38. Ausgabe – 96 Veranstaltungen mit 550 Künstlern unter dem Motto VERLOCKUNG
Die Geschichte der Göttinger Händel-Festspiele beginnt 1920, als Oskar Hagen mit einer aufsehenerregenden Aufführung von Rodelinda die Wiederentdeckung Händels als Opernkomponist einleitete. Damit gilt Göttingen als die Geburtsstadt der Händel-Renaissance, die heute weltweit ein blühendes Konzert- und Opernrepertoire prägt. Über mehr als ein Jahrhundert hat sich das Festival zu einer Institution entwickelt, die jedes Jahr die internationale Händel-Szene nach Göttingen zieht – Sängerinnen und Sänger, Dirigenten, Orchester, Musikologen, Kritiker und ein begeistertes Publikum.
Das Motto VERLOCKUNG für die 38. Ausgabe greift ein zentrales Thema von Händels Opernwerk auf: die Macht der Verführung, sei sie politisch, erotisch oder spirituell. Zahlreiche Händel-Opern – von Alcina über Agrippina bis zu Rinaldo – kreisen um Figuren, die andere verlocken oder selbst verlockt werden. Das Programm 2026 nutzt diese thematische Klammer für eine kuratorische Auswahl von Werken, Konzerten und Begleitveranstaltungen, die das Thema in seinen vielen Facetten beleuchtet.
Im Mittelpunkt des Opernprogramms steht eine neue Festspielproduktion von Händels später Oper Deidamia (1741). Die Oper – Händels letzte – erzählt die Geschichte des jungen Achilles, der von seiner Mutter Thetis als Mädchen verkleidet auf der Insel Skyros versteckt wird, um ihn vor dem Trojanischen Krieg zu bewahren. Die Verlockung der Königstochter Deidamia und die geschickte List des Odysseus, der Achilles entlarvt, bilden den Kern der Handlung. Die Produktion wird im Deutschen Theater Göttingen aufgeführt.
Eine weitere Säule des Programms ist die Aufführung des Messiah, einem der bekanntesten Oratorien der Musikgeschichte. Die Aufführung in der Aula der Universität oder einer der Göttinger Kirchen verbindet die geistliche Tradition Händels mit der besonderen Akustik historischer Räume und gehört zu den Pflichtterminen des Festivalpublikums.
Das FestspielOrchester Göttingen, das die Festspiele seit 2006 als residierendes Ensemble begleitet, feiert 2026 sein 20-jähriges Bestehen. Unter wechselnden Dirigenten und mit einem festen Stamm international gefragter Spezialisten für historische Aufführungspraxis hat das Orchester einen weltweit beachteten Stil entwickelt, der die Aufführungen in Göttingen prägt.
Eine Besonderheit der Festspiele 2026 ist die Erweiterung des Spielstättennetzes. Ein eigenes Konzert findet im Welfenschloss in Hann. Münden statt – ein Ableger, der die historische Verbindung zwischen Göttingen und der südniedersächsischen Welfen-Geschichte aufgreift.
Das Programm 2026 ist eines der umfangreichsten der Festspielgeschichte. Mit 96 Veranstaltungen in zwölf Tagen ist der Spielplan dicht getaktet und erlaubt den Festivalbesuchern, sich tief in das Werk Händels und der barocken Opern- und Konzertkultur zu vertiefen. Neben den großen Opern- und Konzertproduktionen finden zahlreiche Solokonzerte, Kammermusikveranstaltungen, Vorträge, Gespräche und Begleitveranstaltungen statt.
Das Motto VERLOCKUNG dient als kuratorische Klammer und ermöglicht eine bewusste Auswahl von Werken, die das Thema der Verführung in seinen vielen Facetten beleuchten. Die Produktion von Deidamia in der Inszenierung der Festspielleitung verspricht eine zeitgemäße Lesart der späten Händel-Oper. Der Messiah wird in einer der Göttinger Kirchen oder der Universitäts-Aula aufgeführt und ist traditionell einer der publikumswirksamsten Programmpunkte.
Das vollständige Programm 2026 ist unter haendel-festspiele.de/de/programm/2026 abrufbar. Die wichtigsten Programmpunkte:
Spielstätten: Stadthalle Göttingen, Deutsches Theater, Aula der Universität, mehrere Kirchen in Göttingen. Konzertabstecher im Welfenschloss Hann. Münden.
Mit der Bahn bis Göttingen Hauptbahnhof (ICE-Knotenpunkt). Mit dem Auto über die A7. Parken in den Parkhäusern und Tiefgaragen der Innenstadt.
14. – 25. Mai 2026.
Tickets über die Festspielseite haendel-festspiele.de/de/programm/2026.
Internationale Händel-Festspiele Göttingen. Aktuelle Informationen unter haendel-festspiele.de.
2026 38. Ausgabe, 96 Veranstaltungen mit 550 Künstlerinnen und Künstlern. 20 Jahre FestspielOrchester Göttingen.
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