Barocktheater und klassische Musik im ältesten Barocktheater der Welt
Das Ekhof-Theater auf Schloss Friedenstein im thüringischen Gotha ist eine theatergeschichtliche Sensation: Es ist das älteste vollständig erhaltene Barocktheater der Welt mit funktionsfähiger hölzerner Bühnenmaschinerie. Wenn sich beim Ekhof-Festival die Bühne öffnet, sieht das Publikum exakt jenes Bild, das schon Conrad Ekhof – der erste deutsche Schauspielstar und Namensgeber des Festivals – im 18. Jahrhundert betrachtete. Wolken segeln über die Hinterbühne, der Vorhang fällt durch Gegengewichte, die Kulissen werden seitlich verschoben wie 1683, dem Baujahr.
Das Festival hat sich auf die Wiederentdeckung der Gothaer Musikgeschichte spezialisiert. Georg Anton Benda war im 18. Jahrhundert Hofkapellmeister in Gotha und gilt als Erfinder des Melodrams – einer Theaterform mit gesprochenem Text und Orchesterbegleitung. „Medea“ und „Romeo und Julie“ sind seine zentralen Werke. Mozart selbst war begeistert: „Ich habe mich gar nicht ausschmeicheln können, was ich nicht alles dabei gedacht habe“, schrieb er nach einer Aufführung der Benda-Medea.
Neben Benda steht 2026 erstmals seit Langem wieder Christoph Willibald Glucks „Orpheus“ auf dem Programm – die Reformoper, die das Musiktheater des 18. Jahrhunderts revolutionierte und vom Schwulst der Opera seria zur klassischen Klarheit fand. Die Aufführung im barocken Original-Ambiente verspricht eine Reise zurück in die Geburtsstunde der modernen Oper.
Im theatralischen Schwerpunkt 2026 bringt das Festival Molières Komödie „Die Schule der Frauen“ (Premiere 10. Juli) auf die Bühne – eine pointenreiche Satire über Eifersucht, Machtmissbrauch und die Stärke junger Frauen. Insgesamt vier Wochen lang wird Molière auf der Friedenstein-Bühne gespielt.
Der Cellist Alexey Stadler – Mitglied großer Ensembles und Solist mit internationaler Karriere – ist Artist in Residence des Festivals 2026. Er eröffnet die Saison am 23. Mai mit Tschaikowskys Streichersextett „Souvenir de Florence“ und kehrt an mehreren Abenden für weitere Kammerkonzerte zurück.
Das Festival wird gemeinsam von der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha und der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach veranstaltet. Es ist eines der wichtigsten kulturellen Aushängeschilder des Landkreises Gotha und Thüringens insgesamt.
Die 28. Saison des Ekhof-Festivals verteilt sich auf das gesamte sommerliche Halbjahr: Eröffnung am 23. Mai, dann punktuelle Konzerte im Juni, eine vierwöchige Schauspielserie von Mitte Juli bis Anfang August mit Molières „Schule der Frauen“, weitere Konzert- und Opernabende im September und Saisonschluss am 3. Oktober. Spielort ist durchgängig das Ekhof-Theater auf Schloss Friedenstein.
Vollständiger Spielplan und Kartenvorverkauf auf ekhof-festival.de.
Kartenvorverkauf seit Anfang Dezember 2025. Tickets über Ticketshop Thüringen online oder Vorverkaufsstellen in Gotha und Erfurt. Frühzeitige Buchung empfohlen wegen begrenzter Theaterkapazität (ca. 200 Plätze).
Gotha ist ICE-Halt an der Strecke Frankfurt–Erfurt–Leipzig. Vom Bahnhof zum Schloss Friedenstein etwa 10 Minuten zu Fuß. Mit dem Auto über die A4 (Ausfahrt Gotha) erreichbar, Parkplätze rund ums Schloss.
Kartenvorverkauf hat Anfang Dezember 2025 begonnen. Tickets online über den Ticketshop Thüringen sowie an den Vorverkaufsstellen in Gotha und Erfurt.
Das Ekhof-Theater hat eine begrenzte Platzkapazität (ca. 200 Plätze) – frühzeitige Buchung dringend empfohlen, besonders für die Opern- und Premieren-Termine.
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Ekhof-Theater, Schloss Friedenstein
Schlossplatz 1, 99867 Gotha