Mittelalterliche Tafel der Schöffen im Moselort Briedel
Briedel besitzt eine ungewöhnlich lange schriftliche Überlieferung: Bereits im Hochmittelalter war der Ort als Weinbauort des Erzstifts Trier dokumentiert und verfügte über ein eigenes Schöffenkollegium, das Gerichtsbarkeit in zivilen Streitfragen ausübte. Nach den Verhandlungen versammelten sich die Schöffen zu einem gemeinsamen Mahl, das den Abschluss der Amtshandlungen markierte und symbolisch das Recht festigte. Diese mittelalterliche Tradition greift der Heimat- und Verkehrsverein Briedel mit dem Historischen Schöffenmahl wieder auf.
Der Abend folgt einer dramaturgischen Inszenierung: Einzug der Schöffen im historischen Gewand, Begrüßung durch den Schultheißen, Vortrag aus den alten Weistümern (den niedergeschriebenen Rechten des Dorfes), gemeinsames Tischgebet, mehrgängiges Menü aus zeitgenössischen Speisen – Eintöpfe, Pasteten, gebratener Fisch aus der Mosel, dunkles Brot, gedünstetes Gemüse, Käse vom Brett – und Wein direkt aus Tonkrügen. Zwischen den Gängen treten Spielleute auf, manchmal auch ein Erzähler, der mittelalterliche Schwänke oder Mosel-Sagen vorträgt.
Das Ambiente ist sorgfältig: Tische werden mit Leinentüchern und Kerzen eingedeckt, das Geschirr ist bewusst rustikal, die Beleuchtung gedämpft. Wer teilnehmen möchte, ist eingeladen, in einfacher mittelalterlicher Kleidung zu erscheinen – Pflicht ist es nicht, viele Gäste kommen in Alltagskleidung. Tickets werden im Vorverkauf über den Heimatverein vergeben, da die Platzzahl begrenzt ist.
Das Schöffenmahl ist mehr als folkloristische Inszenierung: Es ist ein konkretes Beispiel für lebendige Erinnerungskultur in einem kleinen Moseldorf, das seine mittelalterliche Vergangenheit nicht musealisiert, sondern alle paar Jahre als Festabend in Szene setzt.
Der Abend beginnt am späten Nachmittag mit dem feierlichen Einzug der Schöffen, gefolgt vom mehrstündigen Mahl im historischen Ortskern. Zwischen den Gängen sorgen Musikanten für mittelalterliche Klänge, und ein Erzähler trägt Geschichten aus der Moselchronik vor.
Briedel präsentiert sich am Abend des Schöffenmahls von seiner geschichtsträchtigsten Seite. Wer schon am Nachmittag anreist, kann den historischen Pfad durch den Ort begehen, die spätgotische Pfarrkirche St. Martin besichtigen und in einer der Briedeler Straußwirtschaften einen Riesling probieren.
Das genaue Programm 2026 wird vom Veranstalter im Frühjahr publiziert. Die Struktur folgt den bewährten Eckpunkten der Vorjahre :
Änderungen vorbehalten.
Anreise: Briedel an der B 53 zwischen Zell und Pünderich. Parkplätze am Moselufer. Bahnhof Bullay mit Anschlussbus nach Briedel.
Tickets: Vorverkauf empfohlen, da die Platzzahl begrenzt ist. Reservierung über den Heimat- und Verkehrsverein Briedel.
Kleidung: Mittelalterliche oder dem Anlass angepasste Kleidung erwünscht, aber nicht zwingend.
Speisen & Getränke: Mehrgängiges historisches Menü mit Moselwein im Krug.
Hinweis: Die genauen Uhrzeiten und Modalitäten 2026 werden vom Veranstalter im Frühjahr über die Dorfaushänge und die Pressemitteilungen kommuniziert.
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