Friesischer Brauch zu Pferd in Nordfriesland
Das Ringreiten hat in Nordfriesland eine über vierhundert Jahre alte Geschichte. Aus dem mittelalterlichen Turnierwesen hervorgegangen, entwickelte es sich an der Westküste Schleswig-Holsteins zu einem dörflichen Volkssport. Mit einer Lanze versucht der Reiter, bei vollem Galopp einen aufgehängten kleinen Eisenring (oft nur wenige Zentimeter Durchmesser) im Vorbeireiten zu durchstechen. Wer die meisten Ringe sticht, wird Ringreiterkönig:in.
2014 wurde das Ringreiten als immaterielles Kulturerbe Deutschlands in die UNESCO-Liste aufgenommen. Damit wurde der einzigartige Brauch, der in Nordfriesland heute noch in über vierzig Dörfern gepflegt wird, offiziell anerkannt. Nordfriesland zählt damit zu einer kleinen Gruppe deutscher Regionen, deren lebende Traditionen UNESCO-Schutz genießen — neben dem Rheinischen Karneval und der Falknerei.
Humptrup ist eine Gemeinde mit unter 600 Einwohner:innen im Norden Schleswig-Holsteins, im Kreis Nordfriesland, fast an der dänischen Grenze. Das Vereins- und Jugendringreiten ist eines der Festhighlights des Dorfes. Jungreiter:innen ab Grundschulalter treten in eigenen Wettbewerben an, danach folgen die Erwachsenen. Das ganze Dorf nimmt teil — als Reiter:innen, Helfer:innen am Festplatz, mit Familien an den Speise- und Getränkeständen.
Wer das Humptruper Ringreiten besucht, erlebt eine Reitkultur, wie sie in dieser Form in Deutschland sonst kaum mehr existiert. Die Pferde sind oft Privatpferde aus den umliegenden Bauernhöfen, die Reiter:innen Kinder, Eltern, Großeltern. Friesisches Plattdeutsch ist auf dem Festplatz zu hören, das Bier kommt aus Flensburg, der Kuchen von den Frauen des Dorfs.
Am Samstag, 27. Juni 2026 versammelt sich die Reitergemeinde Humptrups und der umliegenden nordfriesischen Dörfer zum Vereins- und Jugendringreiten.
Ringreiten ist in Nordfriesland nicht Showsport, sondern lebendige Volkskultur. Die Pferde stammen oft aus den umliegenden Bauernhöfen, die Reiter:innen sind Dorfbewohner:innen jedes Alters. Die Atmosphäre ist familiär — Zuschauer:innen sind willkommen, aber gebeten, das Geschehen rund um die Reitbahn nicht zu stören.
Genaue Startzeiten der Jugend- und Erwachsenenwettkämpfe sowie das Programm der abendlichen Vereinsfeier werden vom Reiterverein Humptrup auf der Gemeindeseite und am Festplatz angeschlagen. Wer mit Kindern kommt, sollte rechtzeitig zur Jugendwertung am Vormittag erscheinen — dort sind die jüngsten Reiter:innen am Werk.
Jugendringreiten ab Grundschulalter, Vereinsringreiten der Erwachsenen, Königsproklamation, Festzelt am Abend.
Frei.
Mit dem Auto über die B5 (Hamburg — Niebüll), dann L7 nach Humptrup. Bahn: bis Niebüll (ICE/IC), von dort ca. 15 Minuten mit dem Auto.
Frei (Bedingung der UNESCO-Anerkennung ist die öffentliche Zugänglichkeit). Speisen und Getränke vor Ort.
Pferdefreundlich verhalten — Hunde an der Leine, nicht zu laut. Die Atmosphäre ist authentisch dörflich, nicht touristisch — wer Plattdeutsch oder Friesisch verstehen will, ist hier richtig.
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Festplatz Humptrup
Festplatz Humptrup, 25923 Humptrup