zur lokalen Marken-Tradition. Wer in Clarholz von 'Lorenskes' spricht, meint die jährliche Kirmes — und alle wissen Bescheid.
Veranstalter ist der Gewerbeverein Herzebrock-Clarholz e.V. Der Verein bündelt das lokale Geschäftsleben, organisiert mehrere Marktveranstaltungen im Jahresverlauf — Frühjahrsmarkt, Laurentiuskirmes, Adventsmarkt — und vertritt die Interessen der Herzebrock-Clarholzer Gewerbetreibenden. Die Laurentiuskirmes ist sein traditionsreichstes und wichtigstes Event. Mit der Wahrnehmung als 'ältestes Volksfest der Region' positioniert sich der Verein selbstbewusst gegen die jüngeren Großkirmessen Ostwestfalens.
Mit 667 Jahren spielt die Laurentiuskirmes in der Liga der ältesten deutschen Volksfeste. Das Cannstatter Volksfest in Stuttgart datiert von 1818, die Wiesn in München von 1810 — beide deutlich jünger. Die Bremer Freimarkt hat noch frühere Wurzeln (1035), zählt aber als urbanes Großfest in einer ganz anderen Größenordnung. Im Bereich der dörflichen und kleinstädtischen Volksfeste ist Clarholz dokumentiert eines der ältesten kontinuierlichen Kirmes-Termine Deutschlands.
Die Ausgabe 2026 reiht sich in über 667 Jahre Kirmes-Tradition ein. Drei Festtage am Marktplatz Clarholz mit klassischem Schausteller-Programm: Karussells, Autoscooter, Riesenrad, Wurfbuden, Imbiss-Stände und Bierausschank. Die traditionelle Eröffnungsprozession vom Pfarramt St. Laurentius zum Marktplatz markiert den feierlichen Auftakt und erinnert an die mittelalterlichen Ursprünge des Festes.
Eintritt zum Kirmesgelände kostenlos. Fahrgeschäfte und Imbiss zu üblichen Kirmespreisen.
Mit dem Auto: A2 Ausfahrt Rheda-Wiedenbrück, dann Beschilderung Clarholz. Mit dem Bus: Linie 76 oder 80 ab Rheda-Wiedenbrück bis Clarholz Markt.
Eintritt zum Kirmesgelände frei. Fahrgeschäfte, Imbiss und Bierausschank kostenpflichtig.
Samstag, 1. August bis Montag, 3. August 2026. Tägliche Öffnungszeiten ca. 14 bis 23/24 Uhr.
Traditionelle Prozession vom Pfarramt St. Laurentius zum Marktplatz zur Eröffnung. Dialektname 'Lorenskes' weit verbreitet.
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Marktplatz Clarholz
Marktplatz Clarholz, 33442 Herzebrock-Clarholz