Bremens skurrilste Tradition seit 1829 — zugunsten der Seenotretter
Die Bremer Eiswette ist Brauchtum in Reinkultur. Seit 1829 zieht es am 6. Januar Hunderte Schaulustige an den Punkendeich am Osterdeich zwischen Bremer Innenstadt und Weserstadion. Dort prüft der Eiswettschneider mit einem heißen Bügeleisen, ob die Weser zugefroren ist — historisch eine für Handel und Schifffahrt bedeutsame Frage. Sein augenzwinkernder Spruch De Werser geiht! oder De Werser steiht! ist längst Kult, ebenso wie seine scharfzüngigen, nie verletzenden Bemerkungen zur Bundes- und Bremer Politik.
Den gesellschaftlichen Höhepunkt bildet das Eiswettfest am dritten Samstag im Januar im Hansesaal des Congress Centrum Bremen. Rund 800 Gäste erleben hier ein minutiös choreografiertes Programm von 14:30 bis 22:30 Uhr, geführt von einem Zeremonienmeister: festlicher Empfang, Präsidentenrede, Reden auf Deutschland und Bremen, Ehrung von Jubilaren und neuen Mitgliedern, musikalische Beiträge und Kabarett. Serviert wird traditionell Kohl und Pinkel. Eine etwa einstündige Pause, die RauPiPau, lädt zu Zigarre und Stärkung.
Hinter dem heiteren Brauch steht ein ernster Zweck: Seit 1928 werden beim Eiswettfest Spenden für die Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gesammelt. Seit 1956 sind die Seenotretter selbst beteiligt — ihr Tochterboot setzt den Eiswettschneider über die Weser. Über die Jahrzehnte sind so Millionen für die freiwillige Seenotrettung zusammengekommen, ein Musterbeispiel hanseatischen Gemeinsinns.
Die Ausgabe 2026 brachte einen neuen Spendenrekord: 766760,50 Euro kamen für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zusammen — die höchste je erreichte Summe. Für einen besonderen Moment sorgten die Seenotretter selbst: Kurz bevor das Tochterboot CHRISTIAN den Eiswettschneider über die Weser setzte, retteten sie eine Frau aus dem Fluss. Der Eiswettschneider kommentierte traditionell scharfzüngig die Bundes- und Bremer Politik.
Die 197. Bremer Eiswette folgte 2026 dem seit 1828 gepflegten zweistufigen Brauch: erst die öffentliche Eiswettzeremonie am Weserufer, dann das geschlossene Eiswettfest im Congress Centrum Bremen.
Vor rund 800 geladenen Gästen verlief das Festbankett nach dem über fast 200 Jahre gewachsenen Ritual:
Mit 766.760,50 Euro erzielte die Eiswette 2026 das höchste je gesammelte Ergebnis für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger — eine deutliche Steigerung gegenüber 607.764 € im Vorjahr.
Die Eiswettzeremonie am Punkendeich am 6. Januar ist öffentlich zugänglich und kostenlos. Das Eiswettfest am 17. Januar im Congress Centrum Bremen ist eine geschlossene Festveranstaltung der Eiswettgenossen mit geladenen Gästen — kein freier Ticketverkauf, Mitgliedschaft / Einladung erforderlich. Die Spendensumme kommt vollständig der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zugute.
Die Eiswettzeremonie am 6. Januar findet am Punkendeich am Osterdeich statt, zwischen Bremer Innenstadt und Weserstadion, gut zu Fuß oder mit Straßenbahn und Bus erreichbar. Das Eiswettfest findet im Congress Centrum Bremen direkt an der Bürgerweide hinter dem Hauptbahnhof statt.
Die Eiswettzeremonie am Deich ist öffentlich und kostenlos — Hunderte Schaulustige verfolgen das Spektakel jedes Jahr. Das Eiswettfest im Congress Centrum ist eine geschlossene Festveranstaltung. Die Einnahmen kommen der Seenotrettung (DGzRS) zugute.
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Congress Centrum Bremen / Punkendeich
Congress Centrum Bremen, Findorffstraße 101, 28215 Bremen