Frauenfastnacht und Rathaussturm seit 1824 — einzigartig im deutschen Karneval
Die Beueler Weiberfastnacht ist in dieser Form einzigartig im deutschen Karneval. Ihre Wurzeln reichen zurück ins Jahr 1824, als die Wäscherinnen-Frauen des Beueler Rheinufers genug davon hatten, dass ihre Männer das Haushaltsgeld am Kölner Rosenmontag verprassten. Sie gründeten das Alte Beueler Damenkomitee von 1824 — das erste Frauen-Karnevalskomitee Deutschlands — um „die Missetaten der Männer öffentlich zu richten". 2026 fällt der Donnerstag Weiberfastnacht auf den 12. Februar.
Historischer Kontext: Beuel war im 19. Jahrhundert das Wäscherinnen-Viertel von Bonn. Die Frauen wuschen am Rheinufer die Wäsche der wohlhabenden Bonner Bürger — eine harte Arbeit, die wenig honoriert wurde. Die Beueler Wäscherinnen gründeten unter ihrer ersten „Obermöhn" das Damenkomitee, das bald Vorbild für ähnliche Gruppen im gesamten Rheinland wurde. Die „Wäscherprinzessin" — die Hauptfigur der Beueler Weiberfastnacht — wurde 1958 als symbolische Verkörperung eingeführt; sie regiert während der gesamten Karnevalssession parallel zum Bonner Dreigestirn.
Der zentrale theatrale Akt findet jedes Jahr am Beueler Rathaus statt: Der Frauenzug — 2025 mit über 2.300 Teilnehmerinnen in 61 Gruppen und 13 Frauenkomitees — startet ab 10:00 Uhr in der Siegburger Straße, zieht durch die Beueler Innenstadt und endet vor dem Rathaus. Dort findet der „Sturm auf das Beueler Rathaus" statt — eingeführt 1957 als spielerische Reinterpretation der historischen Geschlechter-Konflikte: Die Wäscherprinzessin und ihre Damen erstürmen mit symbolischen Mitteln das Rathaus, der Bürgermeister übergibt feierlich den Schlüssel und damit symbolisch die Macht über Beuel.
Jede Karnevalssession steht unter einem eigenen Motto. Für 2026 lautet es „Wievefastelovend es trendy on schick" — Kölsch für „Weiberfastnacht ist trendy und schick". Das Motto prägt die Kostüm-Wahl, die Reden und die Bühnenshows der Damenkomitees.
Die Bonner Karnevalssession gehört — neben Köln, Düsseldorf, Mainz und Aachen — zu den fünf großen Hochburgen des Rheinischen Karnevals. Beuel als rechtsrheinischer Stadtbezirk von Bonn hat dabei ein eigenes Karnevalsprofil entwickelt, das stark von der Weiberfastnacht-Tradition geprägt ist. Während Köln und Mainz traditionell als „Männerbastionen" des Karnevals galten, ist Beuel seit jeher das Zentrum der weiblichen Karnevals-Kultur am Rhein.
Donnerstag Morgen, ab 10 Uhr Frauenzug ab Siegburger Straße. Über 60 Frauenkomitees und Karnevalsgruppen ziehen zum Beueler Rathaus, wo der spielerische Rathaussturm um die Mittagszeit den Schlüsselübergabe-Akt vollzieht.
„Wievefastelovend es trendy on schick" (Weiberfastnacht ist trendy und schick).
Weitere Infos über waescherprinzessin.de und bonn.de.
Eintritt frei am Straßenrand. Kneipen-Veranstaltungen mit eigenen Modalitäten.
Mit der Stadtbahn: U66 oder U67 bis Konrad-Adenauer-Platz Beuel — direkt am Rathaus. Mit dem Auto: A562 Abfahrt Bonn-Beuel, dann Parkhaus in Beuel-Mitte (überfüllt am Karnevalstag).
Ab 10:00 Uhr in der Siegburger Straße. Rathaussturm am späten Vormittag.
Frei für Straßenpublikum entlang des Zugwegs.
Kostüm ist Pflicht — wer in Zivil kommt, fällt auf. Frühzeitig kommen, Beuel füllt sich ab 9 Uhr. Nach dem Rathaussturm verlagert sich das Festgeschehen in die Kneipen und Festzelte Beuels.
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Beueler Rathaus & Innenstadt Beuel
Siegburger Straße, 53225 Bonn