Internationales Treffen junger Kunstschmiede im Märkischen Sauerland
Das LWL-Freilichtmuseum Hagen — Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik — gilt als eines der größten Freilichtmuseen Europas. Mit über 60 historischen Werkstätten, Mühlen, Schmieden und einer Schmalspurbahn rekonstruiert es das vorindustrielle Handwerk im Sauerland und Münsterland. Genau hier, im Bundesland Nordrhein-Westfalen und in der kreisfreien Stadt Hagen, findet seit 2024 das Jungschmiedetreffen statt: eine Woche, in der das Museum sich vom historischen Ausstellungsort in eine produktive Werkstatt verwandelt.
Veranstalter ist der Internationale Fachverband gestaltender Schmiede (IFGS), in Kooperation mit dem Bundesverband Metall und Schmiedeverbänden aus den Niederlanden, Belgien, Österreich, Tschechien und Finnland. Eingeladen sind junge Schmiedinnen und Schmiede in der Ausbildung sowie Gesellinnen und Gesellen auf der traditionellen Walz — jenem mittelalterlichen Brauch der Wanderschaft im Handwerk, der seit 2014 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.
Charakteristisch für das Treffen: Jedes Jahr realisieren die Teilnehmer gemeinsam ein Werkstück, das anschließend dauerhaft auf dem Museumsgelände bleibt. 2024 war es ein funktionsfähiges Modell eines historischen Schwanzhammers im Maßstab 1:5 — rund 500 Arbeitsstunden, etwa 300 Kilogramm Gewicht, eine Handkurbel zum Ausprobieren für Besucher. Für 2026 ist eine verzierte Brüstung für den Endbahnhof der Museumsbahn geplant: ein architektonisches Element, das sichtbar bleibt, lange nachdem die Schmiede wieder abgereist sind.
Das Besondere ist die radikale Offenheit der Veranstaltung. Anders als bei klassischen Workshops bleiben die Werkstätten während des Treffens für Museumsgäste geöffnet: Man sieht, hört und riecht, wie Eisen bei 1.200 Grad geformt wird, wie ein Hammer den Klang eines Anbosses verändert, wie eine Esse Funken sprüht. Wer Fragen stellt, bekommt Antworten — auf Deutsch, Englisch, Niederländisch oder mit Händen und Füßen. Das Jungschmiedetreffen ist deshalb ebenso Handwerksaustausch wie Live-Demonstration, ebenso Berufsmesse wie öffentliches Spektakel.
Inmitten der Diskussion um Handwerksmangel und Fachkräftekrise wirkt das Jungschmiedetreffen wie ein optimistisches Statement. Junge Menschen aus mehreren Ländern entscheiden sich bewusst für ein altes, körperliches, schweres Handwerk — und tun das mit Stolz, künstlerischem Anspruch und internationalem Netzwerk. Wer das Treffen besucht, erlebt nicht nostalgisches Schaubrauchtum, sondern lebendige Werkstätten, die im Hagener Stadtteil Selbecke einen Sommer lang glühen.
Vom 22. bis 27. Juni 2026 findet im LWL-Freilichtmuseum Hagen die zweite Auflage des Jungschmiedetreffens statt. Veranstalter sind der Internationale Fachverband gestaltender Schmiede (IFGS) und der Bundesverband Metall, in Kooperation mit dem Museum und mit Schmiedeverbänden aus den Nachbarländern.
Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr eine kunstvolle Brüstung für den Endbahnhof der Museumsbahn. Die Schmiedinnen und Schmiede entwerfen, glühen, hämmern und montieren das Werkstück in den historischen Schmiedewerkstätten des Museums; nach Festivalende bleibt es dauerhaft am Bahnhof stehen und wird Teil des Museumsrundgangs.
Erwartet werden rund 20 bis 40 Auszubildende, Gesellinnen und Gesellen auf der Walz aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Tschechien und Finnland. Die Teilnahme erfolgt über die IFGS und die Partnerverbände; das Bildungszentrum und Jugendgästehaus Marienhof übernimmt die Unterbringung.
Während der gesamten Woche sind die Werkstätten für Museumsgäste geöffnet. Man kann den Schmieden bei der Arbeit zuschauen, Fragen stellen, Funken sprühen sehen und in direktem Austausch mit den jungen Handwerkern stehen. Die Schmiedevorführungen sind im normalen Eintritt zum Freilichtmuseum enthalten.
Das Jungschmiedetreffen ist kein klassisches Bühnenfestival mit Zeitplan, sondern ein offenes Werkstatt-Treffen. Die Aktivitäten verteilen sich über die Woche wie folgt:
Veranstalter: Internationaler Fachverband gestaltender Schmiede (IFGS) und Bundesverband Metall, in Kooperation mit dem LWL-Freilichtmuseum Hagen. Detaillierte Tageszeiten der einzelnen Schauschmiede-Sessions werden im Frühsommer 2026 auf der Museumswebsite veröffentlicht.
Die Schmiedevorführungen sind im regulären Eintritt zum LWL-Freilichtmuseum enthalten:
Aktuelle Preise und Sonderöffnungszeiten unter lwl-freilichtmuseum-hagen.de.
Auto: A45 oder A46, Ausfahrt Hagen-Süd, dann Beschilderung Freilichtmuseum. Großer kostenpflichtiger Besucherparkplatz am Museumseingang. ÖPNV: Mit dem Bus der Linie 510 vom Hagener Hauptbahnhof Richtung Selbecke (Haltestelle Freilichtmuseum, Fahrzeit ca. 25 Minuten).
Reguläre Tageskarten des Freilichtmuseums (Erwachsene ca. 6 €, Kinder bis 17 Jahre frei). Die Schmiedevorführungen sind im Eintritt enthalten.
Im Museum gibt es mehrere historische Gasthäuser, u. a. das Café Hubbelrath. Picknicken auf den Wiesen ist erlaubt.
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LWL-Freilichtmuseum Hagen
Mäckingerbach 6, 58091 Hagen