Zehn Tage Winterjazz in Darmstadts Spielstätten
Wer denkt, dass deutsche Jazz-Geschichte in Köln, Berlin oder Hamburg geschrieben wird, übersieht Darmstadt. Die südhessische Stadt beherbergt mit dem Jazzinstitut Darmstadt eines der wichtigsten Archive der europäischen Jazzforschung – und mit der Bessunger Knabenschule, dem Jazzclub Darmstadt und der Centralstation ein dichtes Netz lebendiger Spielstätten. Das dazz Festival bündelt diese Szene seit 2017 zu einem zehntägigen Winterjazz-Marathon und feiert 2026 sein 10. Jubiläum.
Anders als zentralisierte Festivals mit einem Hauptort verteilt sich das dazz über die ganze Innenstadt. Innerhalb von zehn Tagen kann das Publikum von der Centralstation am Carree zur Knabenschule in Bessungen pendeln, im Gewölbekeller unterm Jazzinstitut intime Sets erleben, im Künstlerkeller Dinner-Konzerte besuchen oder im HoffArt-Theater Konzerte mit Swing-Tanzkursen kombinieren. Diese Polyzentralität ist gewollt: Sie verbindet Konzertgänger und Bürger der Stadt und macht den Jazz zur stadtweiten Erfahrung.
Das dazz versteht Jazz weit – das Programm 2026 reicht von Klassikern wie dem Tingvall Trio (mit ihrem Album „PAX“) und der vokalbetonten Sängerin Lisa Bassenge bis zum experimentellen Berliner Trio Y mit Synthesizer, Bass und Drums, das zwischen Psychedelic und Rockjazz pendelt. Big-Band-Tradition pflegt die Christoph Schöpsdau Bigband in „O&A – Originals & Arrangements“, während die Rubinettes mit dreistimmigem Gesang in die Swing-Ära der 20er- bis 40er-Jahre zurückkehren.
Eine Besonderheit des dazz: Es richtet sich explizit auch an Kinder. Am Festival-Sonntag öffnet die Centralstation für ein Kinderkonzert mit Arrangements von Sesamstraßen-Liedern, gespielt vom Hamburg Art Ensemble. So wird Jazz früh als zugängliche Sprache vermittelt – ein Bildungsanspruch, der zum Selbstverständnis des Jazzinstituts als pädagogische Einrichtung passt.
Das dazz ist mehr als Konzertreihe. Die Galerie im Jazzinstitut zeigt 2026 die Ausstellung „Voices of Change“ über die politische Dimension des Jazz im 20. Jahrhundert, mit Bezug auf Künstler wie Nina Simone. Im Programmkino Rex läuft der Dokumentarfilm „Talking to You“ über den Saxofonisten Christof Lauer – mit anschließendem Publikumsgespräch.
Die Jubiläumsausgabe versammelt zum 10. Mal die wichtigsten Jazz-Spielstätten Darmstadts unter einem Festival-Dach. Das Programm wurde von der Centralstation gemeinsam mit Partnern wie dem Jazzinstitut, der Bessunger Knabenschule und dem Jazzclub Darmstadt kuratiert.
Komplettes Programm und Tickets: dazz-festival.de/programm-2026
Tickets variieren je Konzert. Reservierungen über die einzelnen Spielstätten oder die Festival-Website.
Mit der Bahn: Hauptbahnhof Darmstadt, von dort 5 Minuten zu Fuß zur Centralstation (Im Carree 1). Mit dem Auto: A5 oder A67 bis Darmstadt, Parkhäuser am Luisencenter oder Mathildenhöhe. Spielstätten in Bessungen mit Bus oder Straßenbahn erreichbar.
Tickets pro Konzert separat über die Veranstalter (Centralstation, Jazzinstitut, Bessunger Knabenschule, HoffArt-Theater, Kultur Club Sumpf). Reservierungen über die Festival-Website dazz-festival.de.
Wer mehrere Konzerte besucht: Wege zwischen Spielstätten zu Fuß oder mit dem Stadtbus planen, oft sind Konzerte zeitlich gestaffelt, sodass Doppelbesuche an einem Abend möglich sind.
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Centralstation, Bessunger Knabenschule, Jazzinstitut u.a.
verschiedene Spielstätten Innenstadt, 64283 Darmstadt