Historischer Handwerkermarkt im Renaissance-Gewand — biennal im Westviertel der Lüneburger Altstadt
Die Alte Handwerkerstraße ist mehr als ein Handwerkermarkt. Sie ist eine zeitliche Versetzung: Das Westviertel rund um St. Michaeliskirche wird für ein Wochenende zur Renaissance-Stadt um 1550 — der Zeit, in der Lüneburg dank des Salzhandels und der Hanse ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Norddeutschlands war. Die rund 300 Mitwirkenden tragen historisch korrekte Gewänder, die Stände werden aus Naturmaterialien gebaut, und die Handwerksvorführungen erfolgen ohne moderne Hilfsmittel wie Strom oder Gas. Wer durch die engen Gassen flaniert, taucht in eine Atmosphäre ein, die weder Mittelaltermarkt noch Theater ist, sondern ein konsequentes Eintauchen in die Lüneburger Hochrenaissance.
An rund 60 Ständen demonstrieren Handwerkerinnen und Handwerker ihr Können: Schmiede schlagen Werkzeuge und Hufeisen, Schuster fertigen historische Schuhe, Töpferinnen drehen an offenen Scheiben, Goldschmiede arbeiten an feinen Schmuckstücken, Seilerinnen schlagen Seile aus Naturhanf. Hinzu kommen Korbflechter, Färberinnen, Wollkardierer, Drechsler, Kerzenzieher, Lederer, Pergamentschreiber, Glasbläser und viele weitere Berufe. Viele Stände bieten Mitmach-Stationen für Kinder und Erwachsene. Die Marktbesucherinnen und -besucher können nicht nur zusehen — viele Handwerkerinnen verkaufen ihre Werke direkt am Stand.
Mittelalterliche und Renaissance-Musikerinnen und -Musiker in historischen Gewändern ziehen durch die Gassen und spielen auf Dudelsäcken, Drehleiern, Flöten und Trommeln. In St. Michaeliskirche erklingt klassische und Renaissance-Musik. Kinder spielen mittelalterliche Spiele wie Murmeln und Springseil, lassen sich in historischen Kleidern verkleiden oder beobachten Falkner und Gaukler. Kulinarisch dominieren die legendäre Renaissancebratwurst mit besonderer Gewürzmischung, frisch gebackenes Brot aus historischen Rezepten, alte Apfelsorten, Met, Bier und Suppen aus dem Kessel.
Der Arbeitskreis Lüneburger Altstadt e.V. (ALA) organisiert die Alte Handwerkerstraße ehrenamtlich. Sämtliche Erlöse fließen in die Restaurierung und Pflege historischer Gebäude in der Altstadt — wie schon beim Historischen Christmarkt im Dezember. Da der Markt nur im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindet, ist die Ausgabe 2026 mit besonderer Spannung erwartet.
Wer am Wochenende durch das Westviertel kommt, wird in eine andere Zeit versetzt. Die enge Gassenstruktur des Viertels, die historischen Patrizierhäuser und die Backsteinkirche St. Michaelis bilden eine Kulisse, die zur Renaissance-Inszenierung perfekt passt. Die rund 300 Mitwirkenden — Handwerkerinnen, Musiker, Gaukler, Marktfrauen und -herren — tauchen Besucherinnen und Besucher in eine konsequente Atmosphäre. Die Liebe zum Detail ist das Markenzeichen der Veranstaltung: Naturmaterialien an den Ständen, handgenähte Gewänder, historische Werkzeuge und der Verzicht auf Strom und Gas machen die Alte Handwerkerstraße zu einer der authentischsten Veranstaltungen ihrer Art in Norddeutschland.
Das detaillierte Programm 2026 wird vom Arbeitskreis Lüneburger Altstadt im Sommer publiziert. Die Struktur folgt den bewährten Eckpunkten der Vorjahre:
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